Sonderschau im Vonderau Museum

Galantes Paar bei der Morgentoilette Foto(2): Daniel Bley

Berühmteste Fuldaer Porzellangruppen aus der Sammlung von Prof. E. Hertel vom 17. Dezember 2019 bis 16. Februar 2020

Ein Klarinettenspieler aus der Serie „Fuldaer Hofkapelle“, strahlend weiß mit Gold, ein galantes Paar bei der Morgentoilette, drei Äpfel pflückende Kinder in buntem Gewand, ein Jägerpaar mit Hund und zahlreiche weitere kleine Vertreter der Fuldaer Porzellankunst tummeln sich ab 17. Dezember nahe ihren schon länger (wieder) in Fulda befindlichen Brüdern und Schwestern im Vonderau-Museum. Der großzügigen Dauerleihgabe von Prof. E. Hertel und dem Engagement des Vereins "Freunde des Museums Fulda" ist es zu verdanken, dass diese bedeutenden Erzeugnisse der Fuldaer Porzellan-Manufaktur aus dem 18. Jahrhundert gezeigt werden können. 

Die Figuren, die zu den berühmtesten Porzellangruppen aus Fuldaer Produktion gehören, sind vom 17. Dezember 2019 bis 16. Februar 2020 in gesonderten Vitrinen innerhalb der kulturhistorischen Dauerausstellung im Vonderau-Museum am Jesuitenplatz zu sehen. Insgesamt umfasst die Dauerleihgabe mehr als ein Dutzend Figuren und Figurengruppen. Langfristig ist eine Präsentation in den Historischen Räumen des Stadtschlosses geplant. Begleitend findet am 21. Januar 2020 um 18.30 Uhr ein Museumsgespräch mit dem ehemaligen Museumsleiter und Experten für Fuldaer Porzellan, Dr. Gregor Stasch, in der Kapelle des Vonderau-Museums statt. 

Der Besuch der Sonderausstellung ist im Museumseintritt inbegriffen.

Hintergrund: Fuldaer Porzellan

Im Jahr 1764 gründete Fürstbischof Heinrich VIII. von Bibra (1759–1788) die „Hochfürstlich Fuldische Porzellainmanufaktur“ (1764–1789). Es war ihm gelungen, Nikolaus Paul aus Höchst abzuwerben, der das Wissen um die Herstellung des „weißen Goldes“, das Arkanum, nach Fulda brachte und damit das Ansehen von Bibras steigerte. Als Produktionsstätte wurden die Gebäude der 1761 geschlossenen Fayencefabrik, rechts des heutigen Schlosstheaters gelegen, übernommen. Nach dem Vorbild der Manufaktur Meißen, später der Höchster und Frankenthaler Manufakturen, wurde in Fulda Porzellan von hoher Qualität gefertigt. Wichtiger Bestandteil war der Rohstoff Kaolin, der in Abtsroda in der fuldischen Rhön abgebaut wurde. Das damit gewonnene reinweiße Porzellan eignete sich vorzüglich auch für die schon damals als Sammlungsobjekte begehrten, zierlichen und fein bemalten Figuren. Die rund 80 Modelle schufen der aus Böhmen stammende Wenzel Neu, der Fuldaer Valentin Schaum, später Johann Georg Schumann und Georg Ludwig Bartholomé. 
Ein Brand im Jahr 1767 unterbrach die Produktion, die erst in den darauffolgenden Jahren wieder aufgenommen werden konnte. Die Leitung hatte zu diesem Zeitpunkt der Bürgermeister Johann Philipp Schick inne, auf ihn folgte Johann Abraham Ripp. Unter Fürstbischof Adalbert III. von Harstall (1788–1802) brannte die von seinem Vorgänger geförderte Manufaktur erneut. Mit der eigenen Herstellung von Porzellan sollte die teure Einfuhr vermieden werden, doch verursachte die aufwendige Technik zu hohe Kosten. Per Beschluss vom 10. Januar 1789 besiegelte von Harstall nach nur 25-jähriger Produktion das Ende der unwirtschaftlichen Fuldaer Porzellan-Manufaktur, was zugleich den heutigen Seltenheitswert ihrer Erzeugnisse begründet. 

Vonderau Museum Fulda • Jesuitenplatz 2 • 36037 Fulda
Öffnungszeiten: Di – So von 10-17 Uhr, Montag geschlossen 
Telefon: 0661 102-3210 • museum@fulda.de •www.museum-fulda.de