Veranstaltungen im Fürstensaal des Stadtschlosses

Die Reihe "Literatur im Stadtschloss" (30. Folge) wird gefördert von der Jubiläumsstiftung Sparkasse Fulda, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Verlag Parzeller GmbH & Co KG, Fulda.

Alle Lesungen finden im Fürstensaal im Stadtschloss jeweils um 20 Uhr statt und sind kostenfrei.

 

 

Maria Cecilia Barbetta

Dienstag, 26. März 2019 - 20 Uhr

Maria Cecilia Barbetta

liest aus

„Nachtleuchten"

María Cecilia Barbetta, 1972 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Dort wuchs sie in dem Viertel Ballester, in dem ihr Roman „Nachtleuchten" spielt, auf. Seit 1996 lebt und arbeitet sie in Berlin. Schon ihren ersten Roman, „Änderungsschneiderei Los Milagros" (2008), schrieb sie auf Deutsch. Er wurde mit wichtigen Preisen ausgezeichnet, darunter dem aspekte-Literaturpreis und dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. 2018 erschien der Roman „Nachtleuchten", der bereits vor Erscheinen mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet wurde und auf der Shortlist Deutscher Buchpreis 2018 stand.

In ihrem neuen Roman erzählt María Cecilia Barbetta von der gespenstischen Atmosphäre am Vorabend eines politischen Umsturzes: Sie sind aus der ganzen Welt gekommen und haben sich in Buenos Aires eine Existenz aufgebaut. In dem Viertel Ballester kämpfen sie jeder auf seine Art für den Aufbruch, die Revolution und eine bessere Zukunft – Teresa und ihre Klassenkameradinnen in der katholischen Mädchenschule ebenso wie Celio, der Friseur in der „Ewigen Schönheit", oder die Mechaniker der Autowerkstatt „Autopia". Doch politische Spannungen zerreißen das Land, Aberglaube und Gewalt schleichen sich in die Normalität.

Frido Mann

Dienstag, 2. April 2019 - 20 Uhr

Frido Mann

liest aus

„Das Weiße Haus des Exils"

Frido Mann, geboren 1940 in Monterey/Kalifornien, arbeitete nach dem Studium der Musik, der Katholischen Theologie und der Psychologie viele Jahre als klinischer Psychologe in Münster, Leipzig und Prag. Er lebt heute als Schriftsteller in München. Zuletzt sind von ihm erschienen „An die Musik. Ein autobiographischer Essay" und, zusammen mit Christine Mann, „Es werde Licht. Die Einheit von Geist und Materie in der Quantenphysik".

1942 bezog Thomas Mann sein neues Haus in Pacific Palisades. Es ist ein Refugium für den Schriftsteller gewesen, ein Treffpunkt des Exils und ein Ort der Geborgenheit für den Enkel. Im März 2018 kehrt Frido Mann auf den Spuren seiner Erinnerung zurück, kurz bevor das Haus von der Bundesregierung als Zentrum des transatlantischen Dialogs eröffnet werden soll. Frido Mann erinnert an das politische Engagement der Manns im Exil und sieht sich mit der Frage konfrontiert, welche Wirkung der offene Dialog heute – in Trumps Amerika – noch entfalten kann. Sein Essay ist ein radikales Plädoyer für Verantwortung und Verständigung in einer Zeit der globalen Krise.

 

 

Monika Rinck

Mittwoch, 8. Mai 2019  20 Uhr

Monika Rinck

liest aus

Champagner für die Pferde. Ein Lesebuch"

Monika Rinck, geboren 1969, lebt als Autorin in Berlin. Nach dem Abitur studierte sie Religionswissenschaft, Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Bochum, Berlin und Yale. Sie verfasst Lyrik, Prosa und Essays, die sie in verschiedenen Verlagen und zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlichte, und ist als Übersetzerin tätig. Sie lehrte u.a. am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und der Universität für angewandte Kunst in Wien und kuratierte im Jahr 2017 die POETICA III in Köln. Sie ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Akademie der Künste Berlin. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, aktuell ist sie Stipendiatin der Villa Aurora.

In »Risiko und Idiotie«, ihren hochgelobten »Streitschriften«, erzählt Monika Rinck an einer Stelle von Marilyn Monroe: Wie die berühmte Diva stets nur aus frisch geöffneten Champagnerflaschen und stets nur das erste Glas trank, so dass es immer Champagner für alle gab. Und nun sollen selbst die Pferde nicht leer ausgehen. Das umfangreiche Lesebuch, das die Autorin zusammen mit ihrer Verlegerin Daniela Seel zusammengestellt hat, steht ganz im Zeichen der Fülle: Gedichte, Essays und Kurzprosa aus mehr als zwanzig Jahren. Es geht um Witz und Literatur, um Liebe und Freundschaft, Schwimmen und Schlafen, Glück und Erschöpfung. Es geht ums Sammeln und Wegwerfen, um Poetik und Psychoanalyse, Vorsilben und Nachsätze und die Ekstase der Wiederholung. Ein opulentes, wildes Buch, ein Streifzug durch Monika Rincks Gesamtwerk und eine Feier der Poesie.

Verleihung des 1. Literaturpreises der Stadt Fulda

Dienstag, 14. Mai 2019 - 20 Uhr

Verleihung des 1. Literaturpreises der Stadt Fulda an Johanna Maxl

Mit dem „Debüt im Stadtschloss – Literaturpreis der Stadt Fulda" wird jährlich zum Abschluss der Lesereihe „Literatur im Stadtschloss" das Debüt des Jahres ausgezeichnet.. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Johanna Maxl liest aus

„Unser großes Album elektrischer Tage"

Johanna Maxl, geboren 1987 in Bayern, lebt als Autorin in Leipzig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und besuchte als Meisterschülerin die Klasse von Prof. Alba D’Urbano an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Zusammen mit dem Künstler Jakub Šimčik leitet sie die „Initiative Wort & Bild“. Johanna Maxl gehört zu den Autor*innen ihrer Generation, die mit Experimentierfreude dazu beitragen, die Grenzen einer Kunstform auszuloten und Verbindungen zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen zu schaffen. Ihre Texte finden vor allem an der Schnittstelle zur Kunst Anwendung, werden szenisch oder räumlich in Performances und Installationen inszeniert.

Auch ihr erstes Buch „Unser großes Album elektrischer Tage" kam noch im Erscheinungsjahr 2018 als Theaterprojekt der Gruppe James & Priscilla auf die Bühne. Von visuellen Eindrücken und Stilmitteln der filmischen Dokumentation geprägt ist auch ihr Romandebüt, das von der Suche nach Identitäten handelt. Kinder und Jugendliche kommen dort selbst zu Wort und beschreiben auf eindrucksvolle und unverstellte Weise ihre Lebenssituation, der eine bis dahin ordnende Instanz abhandengekommen ist – in diesem Falle offensichtlich eine plötzlich verschwundene Mutter.

Inger-Maria Mahlke

Dienstag, 21. Mai 2019 - 20 Uhr

Inger-Maria Mahlke

liest aus

„Archipel"

Inger-Maria Mahlke wuchs in Lübeck und auf Teneriffa auf, studierte Rechtswissenschaften an der FU Berlin und arbeitete dort am Lehrstuhl für Kriminologie. 2009 gewann sie den Berliner Open Mike. Ihr Debütroman "Silberfischchen" wurde ein Jahr später mit dem Klaus-Michael-Kühne-Preis ausgezeichnet. Für einen Auszug aus ihrem Roman "Rechnung" offen bekam sie beim Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis den Ernst-Willner-Preis zugesprochen; 2014 erhielt sie den Karl-Arnold-Preis der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Ihr Roman "Wie Ihr wollt" gelangte unter anderem auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises, den sie 2018 für den Roman "Archipel" dann erhielt. Inger-Maria Mahlke lebt in Berlin.

Ein großer europäischer Familienroman von der Peripherie des Kontinents: der Insel des ewigen Frühlings, Teneriffa. In "Archipel" führt die Autorin rückwärts durch ein Jahrhundert voller Umbrüche und Verwerfungen, großer Erwartungen und kleiner Siege. Es ist Julios Jahrhundert, das der Bautes und Bernadottes, der Wieses, der Moores und González' – Familiennamen aus ganz Europa. Aber da sind auch die, die keine Namen haben: Die Frau etwa, die für alle nur 'die Katze' war: unverheiratete Mutter, Köchin, Tomatenpackerin - und irgendwann verschwunden. Denn manchmal bestimmen Willkür, Laune, Zufall oder schlicht: mitreißende Erzählkunst über das, was geht, und das, was kommt.