Veranstaltungen im Fürstensaal des Stadtschlosses

Die Reihe "Literatur im Stadtschloss" (29. Folge) wird gefördert von der Jubiläumsstiftung Sparkasse Fulda, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Verlag Parzeller GmbH & Co KG, Fulda.

Alle Lesungen finden im Fürstensaal im Stadtschloss jeweils um 20 Uhr statt und sind kostenfrei.

Autorenlesungen 2018

Navid Kermani

liest am 7. März 2018 aus

„Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan“

Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen; lebt als freier Schriftsteller in Köln. Er ist habili-tierter Orientalist und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er hielt die Poetikvorlesungen in Frankfurt, Göttingen und Mainz, als Gastprofessor war er in Frankfurt sowie am Dartmouth College in den Vereinigten Staaten. Zur Zeit lehrt er an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Für sein literarisches und essayistisches Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kleist-Preis, den Joseph-Breitbach-Preis und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Navid Kermani ist entlang den Gräben gereist, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun: von seiner Heimatstadt Köln nach Osten bis ins Baltikum und von dort südlich über den Kaukasus bis nach Isfahan, der Heimat seiner Eltern. Mit untrüglichem Gespür für sprechende Details, erzählt er in seinem Reisetagebuch von vergessenen Regionen, in denen auch heute Geschichte gemacht wird, und von Menschen, deren Geschichten wahr sind und sich doch widersprechen. Mit wenigen Strichen lässt er das Nachtleben der Großstädte lebendig werden, Geschäfte wie zu Sowjetzeiten, hippe Cafés, die Gelassen-heit in Frontnähe und die Angst vor den anderen, wer immer das ist.

 

Hans Pleschinski

liest am 13. März 2018 aus

„Wiesenstein“

Hans Pleschinski, geboren 1956 in Celle,  lebt als freier Autor in München. Er studierte Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaft, ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und der Bayerischen Akademie der Künste. Zuletzt erhielt er u. a. den Han-nelore-Greve-Literaturpreis, den Nicolas-Born-Preis und wurde 2012 zum Chevalier des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt. 2014 erhielt er den Literaturpreis der Stadt München. Er veröffentlichte zuletzt den Roman „Königsallee“ (2013).

März 1945: Gerhart Hauptmann, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatori-um Dr. Weidner im eben zerstörten Dresden und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Gerhart und Margarete Hauptmann wollen nach Schlesien, in ihre Villa „Wiesenstein“, ein prächtiges Anwesen im Riesengebirge. Dort wollen sie weiterleben, in einer hinreißend schönen Landschaft, mit eigenem Masseur und Zofe, Butler und Gärtner, Köchin und Sekretärin, ein immer noch luxuriöses Leben für den Geist führen inmitten der Barbarei. Aber war es die richtige Entscheidung? Überhaupt im Dritten Reich zu bleiben? Und was war der Preis dafür?

 

Peter Stamm

liest am 10. April 2018 aus

„Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“

Peter Stamm, geboren 1963 in Scherzingen, Kanton Thurgau, lebt als freier Schriftsteller in der Schweiz. Er studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und übte verschiedene Berufe aus, u.a. in Paris und New York. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor. Er schrieb mehr als ein Dutzend Hörspiele, zahlreiche Romane und Erzäh-lungssammlungen sowie einen Band mit Theaterstücken. Sein Werk wurde vielfach prä-miert, u.a. mit dem Rheingau Literatur Preis, dem Bodensee-Literaturpreis, dem Friedrich-Hölderlin-Preis und dem ZKB-Schillerpreis.

Peter Stamm, der große Erzähler existentieller menschlicher Erfahrung, erzählt auf kleinstem Raum eine Geschichte der unerklärlichen Nähe: Christoph verabredet sich in Stockholm mit der viel jüngeren Lena. Er erzählt ihr, dass er vor zwanzig Jahren eine Frau geliebt habe, die ihr ähnlich, ja, die ihr gleich war. Er kennt das Leben, das sie führt, und weiß, was ihr bevorsteht. So beginnt ein beispiellos wahrhaftiges Spiel der Vergangenheit mit der Gegenwart, aus dem keiner unbeschadet herausgehen wird. Können wir unserem Schicksal entgehen oder müssen wir uns abfinden mit der sanften Gleichgültigkeit der Welt?

 

Eva Demskli

liest am 17. April 2018 aus

„Den Koffer trag ich selber. Erinnerungen“

Eva Demski, geboren 1944 in Regensburg, lebt sie als freie Schriftstellerin in Frankfurt am Main. Sie studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten Mainz und Freiburg im Breisgau. Anschließend arbeitete sie als Dramaturgieassistentin beim Schauspiel Frankfurt sowie als freie Verlagslektorin und Übersetzerin und war Mitarbeiterin des Hessischen Rundfunks. Ihr literarisches Werk wurde vielfach ausge-zeichnet, u.a. mit dem Preis der Klagenfurt Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und dem Preis der Frankfurter Anthologie.

Die große Erzählerin Eva Demski legt ein sehr persönliches Buch vor: Unsentimentale Erinnerungen aus einem Leben mit vielen schönen und bösen Überraschungen, Moment-aufnahmen, die die deutsche Geschichte der vergangenen Jahrzehnte widerspiegeln. Le-bensbasis ist eine nach Weihrauch und Zigaretten riechende Kindheit in Regensburg, das Theater und das Jungsein mitten in politisch unruhigen Zeiten. Eva Demski sammelt an-dere Leben, bekannte und unbekannte, Galionsfiguren der Literatur wie Reich-Ranicki, Koeppen, Kempowski, Rose Ausländer erzählen ihr von sich, sie sucht aber auch immer wieder nach Außenseitern und findet sie.

 

Ingo Schulze

liest am 15. Mai 2018 aus

„Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst““

Ingo Schulze, geboren 1962 in Dresden, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Nach dem Studium der klassischen Philologie in Jena, arbeitete er zunächst als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Bereits sein erstes Buch „33 Augenblicke des Glücks“ wurde sowohl von der Kritik als auch dem Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Ingo Schulzes Werk wurde mit zahlreichen, internationalen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Rheingau Literatur Preis, dem Samuel-Bogumil-Linde-Preis, dem Preis der Leipziger Buchmesse, zudem stand er mehrfach auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Peter Holtz will das Glück für alle. Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Gel-des, erfindet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christen-tum. Als CDU-Mitglied (Ost) kämpft er für eine christlich-kommunistische Demokratie. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht aller Logik. Seine Selbstlosigkeit belohnt die Marktwirtschaft mit Reichtum. Hat er sich für das Falsche eingesetzt? Oder für das Richtige, aber auf dem falschen Weg? Und: Wie wird er das Geld mit Anstand wieder los? Peter Holtz nimmt die Verheißungen des Kapitalismus beim Wort.