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Trauer um Ex-Stadtarchivarin Dr. Rita Wehner

Bleibende Verdienste um die Erforschung der Stadtgeschichte 

FULDA, 02 Februar 2026. Die Stadt Fulda trauert um die langjährige Stadtarchivarin Dr. Rita Wehner, die am 21. Januar im Alter von 93 Jahren verstorben ist. 22 Jahre – von 1976 bis 1998 – stand sie an der Spitze des Stadtarchivs und hat diesem mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Wissen und ihrem Engagement ihren Stempel aufgedrückt. 

Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld würdigte die bleibenden Verdienste Wehners: „Neben ihrer Pionierarbeit im Archiv, zu Beginn noch unter heute kaum vorstellbaren räumlichen Bedingungen, hat sich Frau Dr. Wehner insbesondere Verdienste um die Erforschung und Popularisierung der Stadtgeschichte erworben, unzählige Schulklassen führte sie durchs Archiv und war so eine wahre Geschichts-Vermittlerin zum Anfassen.“ Herausragend engagiert war sie unter anderem auch bei der Vorbereitung und Durchführung des Jubiläumsjahrs 1994 (1250 Jahre Fulda): „Wichtige Publikationen im Vorfeld der Feierlichkeiten, aber auch die Gestaltung des Festzugs wären ohne die Zuarbeiten von Frau Wehner und ihr Archiv kaum vorstellbar gewesen“, so Wingenfeld: „Unzähligen Nutzerinnen und Nutzern des Stadtarchivs ist sie als ebenso herzliche wie kompetente Lotsin durch die Fuldaer Geschichte und ihre Dokumente in Erinnerung geblieben.“

Auch der Fuldaer Geschichtsverein trauert um Frau Dr. Rita Wehner. „Als langjährige Stadtarchivarin hat sie sich um die Arbeit des Fuldaer Geschichtsvereins in hohem Maße verdient gemacht“, so die Würdigung vom 1. Vorsitzenden Gerhard Möller. Viele Arbeiten zur Fuldaer Stadt- und Landesgeschichte habe sie angeregt und begleitet. Von 1990 bis 2001 war sie Mitglied im Vorstand und hat ihr profundes Wissen und ihre große Erfahrung eingebracht. 2018 hat der Geschichtsverein ihr die Cuno-Raabe-Plakette verliehen. Bis ins hohe Alter hat sie die Erforschung der Fuldaer Geschichte mit nachhaltigem Interesse begleitet. Ihr Tod hinterlässt eine große Lücke. „Unsere Dankbarkeit bleibt über den Tod hinaus“, so Möller.

Dr. Rita Wehner wurde am 9. Januar 1933 als Tochter des Kaufmanns Eugen Wehner in Fulda geboren und wuchs in der Löherstraße auf. Nach dem Abitur an der Marienschule 1953 studierte sie in Marburg, Würzburg und Bamberg Geschichte, geschichtliche Hilfswissenschaften und Deutsche Volkskunde. Ihre Dissertation schrieb sie bei Prof. Otto Meyer in Würzburg über „Die mittelalterliche Gottesdienstordnung des Stiftes Haug in Würzburg“.    

Nach dem sie ihre Promotion aufgrund gesundheitlicher Probleme erst 1975 abschließen konnte, bewarb sie sich bei der Stadt Fulda – und wurde in der Nachfolge von Robert Pessenlehner, der die Archivtätigkeit noch nebenberuflich betrieben hatte, als erste Vollzeit-Archivarin eingestellt. Zu Beginn waren die sehr beengten Archivräume noch im Stadtschloss untergebracht, unter Dr. Wehners Leitung erfolgte dann der Umzug in die neuen Räume im Palais Buttlar und die Neustrukturierung der Sammlungen. Dort gestaltete sie auch den Aufbau eines Bildarchivs sowie auch die ersten Anfänge der Digitalisierung im Archivwesen mit. 

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