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Stadt Fulda trauert um Reinhold Schäfer

Verstorbener war mehr als 43 Jahre lang Mitglied städtischer Gremien

FULDA, 6. OKTOBER 2026:  Die Stadt Fulda trauert um den ehemaligen Stadtverordneten und Stadtrat Reinhold Schäfer, der am 3. Oktober im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Mehr als 43 Jahre lang gehörte er der Stadtverordnetenversammlung beziehungsweise dem Magistrat seiner Heimatstadt Fulda an und prägte mit seinem Weitblick und seiner großen Urteilskraft eine ganze Epoche der Stadtgeschichte mit. 1988 wurde er für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, seit 2001 trug er den Ehrentitel „Stadtältester“.

Schäfer wurde am 4. Mai 1936 in Fulda geboren und gehörte damit noch zu der Generation, welche die Schrecken des Zweiten Weltkriegs als Kind miterleben musste. Nach dem Abitur am Fuldaer Domgymnasium (Rabanus-Marus-Schule) im Jahr 1958 studierte er Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften an den Universitäten Frankfurt, Erlangen und Würzburg, bevor er 1966 nach dem Referendariat und den 2. Staatsexamen an der Fuldaer Winfriedschule Lehrer an seiner „alten“ Schule, dem Domgymnasium, wurde. Bis zu seiner Pensionierung blieb er als Oberstudienrat für die Fächer Deutsche, Geschichte und Gemeinschaftskunde seinem Domgymnasium treu.

Eine große Kontinuität und Verlässlichkeit zeichnete auch sein ehrenamtliches Engagement aus: Ob in der Kirchengemeinde St. Josef und später in der Pfarrei St. Paulus Ziehers-Nord, wo er jeweils im Pfarrgemeinderat aktiv war, ob als Vorstandmitglied in der DJK Buchonia Fulda, als Personalrat am Domgymnasium, als Schöffe am Landgericht Fulda oder auch in der Kommunalpolitik – überall war sein Ehrenamt kein kurzfristiges „Projekt“, sondern ein auf Dauer angelegtes Engagement.

In seiner Partei, der CDU, war er bereits seit 1961 als Mitglied der Jungen Union aktiv, 1968 wurde er zum ersten Mal in die Stadtverordnetenversammlung gewählt und erlebte dort gleich in der ersten Periode die bewegten Zeiten der Gebietsreform hautnah mit. Von 1972 bis 1985 fungierte er als Vorsitzender des Ausschusses für Jugend, Sport und Familie, von 1985 bis 2001 stellte er als CDU-Fraktionsvorsitzender wichtige Weichen in der Stadtpolitik. Parallel war er von 1974 bis 1977 auch Mitglied des Fuldaer Kreistags. Zum Ausklang seiner langen kommunalpolitischen Karriere ließ es sich von 2001 bis 2011 noch einmal zehn Jahre lang als ehrenamtliches Mitglied des Magistrats (Stadtrat) in die Pflicht nehmen, wobei auch die dieses Gremium von seinem Erfahrungsschatz und politischen Instinkt profitierten konnte.  

Seine besondere Leidenschaft galt nicht zuletzt dem Sport: Nicht nur im Sportausschuss und als Vorstandsmitglied der Buchonia, sondern auch als Co-Autor des Buches „Sportstadt Fulda“, das 2008 in der Reihe „Dokumentationen zur Stadtgeschichte“ erschienen ist, hat er das kollektive Gedächtnis der Stadt mit Fakten und lesenswerten Episoden zur Sporthistorie bereichert und so auch hier bleibende Spuren hinterlassen.

Die Stadt Fulda wird Reinhold Schäfer ein ehrendes Andenken bewahren. Das Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Ursula, den beiden Söhne mit Schwiegertöchtern sowie den fünf Enkelkindern.