Winfriedpreise 2021 und 2022

Katrin Eigendorf. © Foto: privat
Igor Levit. Foto © Felix Broede Sony Classical

Auszeichnungen für Reporterin Katrin Eigendorf (2022) am 25.09. und für Pianist Igor Levit (2021) am 2.10.2022

FULDA, 2. September 2022: Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr wird der Winfriedpreis der Stadt Fulda in diesem Jahr gleich zweimal verliehen: Die Auszeichnung für 2021 geht an den international bekannten Pianisten Igor Levit für sein vorbildliches Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung sowie für ein friedliches Miteinander. Den Winfriedpreis 2022 erhält die ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf für ihre Arbeit, mit der sie den Opfern von Krieg, Vertreibung und Unterdrückung – aktuell in der Ukraine - eine Stimme gibt.

Nachdem aufgrund der Corona-Lage bereits die Verleihung des Winfriedpreises 2020 an das Team des Universitätsklinikums Jena ausfallen musste, ist Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sehr erfreut, dass nun die feierlichen Übergaben für 2021 und für 2022 in angemessenem Rahmen stattfinden können. Seit dem Jahr 2001 wird der Winfriedpreis für besondere Verdienste um die Menschenrechte und die Völkerverständigung in Europa verliehen. Der Stifter des Preises, Dr. Heinz G. Waider, hat den Zweiten Weltkrieg selber erlebt und es war ihm ein besonderes Anliegen, dass es nie mehr zu einem solchen Krieg kommen sollte. „Wie aktuell dieses Anliegen ist, zeigt sich besonders nachdrücklich seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine“, so der OB.   

Katrin Eigendorf erhält den Winfriedpreis 2022 am 25. September 2022

Die Journalistin Katrin Eigendorf ist als Reporterin für das ZDF tätig, mit Berichterstattungs-Schwerpunkten in Afghanistan, der Ukraine, Russland, Libanon, Irak und Türkei. 2021 berichtete sie aus Afghanistan über die Rückkehr der Taliban, seit Ende Februar 2022 berichtet sie aus der Ukraine über den dortigen Krieg. In der Begründung für die Auszeichnung schreibt das Preiskuratorium: „In ihren Reportagen aus Kriegsgebieten wie Afghanistan oder aktuell der Ukraine schafft Katrin Eigendorf ein unmittelbares Bewusstsein für die Auswirkungen von Krieg und Extremismus auf die betroffenen Menschen. Ob Frauen und Mädchen in Afghanistan oder die einfachen Menschen in der Ukraine – sie trägt dazu bei, dass sie angesichts der „großen Politik“ nicht vergessen werden.“

„Wie wichtig eine seriöse, gut recherchierte Berichterstattung aus Kriegs-Situationen ist, beweist sich heute angesichts gezielter Desinformationskampagnen immer wieder. Es braucht möglichst objektive Beobachterinnen und Beobachter, die verfügbare Informationen überprüfen, einordnen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Mit dem Winfriedpreis möchten wir das Engagement und den Mut würdigen, den Frau Eigendorf bei ihrer Arbeit immer wieder beweist“, erläutert OB Wingenfeld.

Die feierliche Preisverleihung des Winfriedpreises 2022 an Katrin Eigendorf findet am Sonntag, 25. September 2022 um 11 Uhr im Fürstensaal des Stadtschlosses in Fulda statt. Die Laudatio hält die in München lebende kanadisch-afghanische Künstlerin, Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin Nahid Shahalimi. Interessierte werden gebeten, sich bis Dienstag, 20. September unter repraesentation@fulda.de anzumelden.

Preisverleihung Winfriedpreis 2021 an Igor Levit am 2. Oktober 2022

Der international bekannte Pianist Igor Levit nutzt seine Bekanntheit, um sich in der Öffentlichkeit für Toleranz und Verständigung und gegen Rassismus und Antisemitismus einzusetzen. In seiner Begründung betont das Kuratorium des Winfriedpreises: „In seinen öffentlichen Auftritten und über die Sozialen Medien tritt Igor Levit Hass und Hetze entschieden entgegen und zeigt Haltung auch angesichts persönlicher Anfeindungen.“

„Mit der Verleihung des Winfried-Preises an Igor Levit möchten wir seinen Beitrag zu Verständigung und Integration in unserer Gesellschaft unterstützen und ihn ermutigen, sein entschiedenes Engagement fortzusetzen“, so OB Wingenfeld. Gerade in den Sozialen Medien zeige sich, wie sehr der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft aktuell gefährdet sei – umso wichtiger seien Persönlichkeiten, die ihre Stimme für Toleranz und Verständigung erheben. Sehr erfreut habe es ihn auch, dass Igor Levit sich im vergangenen Jahr in einer Social Media-Kampagne für das Thema COVID19-Impfung stark gemacht habe.

Die offizielle Verleihung des Winfriedpreises 2021 an Igor Levit findet am Sonntag, 2. Oktober 2022 um 15 Uhr im Fürstensaal des Stadtschlosses in Fulda statt. Die Laudatio hält der Jurist, Philosoph und Publizist Prof.Dr.Dr. Michel Friedmann. Interessierte werden gebeten, sich bis Dienstag, 27. September anzumelden unter repraesentation@fulda.de.

Am gleichen Abend gibt es dann ein besonderes musikalisches Highlight: Zur Eröffnung der Konzertsaison gibt Igor Levit um 20 Uhr ein Klavierkonzert im Fürstensaal des Stadtschlosses. Auf dem Programm stehen die drei letzten Klaviersonaten op. 109 – 111 von Ludwig van Beethoven. Tickets dafür gibt es ab 12. September 10 Uhr im Ticketshop des Schlosstheaters in der Schlossstraße 5, 36037 Fulda, im Webshop unter www.schlosstheater-fulda.de oder telefonisch unter 0661 102-1483.

Hintergrund zum Winfried-Preis

Seit dem Jahr 2001 verleiht die Stadt Fulda jährlich den Winfried-Preis an Persönlichkeiten und Institutionen, die sich in besonderem Maße um die Menschenrechte und die Völkerverständigung in Europa verdient gemacht haben.  Namensgeber für den mit 10.000 Euro dotierten Winfried-Preis ist der Heilige Winfried Bonifatius, der in Fulda begraben ist und bisweilen als der „erste Europäer" des Frühmittelalters bezeichnet wird.

Der Winfried-Preis wird von der Dr. H.-G.-Waider-Stiftung vergeben. Stifter ist der 1926 in Fulda geborene Unternehmer Dr. Heinz G. Waider (gestorben 2015 in Neuss). Dr. Heinz G. Waider war aufgrund seiner persönlichen Kriegserfahrungen im Zweiten Weltkrieg zu der Erkenntnis gelangt, dass Kriege nur durch ein offenes und friedliches Neben- und Miteinander aller Menschen verhindert werden können. Es war ihm ein Anliegen, dass es nie mehr zu einem solchen Krieg kommen sollte. Aufgrund der besonderen Verbundenheit des Heiligen Bonifatius - aber auch des Stifters selbst - mit der Stadt Fulda wird der Preis in Fulda verliehen.

Zu den Winfriedpreisträgern der vergangenen Jahre gehören beispielsweise Joachim Gauck, Bundespräsident a.D. (2018), Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. (2015), Jean-Claude Juncker, Premierminister von Luxemburg a.D. (2010), und Dr. Karl Kardinal Lehmann (2004). Im Jahr 2020 erhielt mit dem Klinikum Jena erstmals eine Institution die Auszeichnung. Sie wurde für eine beispielhafte Hilfsaktion im Sinne europäischer Solidarität für die Corona-Klinik in Boscotrecase/Italien verliehen.