Geschichte der Auszeichnung

Seit 2019 wird jährlich der Literaturpreis der Stadt Fulda vergeben. Er würdigt das literarische Roman-Debüt der jeweiligen Buchsaison. Ermittelt wird die jeweilige Preisträgerin beziehungsweise der Preisträger von einer fünfköpfigen Jury aus Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie Literaturkritikerinnen und Literaturkritikern. Aus den Roman-Erstlingswerken küren sie das aus ihrer Sicht bemerkenswerteste Debüt.

 

Erste Preisträgerin des mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreises Fulda war 2019 Johanna Maxl für ihren Roman „Unser großes Album elektrischer Tage“. 2020 ging die Auszeichnung zu gleichen Teilen an Nadine Schneider für ihr Debüt „Drei Kilometer“ und an Olivia Wenzel für ihr Buch „1000 Serpentinen Angst“. Die Preisgelder wurden jeweils von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Fulda zur Verfügung gestellt.

Der Preisträger des Literaturpreises Fulda 2021

Timon Karl Kaleyta erhält Auszeichnung für
„Die Geschichte eines einfachen Mannes“

Der Literaturpreis der Stadt Fulda geht in diesem Jahr an den in Berlin lebenden Autor Timon Karl Kaleyta. Die mit einem Preisgeld von 10.000 Euro verbundene Auszeichnung würdigt sein Erstlingswerk „Die Geschichte eines einfachen Mannes“ als das bedeutendste Romandebüt der Buchsaison 2020/21. Der unabhängigen fünfköpfigen Jury gehörten Literaturkritikerin Insa Wilke, die Schriftsteller Frank Witzel und Jan Brandt, Autorin Verena Güntner und Literaturkritiker Christoph Schröder an.

Aus der Begründung der Jury:
In der Jury-Begründung heißt es, dass der Roman „Die Geschichte eines einfachen Mannes“ durch den satirischen Blick auf den Zeitgeist und die gesellschaftlichen Verhältnisse seit dem Ende der Ära Kohl überzeugt: „Die Erzählung von einer heutigen Hans-im-Glück-Figur staffelt Kaleyta ausgehend von popliterarischen Traditionen durch Bezüge in die Tiefe des literarischen Raums: Schelmenroman und expressionistische Hybris spielen ebenso eine Rolle wie die Melancholie Joseph Roths und das Engagement neusachlicher Sozialkritiker. Ein erster Roman, der ohne zynisch zu werden aus den erzählerischen Konventionen der neuen Ernsthaftigkeit ausbricht.

Zum Inhalt des Romans:
„Die Geschichte eines einfachen Mannes“ erzählt von dem einzigen Sohn einer Arbeiterfamilie, der sich auf ganz besondere Weise vom Schicksal erwählt fühlt. Erst als Helmut Kohl 1998 die Wahl verliert, beginnt diese Zuversicht zu bröckeln. Wird alles schlechter? Nach dem Abitur macht sich die Hauptfigur euphorisch und besorgt zugleich auf eine Reise nach ganz oben, erlebt beinah mit seiner Band den großen Erfolg, beginnt fast eine steile akademische Karriere und findet ebenso fast in der Liebe sein Glück. Gleichzeitig tänzelt er bei allem ständig am Abgrund. Wird für ihn am Ende alles gut, wie der Erzähler glauben macht?

Über den Autor:
Timon Karl Kaleyta (Jahrgang 1980) wuchs in Bochum auf, studierte in Bochum, Madrid und Düsseldorf Medienwissenschaften, Literatur und Soziologie und gehört zu den Gründern des Instituts für Zeitgenossenschaft IFZ. Mit seiner Band „Susanne Blech“, für die er die Songtexte schreibt und als Sänger auf der Bühne steht, hat er bislang vier Alben veröffentlicht und Hunderte von Konzerten gespielt. Als Autor arbeitet er unter anderem als Kolumnist für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ und ist als Drehbuch- und Fernsehautor tätig.

Die Verleihung des Literaturpreises der Stadt Fulda ist im Sommer geplant. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Jury-Mitglied Insa Wilke wird dann die Laudatio auf den diesjährigen Preisträger halten.