Sonderausstellung "Design & Dynastie" eröffnet

Strategisch platzierte Spiegel - wie hier im Grünen Zimmer - lenken den Blick auf Details im Raum. Von links: Willemijn Van Haften, stellvertretende Botschafterin der Niederlande, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Kuratorin Nicole Uniquole.
Zahlreiche Leihgaben für die Ausstellung stammen aus den Königlichen Sammlungen in Den Haag. Besonderer Dank für diese Kooperation galt daher der Leiterin der Königlichen Sammlungen, Claudia Hörster.
Die Journalistin und Historikerin Reinildis von Ditzhuyzen (hier beim Presserundgang) neben einem Sekretär, an dem Teile der niederländi-schen Verfassung geschrieben worden sind. Sie entdeckte das Stück bei der Familie von Hogendorp.
Die ehemalige Großhofmeisterin von Königin Beatrix und König Willem-Alexander, Martine van Loon-La-bouchere (rechts), mit ihrem Cousin Willem van Loon (Zweiter von rechts) sowie mit Graf und Gräfin van Hogendorp.
Dokkums Bürgermeister Johannes Kramer und Gattin Christina Kramer Rypkema. Alle Fotos: Stadt Fulda

Einladung, das Stadtschloss neu zu entdecken / Täglich geöffnet vom 18. Juni bis 28. August 2022

FULDA, 20. Juni 2022: Mit viel Glanz und adligen Gästen wurde am Freitag die Sonderausstellung „Design & Dynastie. 250 Jahre Hofleben Oranien-Nassau“ im Fuldaer Stadtschloss eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld war hocherfreut, neben der stellvertretenden Botschafterin der Niederlande, Willemijn Van Haften, auch eine Reihe hochrangiger Gäste aus den Niederlanden begrüßen zu dürfen. So war die ehemalige Großhofmeisterin von Königin Beatrix und König Willem-Alexander, Martine van Loon-Labouchere, eigens angereist, ebenso wie Graf und Gräfin van Hogendorp, deren Vorfahre mit Wilhelm I. von Oranien an der Ausarbeitung der niederländischen Verfassung zusammengearbeitet hat. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche waren Johannes Kramer, Bürgermeister der niederländischen Partnerstadt Dokkum, und Tjeerd und Annemarie Jorna vom Freundschaftskommitee Dokkum-Crediton-Fulda zu Gast – „ein wunderbares Zeichen für unsere guten europäischen Verbindungen“, so der Oberbürgermeister.

Die europäische Dimension der Fuldaer Geschichte zeige sich auch in der Person Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr den Anlass für die Ausstellung bildet. Er regierte von 1802 bis 1806 in Fulda, bevor er dann als Wilhelm I. erster König der Niederlande wurde. „Sein Wirken hier in Fulda war lange Zeit nicht angemessen in der Geschichtsforschung und im Geschichtsbewusstsein der Bevölkerung präsent. Doch: Für Fulda war er der erste weltliche Fürst. Innerhalb kurzer Zeit hat er Fulda in vielfacher Hinsicht modernisiert, viel verändert und bewegt – mit Wirkung bis heute“, erklärte Wingenfeld in seinem Grußwort. Die Idee zu dieser Ausstellung sei auch der Bürgerschaftlichen Initiative zu verdanken, die durch ihr Engagement schon seit einigen Jahren Wilhelm Friedrich in den Fokus gerückt habe.

„Design & Dynastie“ geht aber über eine bloße Darstellung der Geschichte weit hinaus: „Die Konzeption und Umsetzung der Ausstellung hat die historischen Räume des Stadtschlosses grundlegend verändert. Diese Ausstellung will Geschichte und Atmosphäre nicht nur beschreiben, sondern wahrhaftig erlebbar machen. Die Ausstellung lädt uns alle dazu ein, das Stadtschloss komplett neu zu entdecken“, versprach der Oberbürgermeister.

Auch die stellvertretende Botschafterin der Niederlande zeigte sich begeistert: „Diese Ausstellung schafft eine wunderbare Verbindung zwischen einem deutschen Schloss und modernem niederländischen Design.“ Viele ihrer Landsleute wüssten nicht, dass ihr König Wilhelm I. zuvor als Fürst in Fulda regiert hatte. Er habe dabei hier einiges angestoßen, aber auch zahlreiche Ideen mitgenommen, die er dann in den Niederlanden umgesetzt und weiterentwickelt habe. Man könne sagen, er habe seine Rolle als Regent bereits in Fulda eingeübt.

Kuratorin Nicole Uniquole ist großer Fan des Stadtschlosses: „Bei der Konzeption der Ausstellung habe ich mich durch das wunderbare Gebäude inspirieren lassen.“ Mit phantasievollen Installationen werden die vertrauten Räume neu in Szene gesetzt. So lenken strategisch platzierte Spiegel oder verspiegelte Podeste den Blick auf Deckengemälde. Selbst die Ausstellungstafeln nehmen das Design der Türen auf.  Für Uniquole ist die Ausstellung im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesamtkunstwerk: „Hier harmonieren historische Exponate mit modernen Designerstücken, hier sehen Sie das Ergebnis einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen dem niederländischen und dem deutschen Team“. Und dann zitiert sie noch aus einem Brief, den Wilhelmine von Preußen, die Mutter von Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau, geschrieben haben soll: „Fulda ist fabelhaft.“

Die Ausstellung ist täglich geöffnet (auch montags) von 10 bis 18 Uhr
Tickets und weitere Informationen gibt es hier