Veranstaltungsreihen
Literatur im Stadtschloss
Geschichte der Lesereihe - Lesungen 2026
Die Lesungen im Rahmen von „Literatur im Stadtschloss“ begeistern seit über drei Jahrzehnten ein interessiertes Publikum. Die von Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger 1993 ins Leben gerufene Reihe wartet Jahr für Jahr mit hochklassigen Autorinnen und Autoren auf und macht Begegnungen mit ausgezeichneten Dichtern und Denkern, Essayisten und Erzählern möglich.
Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass und Hertha Müller, die 2009 ebenfalls mit der höchsten Auszeichnung für Literaten geehrt wurde, waren in Fulda zu Gast. Ebenso finden sich viele Georg-Büchner-Preisträger in der langen Liste berühmter Literaten, die im Stadtschloss Passagen aus ihren Werken präsentierten – darunter Hanns-Josef Ortheil. Er las 1993 als erster Autor der Reihe und erfreute 2017 erneut das Publikum im Fürstensaal.
Das aktuelle Programm
Die Reihe erfährt in diesem Jahr ihre 35. Auflage und wird gefördert von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Fulda, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und Parzellers Buchverlag GmbH & Co KG, Fulda. Der Besuch der Lesungen ist kostenfrei. 2026 stehen sechs Lesungen und zum traditionellen Abschluss die Verleihung des Literaturpreises Fulda auf dem Programm. Alle Veranstaltungen beginnen jeweils um 19:00 Uhr.
Navid Kermani wird „Literatur im Stadtschloss“ 2026 am Mittwoch, 25. März, eröffnen. Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller, der unter anderem mit dem Kleist-Preis, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, dem Hölderlin-Preis und dem Thomas-Mann-Preis geehrt wurde und für seine bemerkenswerten Beiträge zum Dialog zwischen Religionen und Kulturen 2023 den Winfried-Preis der Stadt Fulda erhielt, liest aus seinem Roman „Sommer 24“ (Hanser).
Nadine Schneider, für ihren Debütroman „Drei Kilometer“ 2020 mit dem Literaturpreis Fulda gewürdigt, las 2021 beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt und veröffentlichte noch im selben Jahr ihr zweites Buch „Wohin ich immer gehe“. Mit ihrem dritten Roman „Das gute Leben“ (S. Fischer) ist Nadine Schneider am Mittwoch, 15. April, im Fürstensaal zu Gast.
Bodo Kirchhoff präsentiert dort am Dienstag, 21. April, Auszüge aus seinem Roman „Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt“ (dtv). Der Schriftsteller wurde nach seinen vielfach gefeierten Romanen „Die Liebe in groben Zügen“ und „Verlangen und Melancholie“ 2016 für seine Novelle „Widerfahrnis“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. 2019 erhielt er die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt.
Lena Gorelik, die im März auf der Leipziger Buchmesse den Preis der Literaturhäuser 2026 erhält, liest am Mittwoch, 13. Mai, aus ihrem aktuellen Buch „Alle meine Mütter“ (Rowohlt). Ihr Roman „Hochzeit in Jerusalem“ war für den Deutschen Buchpreis nominiert, „Mehr Schwarz als Lila“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis. Regelmäßig schreibt die Autorin Essays zu gesellschaftlichen Themen und wurde 2024 mit dem Heinrich-Mann-Preis für Essayistik ausgezeichnet.
Angela Steidele, die am Mittwoch, 20. Mai, ihren Roman „Ins Dunkel“ (Suhrkamp) vorstellt, hat sich als Autorin von Sachbüchern und Romanen einen Namen gemacht. Für „Rosenstengel“ erhielt sie den Bayerischen Buchpreis, „Aufklärung. Ein Roman“ war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Klopstock-Preis für neue Literatur gewürdigt.
Ronya Othmann ist am Dienstag, 26. Mai, mit ihrem Buch „Rückkehr nach Syrien. Eine Reise durch ein ungewisses Land“ (Rowohlt) zu Gast. Für ihr bisheriges Schaffen erhielt die Autorin zahlreiche Ehrungen, unter anderem war ihr zweiter Roman „Vierundsiebzig“ für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde unter anderem mit dem Düsseldorfer Literaturpreis sowie dem Erich-Loest-Preis gewürdigt.
Anja Gmeinwieser steht am Mittwoch, 3. Juni, im Fürstensaal im Mittelpunkt. Die Autorin wird an diesem Abend für ihren Debütroman „Wir Königinnen“ (Berlin Verlag) mit dem Literaturpreis Fulda 2026 ausgezeichnet. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält Jury-Mitglied und Literaturkritikerin Julia Schröder. Anja Gmeinwieser wird im Rahmen des Verleihungsabends Auszüge aus „Wir Königinnen“ präsentieren.
Alle Termine finden Sie im Veranstaltungskalender
Mehr Informationen zu den literarischen Gästen und ihren Büchern finden Sie im Flyer „Literatur im Stadtschloss“ 2026
Literaturpreis Fulda
Preisträgerin des Literaturpreises Fulda 2026
Den Literaturpreis Fulda 2026 erhält Anja Gmeinwieser. Die Autorin wird für ihren Debütroman „Wir Königinnen“ ausgezeichnet, der am 27. Februar 2026 im Berlin Verlag erscheint. Ihr Erstlingswerk würdigte die unabhängige fünfköpfige Jury als das literarisch bedeutendste Romandebüt der Buchsaison Herbst 2025/Frühjahr 2026. Verbunden mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 10.000 Euro.
Die Verleihung findet am Mittwoch, 3. Juni 2026, um 19 Uhr im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses statt. Die Laudatio hält Jury-Mitglied Julia Schröder.
Die diesjährige Jury des Literaturpreises Fulda setzt sich zusammen aus den Schriftstellerinnen Anna Yeliz Schentke und Zsuzsa Bánk, der Literaturkritikerin Julia Schröder, dem Schriftsteller Christoph Peters und dem Literaturkritiker Christoph Schröder. Organisiert wurde der Wettbewerb im Auftrag der Stadt Fulda und in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt von Silke Hartmann von der Agentur „Kulturperle – Kommunikation und Kulturmanagement“.
Die Begründung der Jury:
„Anja Gmeinwieser ist mit ihrem Roman ,Wir Könniginnen‘ das Kunststück gelungen, eine coole Roadnovel mit einer ebenso zarten wie wilden Liebesgeschichte zu verbinden, dabei zugleich von Ausbeutung und prekären Arbeitsbedingungen in der brutalen Welt internationalisierter Tiertransporte zu erzählen, ohne je in wohlfeilen Aktivismus zu verfallen: Zwei Frauen – eine Fernfahrerin, die sich und ihr Kind durchbringen muss, und eine junge Lehrerin, die zwar alles hat, aber trotzdem nicht klarkommt in ihrem Leben – versuchen eine Herde Kühe in einem Lkw in die Türkei zu bringen, während die Gluthitze des Sommers das Überleben der Tiere im engen Laderaum zunehmend gefährdet. In einer Sprache die lakonisch, punktgenau und immer wieder von groteskem Humor durchzogen ist, nimmt Anja Gmeinwieser uns mit auf diese spannende, absurde, oft anrührende und manchmal auch todtraurige Reise quer durch Europa. Sie beschönigt nichts und gibt doch am Ende die Hoffnung nicht auf.“
Zum Inhalt des Romans:
Eine Frau wandert durch die piemonteser Alpen, ihre kreisenden Gedanken finden keine Ruhe. Da kreuzt die pragmatische Lkw-Fahrerin Anna mit einer Ladung trächtiger Kühe ihren Weg. Aus einem spontanen „Ich fahre mit“ wird eine gemeinsame Reise Richtung Türkei. Zwischen Staub und Hitze ringen die ungleichen Frauen um Verständigung: Ihre Gespräche, unterstützt von einem zuweilen halluzinierenden Handy-Übersetzer, entdecken die Poesie im Alltäglichen. Anna jongliert Mutterrolle und Beruf, während ihre schweigsame Begleiterin sich in Zweifeln verliert. Ein Tag am See bringt kurzzeitige Harmonie, doch der Tod eines Rindes wirft Schatten voraus. An der EU-Außengrenze, wo Kühe und Träume stranden, mündet ihre Odyssee schließlich in einen Akt der Befreiung.
Über die Autorin:
Anja Gmeinwieser, geboren 1989 in Mainburg, hat Soziale Arbeit sowie Politik-, Theater- und Medienwissenschaften in München und Erlangen studiert. 2018/19 war sie auf der Shortlist des Wortmeldungen-Förderpreises, 2022/23 Teilnehmerin der Romanwerkstatt des Literaturhauses München und 2023 Finalistin beim Wettbewerb open mike. Sie lebt in der Nähe von Nürnberg und arbeitet als Sozialarbeiterin in der stationären Jugendhilfe. „Wir Königinnen“ ist Anja Gmeinwiesers Debütroman.
Geschichte der Auszeichnung
Seit 2019 wird jährlich der Literaturpreis der Stadt Fulda vergeben. Er würdigt das literarische Romandebüt der jeweiligen Buchsaison. Ermittelt wird die Preisträgerin beziehungsweise der Preisträger von einer fünfköpfigen Jury aus Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie Literaturkritikerinnen und Literaturkritikern. Aus den Erstlingswerken küren sie das aus ihrer Sicht bemerkenswerteste Debüt.
Erste Preisträgerin des mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreises Fulda war 2019 Johanna Maxl für ihren Roman „Unser großes Album elektrischer Tage“. 2020 ging die Auszeichnung zu gleichen Teilen an Nadine Schneider für ihr Debüt „Drei Kilometer“ und an Olivia Wenzel für ihr Buch „1000 Serpentinen Angst“. 2021 wurde Timon Karl Kaleyta für „Die Geschichte eines einfachen Mannes“ ausgezeichnet. Preisträger 2022 war Edgar Selge für seinen Debütroman „Hast du uns endlich gefunden“. Im Juni 2023 nahm Silke Stamm im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses den Literaturpreis Fulda für ihren Band „Hohe Berge“ entgegen. Der Literaturpreis Fulda 2024 ging an Konstantin Ferstl für „Die blaue Grenze“. 2025 wurde Ricarda Messner für ihr Debüt „Wo der Name wohnt“ gewürdigt.
Die Preisgelder der bisher verliehenen Auszeichnungen wurden von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Fulda zur Verfügung gestellt, die Hauptsponsor des Literaturpreises Fulda ist.
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Leseland Hessen
Literaturfestival für kleine und große Bücherfans
In zeitlicher Nähe zur Frankfurter Buchmesse initiiert das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur die schon zur Tradition gewordene Reihe „Leseland Hessen“. Sie bietet von Anfang September bis Ende Oktober landesweit eine Fülle von Veranstaltungen. Zum 22. Mal in Folge beteiligte sich die STADT FULDA – DIE KULTURSTADT 2025 an dem Literaturfestival, bei dem bekannte Autorinnen und Autoren ebenso ihren Platz haben wie junge Talente.
Kleine und große Bücherfans in und um Fulda erlebten ein abwechslungsreiches Programm. 28 nicht öffentliche Lesungen an Schulen in Stadt und Landkreis Fulda weckten bei Kindern und Jugendlichen die Lust am Lesen und die Freude an Literatur. Zudem gaben sechs Abendveranstaltungen in der Kapelle des Vonderau Museums Fulda dem Publikum die Gelegenheit, Schriftstellerinnen und Schriftstellern zu begegnen und ihnen beim Lesen aus ihren neuen Büchern zu lauschen. Der Eintritt zu den Lesungen war wie immer für das Publikum kostenfrei.
Veranstaltungen im Rahmen des Literaturfestivals „Leseland Hessen“ finden mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2 kultur statt und werden in Fulda darüber hinaus seit Jahren gefördert durch die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Fulda. Im Herbst 2026 startet die Neuauflage des beliebten Literaturfestivals.
Domplatzkonzerte
Domplatzkonzerte in Fulda
Ein einmaliges Ambiente bietet die prächtige Domkulisse mitten im Barockviertel Fuldas.
Die Reihe der Domplatzkonzerte wurde in den 90er Jahren mit Montserrat Caballé und José Carreras begründet. Inzwischen hat sich daraus ein jährliches Großevent mit mehreren Veranstaltungen im Sommer entwickelt, das pro Konzert bis zu 10.000 Besucher anzieht. In den vergangenen Jahren bereitete der Domplatz Künstlern wie Elton John, Amy Mc Donald, Sting, Andreas Gabalier, den Skorpions, André Rieu, Avantasia, Sarah Connor und Roland Kaiser die Bühne.
Ein besonderes Highlight bildete im August 2019 die Aufführungsreihe des Musicals „Bonifatius“ (Spotlight Musicals Fulda), das im Rahmen des Fuldaer Stadtjubiläums mit großem Chor und Orchester, Leinwänden und beeindrucken Illuminationen des Doms - restlos ausverkauft- aufgeführt wurde.
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Kultur.findet.Stadt
Die Veranstaltungsreihe “Kultur.findet.Stadt” entstand im Jahr 2021, als aufgrund der Corona-Pandemie zahlreiche größere Kulturformate nicht stattfinden konnten. Inzwischen ist das Format im fest etabliert und findet jeden Sommer ein begeistertes Publikum. Das Programm ist vielseitig und bietet Platz für verschiedenste Musikstile und Comedy-Formate. Im stimmungsvollen Museumshof kann man den Künstlerinnen und Künstlern ganz nahe kommen.
Pianale Piano Festival 2026
Das “Pianale Piano Festival - Fulda beflüget” gehört zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt Fulda und seiner Umgebung. Während der zwei Festival-Wochen vom 21. Juli bis 4. August kommen alle Klavierfans und Konzertbesucher*innen in den Genuss von elf Konzerten, die in historischen Schlössern und Räumlichkeiten von einzigartigem Ambiente in und um Fulda stattfinden.
Die Konzertreihe gestalten bis zu 34 ausgewählte junge Pianist*innen aus der ganzen Welt. Sie versammeln sich zur 19. Pianale International Academy & Competition in Fulda, erhalten Profi-Unterricht von 7 international renommierten Klavierprofessor*innen und qualifizieren sich während des Pianale Piano Festival für ein Halbfinale und Finale.
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Werk & Wein
Eventreihe mit Kunst-, Musik- und Weingenuss
Seit 2023 lädt „Werk & Wein“ während der Sommermonate einmal im Monat zur VILLA Franz Erhard Walther an der Pauluspromenade 4 ein. Hier wird seit Ende 2022 das Frühwerk des international renommierten Künstlers Franz Erhard Walther gezeigt. Die Ausstellung umfasst eine Auswahl seiner ersten Hauptwerke sowie eine Vielzahl von experimentellen Arbeiten aus den späten 1950er und Anfang der 1960er Jahre. Hinzu kommen regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen.
Jeweils Samstags Nachmittags laden auf dem ansprechend gestalteten Vorplatz der VILLA Live-Jazzmusik und eine Vinothek Kunstinteressierte und Genießer zum gemütlichen Verweilen ein. In dieser Zeit haben alle Gäste die Möglichkeit, die Ausstellung in der VILLA kostenlos zu besuchen.
Die Termine finden sich auf der Website Villa FEW.com