Vonderau Museum seit 7. Mai 2020 wieder geöffnet

Nachdem das Land Hessen und der Hessische Museumsverband die Wiedereröffnung der Museen empfohlen haben, ist auch das Vonderau Museum seit 7. Mai 2020 wieder für Einzelbesucher geöffnet. In den Museumsräumen darf sich nur eine begrenzte Anzahl an Personen aufhalten, Gruppenbuchungen sind bis auf Weiteres nicht möglich. Sonderveranstaltungen wie die MuseumsGespräche oder Führungen können aktuell nicht stattfinden. In den Museumsräumen gelten Mund-Nasen-Schutz-Pflicht und wichtige Hygiene- und Abstandsregeln.
Das Planetarium öffnet teilweise ab Juni 2020.

MUSEUMSRÄTSEL

Inzwischen ist das Museumsrätsel beendet und die Preisträger wurden ermittelt. Glückliche Gewinnerin ist Frau Klug aus Flieden (siehe Foto), die eine exklusive Vorführung im Planetarium für 30 Personen gewonnen hat. Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Vonderau Museum.

1. Preis: Vorführung für maximal 30 Personen im Planetarium

2. Preis: Führung durch die historischen Räume des Stadtschlosses für maximal 20 Personen

3. Preis: Führung durch die archäologische Abteilung des Vonderau Museums für bis zu 10 Personen

4. – 10. Preis: Je ein Katalog der letzten Sonderausstellungen des Vonderau Museum

 

Lösungswort:

Auf Wiedersehen im Museum

Sammelaufruf Corona in Fulda

Wir alle durchleben angesichts der Corona-Pandemie gegenwärtig eine geschichtsträchtige Zeit, die unser Leben stark beeinflusst, es vielleicht dauerhaft verändert. Das Vonderau Museum und das Stadtarchiv als Gedächtnis Fuldas und seiner Geschichte wollen sammeln und bewahren, wie das Coronavirus die Stadt verändert. Wie werden kommende Generationen wissen, was die Corona-Krise für die Stadt und die Menschen bedeutet hat? Wie wird sich Fulda an die Pandemie erinnern? Was ist den Fuldaerinnen und Fuldaern in dieser Ausnahmesituation wichtig gewesen?

Auch wenn die Pandemie leider noch nicht überwunden ist, bitten Stadtarchiv und Vonderau Museum schon jetzt darum, Gegenstände und Dokumente aus Ihrem neuen beruflichen Alltag, aber auch aus dem privaten Bereich aufzubewahren und zur Verfügung zu stellen, um mit uns die Krise zu dokumentieren. Dazu können Hinweise auf veränderte Öffnungs- und Schließzeiten sowie auf neue Sicherheitsmaßnahmen ebenso zählen wie ein selbstgemachter Mundschutz und das dazugehörige Schnittmuster, ein Foto des gut gefüllten Vorratsschrankes, das Video der Kita-Erzieherinnen oder Homeschooling-Unterlagen. Kurzum, wir sind an allem interessiert, was Ihnen im Zusammenhang mit der Pandemie relevant und der Dokumentation wert erscheint, sei es in Form von Foto-, Video-, Audio-, Textdokumenten oder Gegenständen – und v.a. an Ihren damit verbundenen Geschichten, Erfahrungen und Gefühlen.
 
Das Vonderau Museum bittet um Kontaktaufnahme und Übersendung von digitalen Dokumenten bzw. Objektfotos per E-Mail an judith.mader@fulda.de.

Bitte füllen Sie dazu das als Download verfügbare PDF-Formular: Formular Sammlungsaufruf Corona in Fulda aus und schicken sie dieses mit. Bitte beachten Sie die darin enthaltenen Hinweise zu Dateiformaten und -größen (inkl. Informationen zur alternativen Übermittlung per Post von größeren Dateien). Bitte beachten Sie insbesondere auch die separaten Nutzungsbedingungen mit Hinweisen zum Urheber- und Persönlichkeitsrecht. Eine Übergabe von Objekten kann dann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Wichtig ist nur, bewahren Sie diese auf, Sie können Geschichte schreiben!

Das Museum

 

Gegründet wurde das Vonderau Museum im Jahr 1875 mit der Schenkung einer privaten Sammlung. Benannt wurde es nach Joseph Vonderau, der als Lehrer und Heimatforscher bei Ausgrabungen zahlreiche Objekte aus der Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit entdeckte und als ehrenamtlicher Leiter das Museum weiterentwickelte.
Heute beherbergt das Museum drei Dauerausstellungen zur Kulturgeschichte, zur Naturkunde, zur Malerei und Skulptur mit regionaler Ausrichtung sowie ein Klein-Planetarium.

 

Hinweise zur Barrierefreiheit.

Dauerausstellungen

Kulturgeschichte

Vor- und Frühgeschichte

Zahlreiche Bodenfunde belegen, dass das Fuldaer Land schon in der Jungsteinzeit besiedelt wurde. Die meisten Funde der Bronzezeit stammen aus Gräbern. Die befestigte Höhensiedlung der Milseburg gehört zu den bedeutendsten Fundorten der Eisenzeit.

Kloster und Landesherrschaft

Künstlerische und handwerkliche Erzeugnisse der Vergangenheit, aber auch Gebäude-Modelle dokumentieren den historischen Werdegang von der Gründung des Klosters bis zum Fürstbistum Fulda.

Untertanen und Bürger

Rekonstruierte Wohnräume des 18. bis 20. Jahrhunderts mit originaler Ausstattung veranschaulichen die privaten Lebensverhältnisse der Bürger und der ländlichen Bevölkerung.

Stadtentwicklung und Industrialisierung

Für das historische bodenständige Handwerk und die aufblühende Textil-, Metall- und Wachsindustrie, die bis heute das moderne Stadtbild prägt, werden exemplarisch Produkte und Werkzeuge gezeigt.


Naturkunde

Geologie

Versteinerungen von Pflanzen und Tieren aus Buntsandstein, Muschelkalk und Braunkohle bieten vielfältige Einblicke in die urzeitlichen Lebensräume der abwechslungsreichen Vergangenheit Osthessens.

Ökosysteme

Die für Osthessen typischen Lebensräume werden mit ihren Pflanzen und Tieren in natürlicher Größe gezeigt: Gewässer, Moore sowie die durch Wald, Flur und Siedlung geprägte Natur- und Kulturlandschaft.


Malerei & Skulptur

Künstler der Region

Mit Skulpturen und Gemälden der in Fulda und in ihrer Umgebung arbeitenden Künstler wird ein Überblick vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert gegeben.

Lapidarium

Im Lapidarium werden zahlreiche Grab- und Flurdenkmale sowie Bauplastik vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert präsentiert.


Geschichte des Museums

Konrad Hahne

"Herr Domkapitular Hahne beabsichtigt, seine Sammlung von Alterthümern, insbesondere fuldischen Ursprungs, der Stadt Fulda schenkweise zu überlassen, falls diese sich verpflichtet, die Sammlungen in anständigen Lokalen aufzustellen, dieselben nicht zu veräußern und einen etwaigen Überschuss der zu erhebenden Entrées über die Unterhaltungskosten zu milden Zwecken, z.B. hiesigen Armenanstalten zu verwenden". Mit diesem Aktenvermerk des damaligen Oberbürgermeisters Rang vom 4. Februar 1875 begann die Geschichte des Städtischen Museums in Fulda. Sowohl der Stadtrat als auch der Bürgerausschuss akzeptierten die großzügige Stiftung und die daran geknüpften Bedingungen von Konrad Hahne.

Nach dem Theologiestudium in seiner Heimatstadt wurde er 1837 Sekretär des damaligen Bischofs Johann Leonhard Pfaff (1832-1848). Schon damals zeigte Konrad Hahne ein starkes Interesse für das Sammeln von Objekten der bildenden Kunst und des Kunstgewerbes. Nach dem Tod des Bischofs kam er als Pfarrer und Dechant nach Kassel. 1866 kehrte er als Domkapitular nach Fulda zurück und wurde zu Beginn des Kulturkampfes zum Bistumsverwalter ernannt.


Joseph Vonderau

Joseph Vonderau (1863 - 1951) beschäftigte sich als Lehrer, Heimatforscher und als Autodidakt mit der vor- und frühgeschichtlichen Besiedlung des Fuldaer Landes. Für seine Verdienste wurde ihm 1908 der Professorentitel verliehen und 1923 zeichnete ihn die Universität Marburg mit der Doktorwürde der Philosophie ehrenhalber aus. Anlässlich seines 75. Geburtstages wurde das 1875 gegründete "Städtische Museum" in "Vonderau Museum" umbenannt, das Vonderau 50 Jahre lang als ehrenamtlicher Museumsleiter betreute.

Die Aufarbeitung und Ergebnisse seiner über 100 Grabungen wurden in den Veröffentlichungen des Fuldaer Geschichtsvereins dokumentiert. Die Funde werden in der Sammlung des Vonderau Museums aufbewahrt und in der Dauerausstellung präsentiert. Vonderaus Arbeitsweise war für die damalige Zeit schon sehr modern, da er auch pflanzliche Überreste, Tierknochen und in Formalin eingelegte Lederreste von Fachkollegen untersuchen ließ.

Das Städtische Museum fand seine erste Unterbringung im Heilig-Geist-Hospital. Schon 1880 erfolgte der Umzug in das Kloster Frauenberg. 1884 wurde das ehemalige Päpstliche Seminar, das bis dahin als Kaserne genutzt worden war, als Stadtschule umgebaut. In den noch freien Räumen des Nordflügels fand das Städtische Museum ein neues Domizil. Eine Vergrößerung der Dauerausstellung konnte 1930 mit dem Umzug in das ehemalige Residenzschloss verwirklicht werden, das schon 1882 als Standort des Städtischen Museums erwogen worden war. Die Sanierung und Restaurierung der historischen Räume des Stadtschlosses war 1968 erneut Anlass, Teile der Sammlungen - vor allem die stadtgeschichtlichen und volkskundlichen Bestände - erneut in den Nordflügel der Stadtschule zu verlegen, wo bis 1976 eine eher provisorische Dauerausstellung eingerichtet wurde. Ein kleiner Teil der Museumsbestände (Gemälde, Möbel, Fuldaer Porzellan) wird seitdem in den neu hergerichteten Historischen Räume des Stadtschlosses präsentiert.

1984/85 begannen dann die Planungen zum Umbau der ehemaligen Stadtschule zu einem Museum der Region mit drei Dauerausstellungen (Kulturgeschichte, Naturkunde, Malerei & Skulptur) und einem Klein-Planetarium mit 35 Sitzplätzen. Am 8. März 1994 wurde das Museum feierlich eröffnet.