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Anja Gmeinwieser erhält Literaturpreis Fulda 2026

„Wir Königinnen“: Bemerkenswertestes Romandebüt der Buchsaison Herbst 2025/Frühjahr 2026

FULDA, 03. Juni 2026:  Im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses hat Anja Gmeinwieser Anfang Juni aus den Händen von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld den Literaturpreis Fulda 2026 entgegengenommen. Die Autorin wurde für ihren Debütroman „Wir Königinnen“ (Berlin Verlag) ausgezeichnet. Ihr Erstlingswerk würdigte die fünfköpfige Jury als das literarisch bedeutendste Romandebüt der Buchsaison Herbst 2025/Frühjahr 2026. Verbunden mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 10.000 Euro. Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt als Jury-Mitglied Julia Schröder. Sie gratulierte Anja Gmeinwieser zu diesem „geglückten und beglückenden Romanerstling“ und betonte: „,Die Königinnen‘“, das ist klug gemachtes und immer wieder überraschendes Erzählkino, ebenso spannend wie menschlich.“ 

Die diesjährige Jury des Literaturpreises Fulda setzte sich zusammen aus den Schriftstellerinnen Anna Yeliz Schentke und Zsuzsa Bánk, der Literaturkritikerin Julia Schröder, dem Schriftsteller Christoph Peters und dem Literaturkritiker Christoph Schröder. Organisiert wurde der Wettbewerb im Auftrag der Stadt Fulda und in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt von Silke Hartmann von der Agentur „Kulturperle – Kommunikation und Kulturmanagement“.

Begründung der Jury 

In der Begründung der Jury heißt es: „Anja Gmeinwieser ist mit ihrem Roman ,Wir Könniginnen‘ das Kunststück gelungen, eine Roadnovel mit einer ebenso zarten wie wilden Liebesgeschichte zu verbinden, dabei zugleich von Ausbeutung und prekären Arbeitsbedingungen in der brutalen Welt internationalisierter Tiertransporte zu erzählen, ohne je in wohlfeilen Aktivismus zu verfallen… In einer Sprache die lakonisch, punktgenau und immer wieder von groteskem Humor durchzogen ist, nimmt Anja Gmeinwieser uns mit auf diese spannende, absurde, oft anrührende und manchmal auch todtraurige Reise quer durch Europa. Sie beschönigt nichts und gibt doch am Ende die Hoffnung nicht auf.“

Inhalt des Romans

Der Inhalt des Romans kreist um eine Zufallsbekanntschaft: Eine Frau wandert durch die piemonteser Alpen, ihre kreisenden Gedanken finden keine Ruhe. Da kreuzt die pragmatische Lkw-Fahrerin Anna mit einer Ladung trächtiger Kühe ihren Weg. Aus einem spontanen „Ich fahre mit“ wird eine gemeinsame Reise Richtung Türkei. Zwischen Staub und Hitze ringen die ungleichen Frauen um Verständigung: Ihre Gespräche, unterstützt von einem zuweilen halluzinierenden Handy-Übersetzer, entdecken die Poesie im Alltäglichen. Anna jongliert Mutterrolle und Beruf, während ihre schweigsame Begleiterin sich in Zweifeln verliert. Ein Tag am See bringt kurzzeitige Harmonie, doch der Tod eines Rindes wirft Schatten voraus. An der EU-Außengrenze, wo Kühe und Träume stranden, mündet ihre Odyssee schließlich in einen Akt der Befreiung.

Im Rahmen der Verleihung dankte die Autorin unter anderem ihrer Agentin Caterina Schäfer und Kristina Koehler vom Berlin Verlag, die beide ebenfalls nach Fulda gekommen waren, für die Unterstützung: Anja Gmeinwieser, geboren 1989 in Mainburg, hat Soziale Arbeit sowie Politik-, Theater- und Medienwissenschaften in München und Erlangen studiert. 2018/19 war sie auf der Shortlist des Wortmeldungen-Förderpreises, 2022/23 Teilnehmerin der Romanwerkstatt des Literaturhauses München und 2023 Finalistin beim Wettbewerb open mike. Sie lebt in der Nähe von Nürnberg und arbeitete zuletzt als Sozialarbeiterin in der stationären Jugendhilfe. 

Hauptsponsor des Literaturpreises Fulda ist von Beginn an die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Fulda, die das Preisgeld bereitstellt.