Untere Naturschutzbehörde

Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen auch in Verantwortung für künftige Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich zu schützen. Das Rahmengesetz hierzu bildet das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und das Hessische Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (HAGBNatSchG).
Insbesondere nach deren Maßgabe sind Natur und Landschaft so zu schützen, dass

  1. die biologische Vielfalt,
  2. die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts einschließlich der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter sowie
  3. die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft

auf Dauer gesichert sind; der Schutz umfasst auch die Pflege, die Entwicklung und soweit erforderlich, die Wiederherstellung von Natur und Landschaft.

Zuständig für den Naturschutz und die Umsetzung des Naturschutzrechts sind die unteren Naturschutzbehörden. Diese sind damit auch die privilegierten Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger.  Die Aufgaben der unteren Naturschutzbehörden werden in den Landkreisen vom Kreisausschuss, in den Kreisfreien Städten und deren Städten wie im Falle bei der Stadt Fulda mit einer Einwohnerzahl von mehr als 50.000 vom Magistrat wahrgenommen. 

Schutzgebiete und Naturdenkmäler

Um uns auch in Zukunft an der Schönheit der Fuldaer Natur und Landschaften erfreuen zu können, muss unsere Umwelt geschützt und erhalten werden.

Besonders bedeutsame und seltene Naturbereiche werden streng geschützt und als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Hier steht die Natur an oberster Stelle. Die Landschaftsschutzgebiete sollen die Landschaft und ihre Lebensraumfunktionen schützen und erhalten, sie unterliegen jedoch auch der Nutzung durch den Menschen und ermöglichen eine erholsame Freizeitgestaltung. Im Fuldaer Stadtgebiet gibt es mehrere Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete. Als größtes Landschaftsschutzgebiet wurde die Fuldaaue mit ihren Seitenarmen in den vergangenen Jahren geschützt und kontinuierlich weiterentwickelt. Für die einzelnen Gebiete gibt es eine entsprechende Verordnung, die in der Geschäftsstelle der Unteren Naturschutzbehörde eingesehen werden kann.  Zusätzlich zu den Schutzgebieten existieren im Stadtgebiet noch drei FFH-Gebiete. Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich die Begriffe Fauna (Tiere), Flora (Pflanzen) und Habitat (Lebensraum) und ein europaweites Verbundsystem von Schutzgebieten für wildlebende Arten und deren Lebensräume. Die FFH-Gebiete in Fulda überschneiden sich mit einigen rechtskräftig ausgewiesenen Natur- und Landschaftsschutzgebieten.

Naturschutzgebiete im Fuldaer Stadtgebiet:

  • NSG "Fuldatal bei Lüdermünd" (5,2 ha)
  • NSG "Haimberg bei Mittelrode" (66,2 ha)
  • NSG "Zeller Loch" (4,8 ha)
  • NSG "Ziegeler Aue" (40 ha)
  • NSG "Horaser Wiesen" (60,5 ha)

Landschaftsschutzgebiete im Fuldaer Stadtgebiet:

  • LSG "Auenverbund Fulda" (646 ha)
  • LSG "Stadtkreis Fulda", bestehend aus Haubental (6,5 ha), Schnarrehohle (2,8 ha), Ratzegraben ( 1,2 ha) und Rote Hohle (0,9 ha)

FFH-Schutzgebiete im Fuldaer Stadtgebiet:

  • FFH-Gebiet " Zeller Loch"
  • FFH-Gebiet "Ziegeler Aue"
  • FFH-Gebiet "Obere und Mittlere Fuldaaue"

Eine Kartendarstellung der Schutzgebiete sowie gesetzlich geschützten Biotopen finden Sie unter:

http://natureg.hessen.de/Main.html

Naturdenkmäler

Als Naturdenkmal werden Landschaftselemente bezeichnet, die aufgrund Ihrer Seltenheit, Eigenart und Schönheit einen besonderen Schutz genießen. Im Fuldaer Stadtgebiet sind ausschließlich alte, besondere Bäume als Naturdenkmäler ausgewiesen. 

Katalog der Naturdenkmäler der Stadt Fulda, Stand 01.11.2018

Übersichtskarte der Naturdenkmäler der Stadt Fulda, Stand 01.11.2018

 

 

Eingriffe in Natur und Landschaft

Eingriffe in Natur und Landschaft sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz Veränderungen der Gestalt oder Nutzung von Grundflächen oder Veränderung des mit der belebten Bodenschicht in Verbindung stehenden Grundwasserspiegels sowie Eingriffe, die die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder des Landschaftsbilds erheblich beeinträchtignen.

Wer ein solches Vorhaben plant, benötigt im Regelfall eine Eingriffsgenehmigung. Grundsätzlich ist hier die Beeinträchtigung des Naturhaushaltes möglichst gering zu halten. Beeinträchtigungen sind gleichartig auszugleichen oder durch Ersatzmaßnahmen zu kompensieren.

Für die Eingriffs-/Ausgleichsplanung nach der Hessischen Kompensationsverordnung sind folgende Unterlagen mit einzureichen:

  • Bestandsplan mindestens im Maßstab M 1:500                                         3-fach 
  • Ausgleichsplan mindestens im Maßstab M 1:500                                       3-fach
  • Biotopwertbilanzierung                                                                           3-fach 
  • Begründung/Erläuterung in Textform                                                       3-fach 

 

Vorlage zur Biotopwertbilanzierung nach der Hessischen Kompensationsverordnung:

https://umwelt.hessen.de/umwelt-natur/naturschutz/eingriff-kompensation/kompensation

Checkliste_Hessische Kompensationsverordnung_Anlage 4

 

Stadtökologie

Parkanlagen und Grünflächen in städtischen Bereichen nehmen an Bedeutung für die heimische Tierwelt zu. Deshalb ist es wichtig, dass man auch die Artenvielfalt (Biodiversität) in der Stadt Fulda fördert. 

Engagierte Bürgerinnen und Bürger können sich durch Projekte aktiv einbringen und ihren Beitrag zum Naturschutz leisten. 

Aktuelle Projekte
  • Projekt zur Förderung des Gartenrotschwanzes im Stadtgebiet Fulda 2017
  • Fuldaer Stadthonig, beinhaltet die Förderung von Bienen im Stadtgebiet
  • Anlage von Blühflächen in Kitas und Grundschulen
  • Mehlschwalbenprojekt 2018