Siglinde Kallnbach „a performancelife“ und Jürgen Raap „Wunder der Anatomie“

1. Dezember 2022 bis 5. Februar 2023
Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 30. November 2022 um 19.00 Uhr
Eintritt: 3,00 € / 2,00 € ermäßigt, beinhaltet den Eintritt in die Naturkundeabteilung

Siglinde Kallnbach stammt aus Tann/Rhön, studierte in Kassel und lebt heute als Künstlerin in Köln.
Jürgen Raap lebt und arbeitet in Köln als bildender Künstler und Kulturjournalist.

Siglinde Kallnbach präsentiert in dieser Ausstellung ihr lebenslanges Kunstprojekt „a performancelife“. Sie sammelt auf Leinwänden unterschiedlicher Größe, Textilien und anderen Bildträgern Unterschriften oder kurze Statements zur Bekundung von Mitgefühl: Ursprünglich, ab 2000, ging es um Empathie und Solidarität mit Krebskranken, später erweiterte sie das Projekt auf andere Opfer, nämlich die von Naturkatastrophen, Kriegen, die Opfer von Terroranschlägen oder der Corona-Pandemie. Diese Objekte in orginaler und in transformierter Form schickt sie an Betroffene bzw. deren Familien oder stellvertretend an Repräsendanten betroffener Regionen sowie an Helfer. Im Zusammenhang der Terroranschläge z.B. an Städte wie Paris, Nizza, Brüssel-Molenbeek, Berlin oder London. Dieses Projekt sowie ihre gesamtes Werk setzt sich in komplexer Weise mit politischer und gesellschaftlicher Gewalt und dem Gegenpol Empathie und Solidarität auseinander. Aufgrund ihrer Arbeit wurde die Künstlerin Opfer sowohl rechter als auch linker Gewalt.

Jürgen Raaps Malerei mit Acryl-Öl-Bildern stehen in der Tradition eines surreal-phantastischen Realismus. Der Obertitel „Wunder der Anatomie“ und die Motive beziehen sich auf die Kunst- und Wunderkammern als Vorläufer der heutigen Museen und auf die Schausammlungen zur Anatomie, Ethnologie und Naturkunde in Universalmuseen. Manche Exponate reflektieren auch die Performances von Siglinde Kallnbach, übersetzen anhand von Fotovorlagen zeitbasierte Kunst in Malerei. Kombiniert wird diese Ikonografie bisweilen mit Anspielungen auf die trivialen Kuriositätenkabinette auf den Rummelplätzen früherer Epochen und mit Bildhintergründen, die Rhönlandschaften oder urzeitliche Landschaften darstellen, die von Reptilien bevölkert werden.

Presseartikel:

Trost in der Katastrophe: Über die Kunst, Menschen mitfühlen zu lassen - Osthessen-News vom 1. Dezember 2022

Doppelausstellung im Vonderau Museum – Wingenfeld: Einzigartig - Osthessen-Zeitung vom 1. Dezember 2022