Informationen zur Projektförderung

Der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Fulda stehen im Rahmen des Aktions- und Initiativfonds im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ Mittel für die Förderung von Projekten gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit und für Vielfalt, Toleranz und Demokratieförderung zur Verfügung. Nachfolgend erklären wir Ihnen, wie Sie eine Projektförderung erhalten können.

 

Wer darf einen Antrag auf Projektförderung stellen?

Gefördert werden dürfen Projekte von nichtstaatlichen und gemeinnützigen Organisationen und Vereinen, die sich zur freiheitlichen-demokratischen Grundordnung bekennen und eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit gewährleisten. Besitzen Sie selbst keinen Vereinsstatus, so benötigen Sie einen projektverantwortlichen Trägerverein. Bei der Suche kann Sie die Koordinierungs- und Fachstelle unterstützen. In Ausnahmefällen kann die finanzielle Verwaltung von der Partnerschaft für Demokratie für Sie übernommen werden.

 

Welche Projekte werden gefördert?

Das Projekt muss sich an den Leitlinien des Bundesprogramms orientieren. Darüber hinaus müssen alle Projekte einen oder mehrere Themenschwerpunkte der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Fulda aufgreifen, die in der offiziellen Ausschreibung genannt werden.
 
Eine Förderung kann nur für Projekte erfolgen, die innerhalb der Stadt Fulda stattfinden, noch nicht begonnen haben und innerhalb des laufenden Kalenderjahres durchgeführt, abgeschlossen und abgerechnet werden können. Ein Übertrag ins Folgejahr ist nicht möglich.

Ausnahmen der Förderung:

In der Regel...

  • dürfen Referenten-/Künstler-Honorare für zweistündige Veranstaltungen bis zu 1.000 Euro betragen.
  • werden keine Pauschalen für Verwaltungs- und Administrationskosten gefördert.
  • werden keine Mieten eigener Räumlichkeiten gefördert.
  • wird kein Personalcatering gefördert.
  • werden keine Anfahrtskosten für Teilnehmende gefördert.
Wie können Anträge gestellt werden und wie wird über sie entschieden?

Erster Schritt: Vor Ihrer ersten Interessenbekundung vereinbaren Sie am besten ein Beratungsgespräch mit der Koordinierungs- und Fachstelle. Hier werden Sie über alle Bedingungen einer Projektförderung informiert und es wird gemeinsam geprüft, ob die Projektidee grundsätzlich förderungsfähig ist und den formalen Vorgaben entspricht.
 
Zweiter Schritt: Eine offizielle Interessensbekundung zur Förderung stellen Sie, indem Sie das entsprechende Formular vollständig ausfüllen und zu den in der Ausschreibung genannten Fristen unterzeichnet entweder digital oder postalisch an die Koordinierungs- und Fachstelle übersenden. Auch beim Ausfüllen unterstützt Sie gerne die Koordinierungs- und Fachstelle.
 
Dritter Schritt: Nach einer ersten fachlichen und formalen Prüfung durch die Koordinierungs- und Fachstelle und dem federführenden Amt kann gegebenenfalls noch eine Nachbearbeitung Ihres Projektantrags nötig sein.
 
Vierter Schritt: Eingegangene Anträge werden in der nächstmöglichen Begleitausschuss-Sitzung anhand der Förderkriterien beraten und bewertet. Eine positive Bewertung ist Bedingung für eine Antragsgenehmigung. Projektanträge müssen mindestens 7 Tage vor der entsprechenden Sitzung der Koordinierungs- und Fachstelle vorliegen, um sie behandeln zu können. Die genauen Termine und Fristen finden Sie unter „Aktuelles & Termine“.

Miniprojekte: Benötigen Sie nur bis zu 300 Euro Unterstützung für Ihr Projekt? In diesem Fall entscheidet das federführende Amt in einem schnelleren Verfahren über eine Förderung.
 
Fünfter Schritt: Wurde über Ihren Projektantrag positiv entschieden, erhalten Sie kurz darauf einen Zuwendungsbescheid der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Fulda. Erst nach dem Erhalt dieses Bescheides und der Rücksendung Ihrer Einverständniserklärung können Sie Ihr Projekt starten.

 

Was ist während und nach der Projektdurchführung zu beachten?

Mittelanforderung

Die Fördergelder werden nicht automatisch nach Projektgenehmigung auf das Konto des projektverantwortlichen Vereins überwiesen, sondern müssen von diesem aktiv bei der Koordinierungs- und Fachstelle angefordert werden. Mit Ihrem Förderbescheid erhalten Sie Formular zur Mittelanforderung. Dazu senden Sie das Dokument digital an lena.mueller@fulda.de oder postalisch an die auf der Webseite angegebene Postanschrift.

Wichtig dabei zu beachten: nach Eingang des Geldes auf Ihrem Vereins-/Organisationskonto muss dieses innerhalb von acht Wochen für das Projekt ausgegeben sein. Möglich ist aber auch eine Mittelanforderung nach Projektdurchführung oder eine gestaffelte Auszahlung.

Öffentlichkeitsarbeit

Auf die finanzielle Beteiligung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ ist in geeigneter Form hinzuweisen. Hierfür gilt es, das offizielle Merkblatt zur Öffentlichkeitsarbeit zu beachten. Alle Dokumente (Flyer, Plakate, Broschüren etc.) müssen vorab zur Druckfreigabe in elektronischer Form an die Koordinierungs- und Fachstelle gesendet werden.

Verwendungsnachweis nach Projektdurchführung

Nach Abschluss des Projektes muss innerhalb von zwei Monaten der Abschlussbericht ausgefülltbei der Koordinierungs- und Fachstelle eingereicht werden. Zusätzlich muss eine Belegliste über die verausgabten Kosten eingereicht werden.  Bitten schauen Sie sich diese Dokumente möglichst vor dem Projektstart an.

Es gelten die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P)

und die Allgemeinen Nebenbestimmungen zür Zuwendungen an Gebietskörperschaften und Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften (ANBest-Gk).

Alle Dokumente sind hier unten im Downloadbereich noch einmal für Sie aufgelistet.

 

Ich habe noch Fragen und brauche Unterstützung

Die Koordinierungs- und Fachstelle bietet jeden Dienstag von 16:00 - 17:00 Uhr eine offene Sprechstunde für Ratsuchende und Interessierte an. Kommen Sie einfach vorbei. 

Gerne können Sie aber auch einen Termin vereinbaren oder anrufen.

 

 

Projekte 2019

Florian Sitzmann liest

Locker, freiheraus und manchmal schon etwas überspitzt sprach Florian Sitzmann am Freitagabend über das Leben im Rollstuhl. Der 43-Jährige war zur Event-Lesung ins Forum des Kanzlerpalais der Volkshochschule in Fulda gekommen und berichtete unter anderem darüber, wie es ist auf einem Behindertenparkplatz zu stehen, ins Autokino zu fahren und welche Vorteile es gibt, im Rollstuhl zu sitzen. „Fulda soll sehen, dass es Menschen mit Behinderung gibt, die etwas Besonderes leisten können“, so Hanns-Uwe Theele, Vorsitzender des Vereins Interessengemeinschaft barrierefreies Fulda, der die Gäste begrüßte. Eines wurde den Zuhörern direkt klar: Sitzmann ist kein Mann, der jammert oder um Mitleid buhlt. Vielmehr ist er ein selbstbewusster Behindertensportler und Buchautor, der aus seinem schweren Schicksalsschlag viel gelernt hat und sein Leben seither positiv gestaltet. Zum Einstieg wählte der Autor sein erstes Buch, denn es beinhaltet auch die Geschichte seines Unfalls. „Das Buch zeigt, wie ich mich draußen verhalte und wie die Einstellung zu meinem Leben ist: Durchaus kraftvoll und positiv“, sagte der 43-Jährige. Dabei bekomme er immer wieder Fragen wie „Ist ihr Name echt?“ oder „Was vermissen sie am meisten?“  Der Mann, der 1992 bei einem Motorradunfall seine beiden Beine verlor, erzählt heute ganz normal über diesen verregneten Tag, als er mit seinem Freund auf dem Rückweg von einem Hollandtrip war. „Alles ging ganz schnell – diesen Satz hört man immer wieder bei Unfällen“, so Sitzmann, der anfügte: „Von hinten kam der Laster, dann kam der Knall und ich flog durch die Luft.“ Während im Publikum so manch einem kurz der Atem stockte, nahm Sitzmann seinen Zuhörern die Angst und die Hemmung davor, ganz offen und ehrlich über das Leben im Rollstuhl zu sprechen. Musikalisch begleitet wurde der 43-Jährige von Jörg Schreiner, mit dem er durch ganz Deutschland tourt. Schreiner hat neben Kinderbüchern auch einige deutschsprachige Songs geschrieben, die er auch in Fulda zum Besten gab (Bericht von Osthessen-Zeitung).

Workshop Deutsche Kinderliteratur und Märchen

In den Herbstferien hat die Afghanische Kulturgruppe der Stadt Fulda vom 1.-3. Oktober einen dreitägigen Workshop zu deutscher Kinderliteratur in den Räumlichkeiten des AWO Stadtteiltreff Süd angeboten. Neun interessierte Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahre haben gemeinsam mit den Betreuerinnen der Afghanischen Kulturgruppe das Buch "Wir Kinder aus Bullerbü" gelesen. Die Kinder teilten auch Ihre Kenntnisse über andere Bücher von Astrid Lindgren miteinander oder auch über die Bücher anderer Autor*innen. Gemeinsam wurde (vor)gelesen sowie Arbeitsblätter erarbeitet. Nach dem Mittagessen und einer Pause wurde im Stuhlkreis nochmals gemeinsam gelesen udn auf Wunsch der Kinder wurde gemeinsam gebastelt. An Tag 2 erwartete die Kinder eine spannende Führung durch die Fuldaer Stadtbibliothek. In der Abteilung Kinder- und Jugendbücher erhielten die Kinder einen Einblick in die Vielfalt der Medien und es wurde ein Bilderbuchkino gezeigt. Anschließend hatten die Kinder die Möglichkeit, eigenständig nach Büchern zu schauen oder auch zu lesen. Für alle Kinder war dies der erste Besuch in der Stadtbibliothek Fulda, der große Freude auslöste. Am letzten Tag wurde weiterhin gelesen und es wurden Gespräche über die Geschichte geführt. Danach haben die Kinder gespielt und haben bei ihren Spielen Wörter und Themen aus dem Buch aufgegriffen. Für die Afghanische Kulturgruppe war das Projekt ein großer Erfolg und sie konnten den Kindern, die größtenteils einen migrantischen Hintergrund haben, zeigen, dass Bücher lesen mindestens genauso viel Spaß macht wie das Fernsehen, um sich die Zeit in den Ferien zu vertreiben.

Das ist mein Südend

Im Rahmen der Sozialen Gruppenarbeit fand mit einigen Kindern, die sich einwählen konnten, das Projekt "Das ist mein Südend" von September bis Oktober 2019 einmal wöchentlich bzw. drei Tage in den Herbstferien statt. Das Projekt stand ganz im Zeichen der Partizipation und Sozialraumorientierung: Die Kinder und ihre Blickwinkel wurden bestmöglich in den Projektprozess einbezogen. Der Fokus dabei lag darauf, dass die Kinder zum einen durch zwei Begehungen lernten, sich in ihrem STadtteil zu orientieren und mit anderen Augen sich darin zu bewegen sowie vielleicht Neues zu entdecken, aber zum anderen auch, dass wir Erwachsene von den Kindern lernen wie sie ihre Umwelt sehen. In diesem Zusammenhang markierten die Kinder ihnen bekannte Orte auf einer Stadtteilkarte (Nadelmethode), brachten ihre persönliche Sicht auf ihr Zuhause mit STiften auf Papier und konnten diese auch den anderen präsentieren und erklären (Methode: subjektive Landkarten). Außerdem durften sie für sie wichtie bzw. besondere Orte selbst fotografieren, um die Bildausschnitte dann auf der Stadtteilkarte zuzuordnen (Methode: Autofotografie).

Das Endprodukt war eine Art Plakat, welches genau diese Orte im Stadtteil Südend zeigt.

Am Abschlusstag wurden den Kindern nach der Enthüllung es Plakates Teilnahmeurkunden und kleine Präsente übergeben.

Das fertige Plakat kann im Gemeindehaus der Lutherkirche von allen Interessierten betrachtet werden, z.B. auf dem WEg zum Mittagstisch Satt & Selig.

Das Projekt erfolge in Kooperation mit der Sozialen Gruppenarbeit des Diakonischen Werkes und dem Familienzentrum Lutherkirche.

Rumänische Kultur in Bildern

Am Samstag, den 21. September zeigte die Rumänisch orthodoxe Kirchengemeinde "Christi Himmelfahrt" Fulda in Kooperation mit Welcome In! Fulda e.V. eine Ausstellung, die unter anderem rumänische Folklore, Religion, Architektur, Musik oder länderspezifisches Essen präsentierte. Die Veranstaltung fand zugleich im Rahmen der Fuldaer Interkulturellen Woche statt. Die Ausstellung konnten die rund 100 Gäste bei Essen und Getränken im Welcome In! Wohnzimmer in der Robert-Kircher-Straße 25 bestaunen. Die Mitglieder der Gemeinde haben mit den Gästen interessante Gespräche über die Vielfalt der rumänischen Kultur, über die bunten Traditionen der Rumän*innen und die beeinduckenden Landschaften aus den Fotografien geführt. Gemeinsam wurde leckerer traditioneller rumänischer Kuchen probiert, den die Mitglieder der Gemeinde selbst gebacken hatten. Zahlreiche Menschen verschiedenster Nationalitäten besuchten die Ausstellung und zeigten großes Interesse. Alle waren sehr an einem interkulturellen Austausch interessiert.