BÜRGERINFORMATION GARTENSCHAUFORUM „RUND UM DEN TIERGARTEN“

Information zur Umgestaltung und Erweiterung des Tiergartens / Grüner Lückenschluss zwischen den Stadtteilen Neuenberg und Fulda Galerie

Die Sanierung und Umgestaltung des Heimattiergartens stand im Fokus des geplanten „Gartenschauforums“ vom 27.10.2020. Dabei sollten die angrenzenden Maßnahmen der Landesgartenschau mit dem „Garten am Sprengelsrasen“ und die verkehrstechnischen Projekte der Stadt zur Verbesserung der Nahmobilität mit betrachtet und erläutert werden. Leider verhinderten die kurzfristig erlassenen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nun schon das zweite Mal die Durchführung. Die wichtigsten Informationen, die die Planer und beteiligten Fachleute gerne persönlich übermittelt hätten, haben wir daher hier für Sie zusam-mengefasst.

Die Sanierung und Erweiterung des Heimattiergartens Neuenberg mit neuen Gebäuden und veränderten Zugangswegen, einem modifizierten Mensch-Tier-Begegnungskonzept und seiner Bedeutung für das Freizeitangebot in der Region ist neben der Neuanlage des „Garten am Sprengelsrasen“ zentraler Bestandteil der durchgehenden Grünverbindung von der Fulda-Galerie zum Naherholungsgebiet Aueweiher. Möglich macht diese Anbindung die neue Brücke über die Sickelser Straße und die Anlage von Rad- und Fußwegen rund um den Tierpark. Die einzelnen Maßnahmen werden im Folgenden näher erläutert:

Heimattiergarten in Fulda-Neuenberg

Der Heimattiergarten in Fulda erhält ein neues Gesicht. Während heute neben verschiedenen Vogelarten vor allem Nutztierarten, aber auch Wildtiere und Exoten durch den Heimattiergarten e.V. Fulda-Neuenberg betreut werden, orientiert sich der künftige Tierbestand vor allem an der neuen Konzeption als zertifizierter Mensch-Tier-Begegnungsort. Das Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere und die Mög-lichkeit der „hautnahen“ Begegnung mit Tieren als Individuen stehen künftig im Mittelpunkt. Der Tiergarten wird als wichtiges Angebot der Umweltbildung weiterent-wickelt und kooperiert dazu verstärkt mit dem „Umweltzentrum Fulda - Zentrum für Nachhaltigkeit, Gartenkultur und Tierpädagogik e.V."

Um diese neuen Anforderungen erfüllen zu können, wird der Tiergarten von ca. 1,8 ha auf ca. 3,8 ha erweitert. Neben der Vergrößerung der Weideflächen und der Umstrukturierung von Gehegen und Wegeverbindungen, wird auch der Zugang über die beiden Eingänge am Landwehrweg sowie von der Sickelser Straße aus neu geregelt. Mit dem Neubau eines Wirtschafts- und eines Funktionsgebäudes verbunden ist auch die Schaffung der nötigen Leitungsinfrastruktur. Dafür wurde bereits im Sommer 2019 mit dem Bau eines neuen Entwässerungskanals begonnen. Der Naturraum der Schnarrehohle wird weitgehend von der alten, unstrukturierten Bebauung befreit. Um barrierefrei von der Erweiterungsfläche nördlich des Tälchens zum Besucherzentrum im Süden zu gelangen, wird im Tiergarten ab Herbst 2020 ein zwei Meter breiter und ca. 33 m langer Fußgängersteg errichtet. Die behindertengerechte Erschließung innerhalb des Tiergartens ist nicht überall möglich, jedoch soll ein aufgeständerter Weg eine barrierefreie Verbindung zwischen „Oben“ und dem Talboden ermöglichen.

Die wertvollen Bestandsbäume werden erhalten, die neue Vegetation berücksichtigt Klimabaumarten, Erosionsschutz sowie gebietsheimisches Saatgut.

Die geplanten Spielelemente nehmen Bezug auf die hier lebenden Tiere, Ausstat-tungsgegenstände und Mobiliar sind kindgerecht, langlebig und auch für Menschen mit Sehbehinderung gut erkennbar. So ist bis zum Frühjahr 2023 ein Areal in Entstehung, das wirklich für Mensch und Tier Bereiche für Begegnung ebenso wie für Rückzug und Beobachtung bereithält.

Die Sanierung des Tiergartens Fulda ist die größte Maßnahme des Förderprogramms „Zukunft und nachhaltige Entwicklung“ (ehemals Zukunft Stadtgrün) und beinhaltet neben der Erweiterung und Neugestaltung der Freiflächen auch den Neubau eines Wirtschaftshofes und eines Haupteingangsgebäudes (Torhaus).

Wirtschaftsgebäude

Das Wirtschaftsgebäude wird im neuen Erweiterungsteil des Tiergartens am Landwehrweg realisiert. Das Gebäude nimmt einen Tierunterstand mit Quarantänestation auf, des Weiteren sind ein Gerätelager, eine Werkstatt sowie ein Futtermittel- und Einstreulager und ein zentraler Misthaufen geplant. Im Torbereich wird eine Kasse mit Zugangskontrolle integriert, um über die neue Brücke überm Engelshaus den Zugang zum Tiergarten auch von dieser Seite zu ermöglichen.

Das lang gestreckte, eingeschossige Gebäude in Holzrahmenbauweise wird auf einer Stahlbetonbodenplatte gegründet. Die Wandungen im Bereich des Misthaufens und des Tierunterstandes sowie der Quarantänestation werden bis 1,50 m Höhe ebenfalls in Stahlbeton ausgeführt. Das Satteldach erfolgt als leicht geneigte Holzkonstruktion von 4-6° und wird mit einer extensiven Begrünung sowie aufgeständerten Photo-voltaikanlage versehen. Die Fassade erhält eine vertikale, anthrazitgraue Holzver-kleidung. Sämtliche Toröffnungen und Türen werden in der gleichen Materialität aus-geführt und flächenbündig in die Fassade integriert.

Aufgrund der Lage und der Ausbildung eines kleinen Platzes am Anfangspunkt der Brücke überm Engelshaus kommt dem Wirtschaftsgebäude neben der funktionalen auch eine wichtige raumgliedernde Bedeutung zu. Der prismenförmige Baukörper stellt eine Zäsur zum sich dahinter öffnenden Tierpark dar, gleichzeitig vermittelt er aber im Zusammenspiel mit dem vorgelagerten Platz die Verbindung zur Brücke und dient für die Besucher als Entrée.

Die Bauarbeiten haben im September 2020 begonnen und sollen bis zum März 2021 abgeschlossen werden. Danach können die alten, im Gelände verteilten baulichen Einheiten abgebrochen werden, um Raum für die Umgestaltung des Tierpark-geländes zu schaffen.

Funktionsgebäude

Das Funktionsgebäudestellt in Form eines Torhauses den Haupteingang zum Tiergartengelände dar. Städtebaulich übernimmt das Gebäude eine Scharnier-funktion. Es vermittelt zwischen der Zuwegung von der Sickelser Straße und dem neuen Park und bildet gleichzeitig einen schützenden Rücken zur Hohle sowie dem zentralen Eintritt in den Tiergarten.

In der Mitte des Gebäudes bzw. am Schnittpunkt beider Gebäudeflügel liegt der Haupteingang, von dessen Foyer der Besucher über einen Kassen- und Shoptresen und einer integrierten Zugangskontrolle auf direktem Weg in den Tiergarten gelangt. Vom Foyer erreicht man die im 1. Obergeschoss liegenden zentralen WC-Anlagen sowie die Mitarbeiter-Büros. Das Behinderten-WC liegt im Erdgeschoss. Im westlichen Flügel ist der Bistrobereich mit Anlieferung und erforderlichen Arbeits- und Lagerräumen untergebracht. Der östliche Gebäudeflügel nimmt das Warmhaus und die Außenvolieren für die Papageien sowie verschiedene Funktionsräume wie Umkleidebereiche, sanitäre Einrichtungen, Lager und die Anlieferung auf.

Die Schnittstelle des Gebäudes (Foyer) wird als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt, die beiden Seitenflügel als Holzrahmenbauweise. Das asymmetrisch angeordnete Satteldach liegt als lang gestreckte Form im Landschaftsraum. Die Dachflächen mit einer Dachneigung von ca. 8°-11° werden extensiv begrünt und in Abhängigkeit vom Energiekonzept mit einer Photovoltaikanlage bestückt. Energetisch wird eine Beheizung mit Erdwärme favorisiert. Die Fassade wird analog der Verkleidung des Wirtschaftsgebäudes mit vertikalen, anthrazitgrauen Holzprofilleisten ausgeführt.

Nach der Herstellung der Versorgungsleitungen beginnen die Arbeiten für das Torhaus im Frühjahr 2021, die Fertigstellung ist für den Sommer 2022 geplant.

Durch das neue Funktionsgebäude mit Bistro und Biergarten, den Spielplatz und die neue Grünanlage erfährt der Tiergarten eine enorme Aufwertung und es entsteht an dieser Stelle städtebaulich und landschaftlich ein neuer Aufenthalts- und Begegnungsort.

Spielplatz

Der Spielplatz am Tierpark ist Teil des Vorplatzes, der sich in Richtung Parkanlage öffnet und neben der Eingangsfunktion auch noch eine als Biergarten nutzbare Freifläche beinhaltet. Die individuelle Gestaltung des Spielplatzes spielt in abstrahierter Form mit dem Thema „Acker“ und nimmt damit unmittelbaren Bezug zu den umlie-genden landwirtschaftlichen Flächen. In einer stilisierten Jahresabfolge erinnern fünf aneinandergrenzende Bereiche durch abwechselnd hoch und tief liegende Flächen an die Furchen eines gepflügten Feldes. Im ersten Abschnitt soll eine große Sandfläche mit verstreuten großen Steinen den brachliegenden Acker darstellen. Im Anschluss befindet sich ein Streifen mit verschiedenen Wasserspielen, die den Regen symbo-lisieren, der die aufgehende Ansaat wachsen lässt. Die „Halme“ des hochstehenden Getreides finden sich im dritten Bereich als buntes, hölzernes Stangenlabyrinth wieder, das Kinder zum Verstecken, Klettern und Balancieren einladen soll. Ein Großklettergerät in Anlehnung an aufeinander gestapelte runde Strohballen fördert Geschicklichkeit und fordert den Mut, sich immer höher zu wagen und zunehmend schwierigere Passagen zu meistern. In der letzten „Furche“ ist das Feld abgeerntet und wieder eben, eingelassene Trampoline ermöglichen einzelnes aber auch gemeinsames Hüpfen und Springen, die schrägen Wände der seitlichen Begrenzungen bieten einfache Rutschflächen an.

Garten am Sprengelsrasen

Der Garten am Sprengelsrasen bildet durch eine sanft modellierte Wiesenlandschaft auf einer ehemaligen landwirtschaftlichen Fläche den Lückenschluss des Grünzuges zwischen dem Park an der Bastion und dem Tiergarten. Vor der Kulisse des alten Eichenbestandes der Schnarrehohle durchzieht ein feldwegähnlicher Pfad das Gelände, in dem heimische und alte Obstbäume verstreut sind. An der gegen-überliegenden Längsseite konzentrieren sich in einem 12 m breiten Aktionsband verschiedene Aufenthalts-, Spiel- und Sportangebote. Während der erste Teil des Bandes noch von zu verpachtenden Gemüse- und Beerenobstflächen geprägt ist, nimmt die Freizeitnutzung in Richtung Park an der Bastion zu. Neben Sitzmöglich-keiten unter einer Pergola, einem Holzdeck und einem Balancierspielgerät findet sich hier auch ein großzügiger Insektengarten, in dem zahlreiche Blütenpflanzen und vielfältige Nist- und Überwinterungsangebote gezeigt werden. Über eine Treppenanlage mit großen Sitzstufen führt das Aktionsband weiter in den bereits bestehenden Park an der Bastion, der so mit der neuen Grünfläche verbunden wird. Ein Bewegungsparkour und eine kubusartige Überdachung erweitern hier das Sport- und Aufenthaltsangebot für Jugendliche.

Brücke überm Engelshaus

Die Brücke überm Engelshaus überspannt die untere Schnarrehohle sowie die Sickelser Straße und verbindet dadurch die Ortsteile Neuenbergs zwischen Landwehrweg und Hainzeller Straße. Durch diese Fuß- und Radwegebrücke entsteht eine barrierefreie Verbindung zum neuen Park überm Engelshaus und weiter ins Naherholungsgebiet Aueweiher. Die Brücke hat eine Länge von 160 m und eine Breite von 4 m. Die geknickte Linie dient der behutsamen Führung des Stegs durch den vorhandenen Baumbestand beiderseits der Hohle. Die Holzkonstruktion des Brückenträgers und die filigranen Stützen sollen das Bauwerk mit der Landschaft verschmelzen. Von dem kleinen Vorplatz am Wirtschaftsgebäude führt die Brücke mit einer Höhe von bis zu 15 m durch die Baumkronen unterhalb des Tiergartens. Bevor sie auf der gegenüberliegenden Höhe den Park überm Engelshaus erreicht, bieten sich eindrucksvolle Ausblicke auf Fulda und die Rhön.

Um den Tierpark herum werden über 800 m bisherige Feldwege als 3 m breite bituminös befestige Fuß- und Radwege ausgebaut, um den Anschluss an das vorhandene Radwegenetz Galerie und die Fernradwege R1, R2 und R3 in der Fuldaaue herzustellen. In dem Zusammenhang müssen auch die Oberflächenentwässerung betrachtet und neue Gräben und Mulden angelegt werden.

An der Sickelser Straße entsteht außer einer neuen Bushaltestelle auch ein Parkplatz mit ca. 60 Stellplätzen. Ein von einem Grünstreifen flankierter 3 m breiter asphaltierter Weg führt die Besucher zwischen den Feldern zum neuen Haupteingang des Tiergartens.

Landesgartenschau Fulda 2.023 startet Baubeginn mit „Park überm Engelshaus“ 

Ausgedehnte Spaziergänge durch neuerschlossene Parkanlagen, die Natur am urbanen Siedlungsrand genießen oder neue Wanderrouten entdecken: All das wird zur Realität, wenn die Landesgartenschau 2023 die Tore öffnet. Mit dem 1. Spatenstich für den ersten Teilabschnitt – dem „Park überm Engelshaus“ im Stadtteil Neuenberg – beginnen offiziell die Baumaßnahmen zur 7. Hessischen Landesgartenschau in Fulda.

„Dieser neuen Grünfläche kommt eine entscheidende Bedeutung bei der Anbindung des Stadtteils Neuenberg an die Innenstadt und das Naherholungsgebiet Aueweiher zu. Zusammen mit dem „Garten am Sprengelsrasen“ und der neuen Brücke über die Sickelser Straße entsteht ein durchgängiger Grünzug sowie eine Rad- und Fußwegeverbindung von Fulda-Galerie bis zum Aueweiher“, erläutert Gartenschau-Geschäftsführer Marcus Schlag die Konzeption.
Ab dem 23. November rollen auf der ehemaligen landwirtschaftlichen Fläche oberhalb der Neuenberger Straße und entlang der Sickelser Straße die Baumaschinen.
Aus dem prämierten Wettbewerbsbeitrag vom Mai 2019 entwickelte das Büro A24 Landschaft mit Sitz in Berlin gemeinsam mit den Verantwortlichen der LGS gGmbH um die Geschäftsführer Marcus Schlag und Jürgen Werner detaillierte Ausführungspläne. Nach europaweiter Ausschreibung und Prüfung der Angebote erhielt die Firma August Fichter aus Raunheim den Zuschlag.
Besonderes Merkmal des neuen Parks ist seine topografische Gestaltung. Vom Zugang in der Neuenberger Straße führt eine Rampen- und Treppenanlage zu einem Panoramaweg. Dabei wird ein Höhenunterschied von rund sieben Metern barrierefrei überwunden. Die Terrassierung des Geländes und die Fassung der Rampen erfolgt mit Betonmauern, die eine gestaltete Oberfläche aufweisen. Auf den Zwischenpodesten laden Bänke an abwechslungsreichen Staudenbeeten zum Verweilen ein, Bäume und Sträucher spenden Schatten.
Oberhalb der Rampen schließt sich ein serpentinenartiger Weg an, der auf die Anhöhe führt. Die gesamte Strecke – insbesondere an exponierten Stellen – bietet herrliche Ausblicke auf die Stadt.
Entlang des Weges finden sich verstreut „Klimawandelbäume“, ein Modellprojekt, das die LGS gGmbH in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) durchführt. Hier werden zukunftsweisende Arten und Sorten gepflanzt, die auch unter den besonderen Bedingungen des Klimawandels in den Städten gedeihen.
Für Radfahrer entsteht entlang der Sickelser Straße ein asphaltierter Weg, der direkt zur „Brücke überm Engelshaus“ führt und die Anbindung über die Sickelser Straße und den unteren Bereich der Hohle zum Tiergarten und dem Landwehrweg ermöglicht. Großzügige Blumenwiesen, die für die heimische Fauna ein wichtiges Habitat bilden, ein Aktionsband mit bunten Pflanzbeeten sowie vielfältige Aufenthalts-, Spiel- und Sportangebote, aber auch Ruheoasen runden die Konzeption der neuen Grünanlage ab. Neben Holzdecks, Hängematten, Liegen und anderen Sitzmöglichkeiten gibt es Trampoline, Tischtennisplatten und einen Balancierparcours. Offene Plätze mit wassergebundener Oberfläche ermöglichen Boulespiel oder dienen als Treffpunkt. 

Für Priska Hinz, Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hessen, ist der 1. Spatenstich als Auftakt für die Gestaltung der Landesgartenschau 2023 in Fulda ein Ereignis, dem sie gerne persönlich beigewohnt hätte. „Gartenschauen sorgen für nachhaltige Veränderungen in den Kommunen und sind daher mehr als nur temporäre Veranstaltungen. Sie bringen mehr Grün und Erholungsräume in die Städte, die dauerhaft bleiben. Damit steigt die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Gleichzeitig ist es auch eine touristische Werbung für den jeweiligen Ort, es werden mehr Besucherinnen und Besucher angezogen. Ich freue mich, dass mit dem offiziellen ersten Spatenstich die Bauphase für die Landesgartenschau 2023 in Fulda beginnt. Leider kann aufgrund von Corona kein gemeinsamer Termin vor Ort stattfinden, an dem auch ich gerne teilgenommen hätte. Ich wünsche dennoch allen Beteiligten für die anstehenden umfangreichen Arbeiten und Baumaßnahmen viel Erfolg und bin gespannt auf das Ergebnis.“
Auch Fuldas Oberbürgermeister, Dr. Heiko Wingenfeld, betont den Stellenwert für die Stadt: Hier zeige sich, wie die Projekte der Landesgartenschau nachhaltig zur Stadtentwicklung beitragen. Und Stadtbaurat Daniel Schreiner äußert sich hocherfreut über die konzeptionelle Umsetzung: „Aus einer bisher intensiv genutzten landwirtschaftlichen Fläche entsteht nun eine barrierefreie grüne Verbindung zwischen der Innenstadt und den Bereichen Neuenberg und Fulda-Galerie.“
Solange es die Witterung zulässt, sollen zunächst die Vor- und Erdarbeiten durchgeführt werden. Im Frühjahr folgen dann der Wegebau und die Pflanzarbeiten, während bereits Mitte 2021 mit dem Einbau der Ausstattungsgegenstände die Maßnahme fertiggestellt werden soll. Parallel zu den Bauarbeiten im Parkgelände erfolgt die Errichtung der Rampenanlage, die ebenfalls nächsten Sommer abgeschlossen sein wird.
Mit 3,6 Hektar stellt der „Park überm Engelshaus“ die größte Teilfläche der Landesgartenschau 2023 dar und auch der Höhenunterschied von rund 30 Metern ist einzigartig auf dem gesamten Gartenschauareal.

Landesgartenschau 2.023 erweitert Organisationsteam

Spezialisten aus verschiedenen Fachbereichen gestartet/ Fachbeirat gegründet

Es geht um viel mehr als Blumen und Grünflächen. Es geht um die stadtplanerische Zukunft vorhandener und neuer Teile der Barockstadt, wenn im Jahr 2023 die Hessische Landesgartenschau zum zweiten Mal in ihrer Geschichte in Fulda stattfindet. Schon jetzt hat ein siebenköpfiges Team aus Spezialisten für die Bereiche Landschaftsarchitektur und -planung, Grünflächenentwicklung, gärtnerische Ausstellungsthemen, Marketing und Events aber auch Verwaltung und Finanzen die Arbeit aufgenommen.

Sie alle sind Experten ihres Fachs und ihr gemeinsames Ziel ist die Vorbereitung und Durchführung der Landesgartenschau 2023 in Fulda. Mit Marcus Schlag und Jürgen Werner hat die Stadt Fulda eine geschäftsführende Doppelspitze als Leitung für das LGS-Teams berufen. Der gebürtige Fuldaer Schlag studierte in Geisenheim Landschaftsarchitektur und konnte bereits früh in seinem Berufsleben als Mitarbeiter der BUGA Magdeburg und bei den Landesgartenschauen in Singen und Eberswalde Erfahrungen sammeln. Fast zwei Jahrzehnte arbeitete er bei der Stadt Fulda im Grünflächenamt und im Gebäudemanagement.
Landschaftsarchitekt Jürgen Werner studierte an der renommierten Universität Weihenstephan bei Freising, ehe er mehr als 20 Jahre erfolgreich selbstständig arbeitete. 2013 folgte er dem Ruf der Gießener Landesgartenschau und brachte dort seine Fähigkeiten ein. Sein Ansinnen ist es, Gartenschauen als Motor für die infrastrukturelle Entwicklung einer Stadt zu nutzen, aber auch, um neue ökologische Akzente zu setzen.
Fulda ist die 7. Gartenschau insgesamt  für die „Gärtnerische Referentin“ Katharina Neumann. Nach der Ausbildung zur Floristin und während des Studiums der Landschaftsarchitektur in Geisenheim lernte sie durch die Landesgartenschau 2008 in ihrem Geburtsort Bingen die Veranstaltung nach eigenem Bekunden kennen und lieben. Ihre Aufgabe wird es sein, die Organisation und Planung von gärtnerischen Ausstellungsthemen wie Themengärten, Wechselflor, Musterfriedhof oder Blumenschau zu übernehmen.
Nach Abitur, diversen Praktika und Ausbildung zum Pferdewirt hat „Projektleiter Ausstellung“ Reinhard Goos seinen Berufswunsch Gärtner ausgewählt, dem ein Studium der Landschaftsarchitektur in Osnabrück folgte. Er nahm schon früh in seinem neuen Berufsleben das Angebot der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Hessen und Thüringen mbH an, wo er 20 Jahre lang die hessischen und thüringischen Landesgartenschauen als Projektleiter und Geschäftsführer mitgestaltete.
Eine Rückkehr zu alter Wirkungsstätte erlebt Hans-Otto Kolmar als Bauleiter der Landesgartenschau, hat er hier doch bereits bei der 1. Hessischen Landesgartenschau in Fulda von 1990 bis 1995 diverse Bauvorhaben als verantwortlicher Bauleiter eines großen Unternehmens für Anlagen- und Tiefbau sowie Garten- und Landschaftsbau realisiert. So sagt Kolmar über die Stadt: „Fulda ist Vergangenheit und mit der Landesgartenschau in 2023 auch Zukunft.“
Als Leiterin Marketing und Veranstaltungsmanagement verfügt Monika Müller gleich über ein ganzes Repertoire an Expertisen: Über 20 Jahre Erfahrung im Eventmanagement und Marketing, davon allein 10 Jahre beim Hessischen Privatradiosender HIT Radio FFH. 2018 arbeitete Monika Müller als Veranstaltungsleiterin bei der Landesgartenschau Bad Schwalbach und nennt als ihr Ziel, Nachhaltigkeit und Ökologie in Form eines „Green Event“ in die Planung der Landesgartenschau Fulda einfließen zu lassen.
Die Finanzen der Landesgartenschau 2.023 hat mit Bernd Hämmelmann ein Beinahe-Fuldaer inne, lebt er doch mit Frau und Tochter sowie dem Familienhund in Künzell. Der studierte Betriebswirt und Dozent an verschiedenen Bildungsinstituten widmet sich in seiner Freizeit dem Umweltschutz sowie der Vivaristik. Durch sein privates Engagement in vielen Vereinen sieht er diese als Eckpfeiler der Region und Ausdruck regionaler Verbundenheit.
Mit Ulrike Hotz kommt eine gebürtige Berlinerin an die Fulda. Für die Landesgartenschau Fulda 2.023 gGmbH ist sie im Sekretariat tätig und zog dazu aus Sigmaringen, wo sie unter anderem im Vorzimmer des Bürgermeisters tätig war, in die Barockstadt. Der Umzug nach Fulda und die neue Arbeit, so Ulrike Hotz, sei für sie ein kompletter Neustart, auf den sie sich besonders wegen der vielen neuen Kontakte und Begegnungen freue.

Fachbeirat gegründet

Neben der Aufstockung des Personals haben die Gartenschauverantwortlichen einen weiteren großen Schritt in Richtung Durchführung getan. Mit der Gründung des Fachbeirats, einem Gremium, das dem Organisationsbüro und dem Aufsichtsrat beratend zur Seite steht, sind weitere Weichen gestellt. Ob bei der Ausgestaltung von Inhalten oder bei der Findung von Themen, Anregungen und neuen Ideen, Diskussionsinhalte ergeben sich meist aus aktuellen Projekten der Ausstellungsplanung, beschreibt Geschäftsführer Jürgen Werner die Aufgabe des Fachbeirats.
Besetzt ist das Gremium unter anderem mit Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau, aber auch der „Elder Statesman“ für Umwelt- und Naturschutz in der Region, Volker Strauch, findet sich als beratendes Mitglied ebenso wieder wie Edi Leib vom Citymarketing oder Thorsten Raab vom Biosphärenreservat Hessische Rhön.

Projektverlauf

Bürgerbeteiligung

Die Vorbereitungen für die Planung des Areals für die Landesgartenschau 2023 begannen im Herbst 2017 mit einer Bürgerbeteiligung durch einen Bürgerspaziergang und -Workshop, bei der Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen einbringen konnten. Das Ergebnis: Gewünscht waren unter anderem die Einbindung der Landwirtschaft, Erweiterung des Heimattiergartens, Nutzung der Aueweiher, Verbesserung der Wegesysteme für Fußgänger und Radfahrer, Inklusion und Barrierefreiheit, Bau eines Baumwipfelpfades, naturnahe Spielpunkte für Kinder und einiges mehr. Aus diesen Vorschlägen und fachplanerischen Anforderungen wurden Vorgaben entwickelt, die in den folgenden städtebaulichen Ideenwettbewerb einflossen.


Städtebaulicher Realisierungs- und IdeenWettbewerb

Dieser städtebauliche Ideenwettbewerb endete im Mai 2018 mit einem Preisgericht, bei dem vier der 15 eingesendeten Arbeiten ausgezeichnet wurden. Das Konzept, welches den ersten Preis erhielt, fungiert als Basis für die weitere Planung.

Nach der detaillierten Vorstellung und Erläuterung aller Vorschläge, die der Fairness halber mit Nummern anonymisiert waren, wurden in mehreren Runden die vier besten Konzepte ausgewählt. Einstimmig wurde dabei der Entwurf des Büros „A24 Landschaftsarchitekten“ aus Berlin zum Sieger gekürt. Vor allem eine wohltuende Balance zwischen dem Erhalt qualitätsvoller Landschaftsräume, der behutsamen Weiterentwicklung vorhandener und charakteristischer Orte im Gelände und der Schaffung einer Abfolge attraktiver Aktions- und Verweilangebote stachen positiv heraus.

Die drei weiteren Preisträger waren „Capatti, Staubach Landschaftsarchitekten“ aus Berlin (2. Preis) sowie „geskes. Hack Landschaftsarchitekten“ aus Berlin (3.Platz) zusammen mit „Huttereimann Landschaftsarchitekten“ ebenfalls aus Berlin (3. Platz).

Die Jury des Preisgerichts bestand aus sechs unabhängigen Fachpreisrich-tern, sechs Sachpreisrichtern, darunter auch Bürgermeister Dag Wehner und Stadtbaurat Daniel Schreiner. Nicht stimmberechtigte Berater waren Vertreter der städtischen Fachabteilungen und Mitglieder des Bauausschusses.

 

Erläuterungen für Bürger

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurden die Konzepte am 21. Juni 2018 allen interessieren Bürgerinnen und Bürgern und natürlich insbesondere all jenen, die sich in den Workshops und beim Bürgerspaziergag mit Ideen eingebracht haben, von Fachleuten im Detail erläutert. Stadtbaurat Daniel Schreiner, der selbst Mitglied der Jury war, sowie Thomas Wirth vom Büro arc.gruen, das den Bürgerbeteiligungsprozess sowie den Wettbewerb eng begleitet hatte, haben die Preisträger-Entwürfe aber auch die anderen eingereichten Konzepte noch einmal vorgestellt und die Beweggründe für die Entscheidung der Jury erläutert. Konkret erläuterten sie auch, wie die Ideen aus der Bürgerschaft von den Büros aufgegriffen und umgesetzt wurden.

Preisträger

1. Preis - A24 Landschaft, Berlin

Erläuterungen

Dem Entwurf gelingt eine wohltuende Balance zwischen dem Erhalt qualitätsvoller Landschaftsräume, der behutsamen Weiterentwicklung vorhandener und charakteristischer Orte im Gelände und der Schaffung einer Abfolge attraktiver Aktions- und Verweilangebote. Insbesondere schafft es der Entwurf, über die sehr unterschiedlichen Bereiche und die anspruchsvolle Topografie hinweg eine durchgängige und spannungsreiche Raumfolge von der städtischen Kante im Osten bis zur Bastion am Stadtteil Fulda-Galerie aufzuspannen.
Der Landschaftsraum an der Bastion wird in einer Abfolge aus weitestgehend offenen Landschaftswiesen und einem lockeren Obstbaumhain an den Heimattiergarten herangeführt und gleichzeitig durch ein für den landschaftlichen Kontext angemessenes Wiesengartenband begleitet.
In dieses Band integrieren sich einzelne Spiel- und Verweilangebote, die damit gekonnt die Länge des Weges brechen und attraktive Verweilsituationen schaffen.
Das Motiv des Wiesenbandes setzt sich südlich der Sickelser Straße am Übergang zum Wohnquartier Am Engelshaus fort und leitet von dort aus weiter zu den Flächen der Fuldaaue, in denen das Motiv entlang der St.-Laurentius-Straße wieder auftaucht und durch die Integration des Feuergartens den Bezug zum Feuerwehrmuseum herstellt.
Die Wegeverbindung über die Hangkante zur Neuenberger Straße ist barrierefrei ausgebildet. Eine gestalterische Integration des Straßenraums über den angebotenen Platz hinaus bis in die Laurentiusstraße wird aber vermisst.
Der Auenpark wird wohltuend zurückhaltend gestaltet. Das Angebot besonderer Verweil- und Aktionsbereiche (Vogelbeobachtungsstation, Holzdeck auf Höhe des Umweltzentrums, Wasserspielplatz mit Wassergarten, Gastronomie mit Seeterrasse, Strand mit Umkleide, Holzdeck am Bleichhäuschen, Anglerdeck, Licht- und Luftbad) schafft die gewünschte Weiterentwicklung der vorhandenen Qualitäten und verspricht über die Gartenschau hinaus attraktive Erlebnisse für die Besucher der Flussaue.
Das Strandbad sollte im Hinblick auf die Nutzungsangebote extensiviert werden und einen größeren Abstand zur Vogelschutzinsel wahren.
Besonders gelungen ist die Einbindung des Badegartens und die damit aufgewertete Verbindung in die Südstadt über einen neuen Eingangsplatz am Wasser.
Unterstützt wird die Vernetzung mit dem Stadtraum über ein urbanes Sport-Aktivitätsband, das auf den privaten Grundstücken der Dura-Werke angeordnet wird und über eine Brückenkonstruktion bis an das Westufer des Aueweihers andockt.
Der Vorschlag für die städtebauliche Ergänzung wird grundsätzlich begrüßt und zeigt vor allem im östlichen Bereich vorstellbare Entwicklungsmöglichkeiten entlang der Auenkante auf.
Die Bebauung wäre im weiteren Prozess jedoch hinsichtlich ihrer Geschossigkeit und der Nähe zum Fuldakanal zu überprüfen.
Im Bereich des Heimattiergartens ist der Verlauf der Fußwegeverbindung im Hinblick auf den gewünschten Erhalt der Bäume im Böschungsbereich zu prüfen. Gegebenenfalls wäre eine Führung des Weges oberhalb der Böschungskante, außerhalb des Heimattiergartens anzudenken.
Das Konzept der Gartenschau verspricht vielfältige Qualitäten müsste jedoch hinsichtlich der aufrecht zu erhaltenden Querung durch den übergeordneten Radwegeverkehr überprüft und angepasst werden.

Zusammenfassend liefert der Entwurf einen wertvollen Beitrag zur Lösung der gestellten Aufgabe und kann - abgesehen von kleineren Unzulänglichkeiten - den Vorstellungen und Wünschen des Auslobers in besonderem Maße gerecht werden.


2. Preis - Capatti Staubach Landschaftsarchitekten, Berlin

Erläuterungen

Als wiederkehrendes Element dieser Arbeit verbinden Plätze mit Hainen bzw. Baumkarrees die verschiedenen Teilbereiche. Diese Wiederholung der Karrees an der Bastion bzw. im weiteren Verlauf der Verbindung vom Parkplatz zum Haupteingang wird positiv bewertet.
Die gelungene Wegeführung entlang des Heimattiergartens zur Hauptattraktion des in die Brücke integrierten "Baumwipfelloop" ist die Stärke dieser Arbeit, wenn auch die Zuführungen im Detail überarbeitet werden müssen.
Das landwirtschaftliche Thema an der Bastion erscheint mit den „Frischwiesen“ und der teilweise kleinteiligen Gliederung zur Sickelser Straße unzureichend formuliert.
Demgegenüber erlaubt die Raumbildung am Engelshaus durch die Wegeführung zur Neuenberger Straße vielfältige Gestaltungsoptionen. Der Auftaktplatz mit der Rampe ist jedoch nicht barrierefrei ausgebildet. Vermisst wird auch eine gestalterische Einbeziehung des Straßenraums St.- Laurentius- und Neuenberger Strasse sowie eine Gestaltung des Parkplatzes an der Hornungsbrücke. Hier werden Entwicklungsmöglichkeiten im Kernbereich der Aue nicht genutzt. Auch die direkte Anbindung des Umweltzentrums als Haupterschließung von der Hornungsbrücke über einen Steg durch die Schilfflächen wird kritisch gesehen.
Die Gestaltung der Flächen um und im Licht- und Luftbad mit der Einbeziehung von Wehr und Fischtreppe sowie einem Naturtheater wird gewürdigt. Der Bereich wird so stärker wieder ein Teil der Aue und verspricht neue Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten.
Der Badegarten wird wirkungsvoll durch einen Stichweg entlang der Ausgleichsfläche an den geöffneten Fuldakanals angebunden. Am oberen Ende befindet sich ein wiederum mit einem Baumkarree überstandener Eingangsbereich, der mit der vorgeschlagenen Kanalpromenade einen gelungene Auftakt in das Auengelände bildet. Der naturnahe Charakter der Ausgleichsflächen kann erhalten bleiben.
Der zusätzliche neue Weg am Ostufer der Fulda mit Steg über die Weiher durchschneidet Biotop- und Ausgleichsflächen und wird in seiner Sinnhaftigkeit kritisch gesehen.

Insgesamt zeigt die Arbeit einen wertvollen Beitrag insbesondere durch die identitätsbildenden Ausgestaltung des Brücken- und Baumwipfelloops.


3. Preis - Hutterreimann Landschaftsarchitektur, Berlin

Erläuterungen

Bestechend bei dieser Arbeit ist die Führung der Hauptachse auf der Südseite des Heimattiergartens, aber nördlich der Sickelser Straße. Der Bereich zwischen Brücke und Fulda-Galerie wird wohltuend ruhig gehalten und nur durch eine Erdmodellierung aufgewertet. Die Querung des Heimattiergartens erfolgt schlüssig mittels einer Brücke mit Aussichtsplattform und platzartigen Erweiterungen am jeweiligen Brückenende.Vor dem Engelshaus schlängelt sich der Weg in Serpentinen zum gestalteten Platz an der Neuenberger Straße. Die St.-Laurentius-Straße wird verlängert bis zum Altarm der Fulda und bildet dort einen Uferplatz mit Entdeckerqualitäten.
Der Auepark wird gekennzeichnet durch einen Rundweg um den Weiher und das Feuerwehrgebäude. Die Schleife um das Feuerwehrgebäude sollte aber in der Nutzung nicht überbewertet werden. Das Licht- und Luftbad ist leider nicht durch kurze Wege erschlossen und kann damit nicht zum selbstverständlichen Teil der Gesamtanlage werden.
Südlich schließt sich eine geradlinige Achse zum Badegarten an mit einem gut gelungenen Übergang zur Stadt durch Spiel- und Erholungsflächen.
Die städtebauliche Idee ist sehr dicht und wenig sensibel eingefügt, da sie mit der südlichen Erschließung direkt an den renaturierten Kanal angrenzt. Der viergeschossige Head-Quarter vor dem Dura-Gelände manifestiert die vorhandene bauliche Situation und verschließt sich somit künftigen weniger dichten Entwicklungsmöglichkeiten.
Im Ausstellungskonzept weicht die Wegeführung an der Brücke gegenüber der Daueranlage ab. Sie wird von der tiefergelegten Hauptachse über eine Treppenanlage auf die Treppe hoch geführt und ist nicht mehr barrierefrei.

Insgesamt überzeugt die Arbeit vor allem im westlichen Teil des Wettbewerbsgebietes und im Übergang von dort zur Aue. Im Detail und den Schnitten werden eine Reihe von Möglichkeiten dargestellt und anschauliche Lösungen präsentiert.


3. Preis - geskes.hack Landschaftsarchitekten, Berlin

Erläuterungen

Das bestimmende Thema der Arbeit ist die Verbindung der Galerie mit der Fuldaaue, was dem Verfasser auch glaubhaft gelingt. Stadtbalkone auf dem Verbindungsweg mit Sitzplätzen und Gastronomie unterbrechen die lange Strecke und werten die Wegeverbindung auf.
Die Wahl der Lage der Querspange zur nördlichen Seite des Heimattiergarten wird bezüglich der Topographie kritisch gesehen. Das Wegenetz in der urbanen Landwirtschaft scheint zu kleinteilig. Auf der gegenüberliegenden Seite wirken die vielen Serpentinen und die Rampenanlage zur Anbindung des Platzes an der Neuenberger Straße etwas überzogen und führen zu einer eher spannungslosen Verlängerung der Wegestrecke.
Die Aufwertung der Verbindung von der Neuenberger Straße zur Fuldaaue (St.Laurentius-Straße) mit Museumsgarten, Platz und Aussichtspunkt findet breite Zustimmung. Das um den See verlaufende Wegenetz passt sich der vorhandenen Situation gut an und lässt nach Rückbau der Landverbindung am Auerweiher vielfältige Blickbeziehungen zu.
Der Brückenkopf der Hornungsbrücke ist nach der Wegnahme des Parkplatzes leider wenig ausgeprägt. Hier wurde in Verbindung zum See eine Chance zur Gestaltung vertan.
Die Anbindung des Badegartens ist grundsätzlich gelungen. Die Freilegung des Krätzbaches als  mäanderndes Gewässer wird als mögliche Lösung anerkannt. Die Gestaltung des Badegartens mit der Terrasse um Blick Richtung Fuldaaue wird begrüßt, jedoch wird eine entschiedenere Anbindung der Verbindung zur Fuldaaue durch den Badegarten vermisst.
Die vorgeschlagene Randbebauung durch sechs Einzelgebäude fällt zu kleingliedrig und kraftlos aus und hat gegen die massive Bebauung der DURA keine abgrenzende Wirkung.