„Klimawandel ist nicht witzig“ Ausstellung

Ausstellung im Rahmen der 26. Energiewochen noch bis 28. November im Mittleren Vestibül des Stadtschlosses / Karikaturen von Gerhard Mester

Mit spitzer Feder nimmt der Karikaturist Gerhard Mester das politische und gesellschaftliche Geschehen in Deutschland und der Welt aufs Korn – regelmäßig werden seine Karikaturen in deutschen Tageszeitungen oder Magazinen veröffentlicht. Sein besonderes Augenmerk gilt dem Klimawandel, in zahlreichen seiner zugespitzten Motive hat er die Sorglosigkeit und den Zynismus vieler Menschen oder die hilflosen Bemühungen der Politik zum Thema gemacht. Jetzt sind mehr als 30 seiner Karikaturen zu diesem Thema unter dem Titel „Klimawandel ist nicht witzig“ im Fuldaer Stadtschloss zu sehen. Die Ausstellung, die noch bis zum 28. November im Mittleren Vestibül des Schlosses zu sehen ist, bildet zugleich einen wichtigen Baustein der 26. Fuldaer Energiewochen. 

Bei der Ausstellungseröffnung betonte Dorothe Hergott, Klimaschutzmanagerin der Stadt Fulda, die Relevanz des Themas auch für unsere Region. Nach einer Aufstellung Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) für das Jahr 2018 hat der Klimawandel längst auch in Hessen seine Spuren hinterlassen: Sturmtief Friederike und die Borkenkäferplage seien Symptome, die Zahlen und Messwerte sprächen überdies eine klare Sprache: Mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,5 °C war das Jahr 2018 in Hessen das wärmste seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen 1881. Außer den Monaten Februar und März waren alle Monate deutlich zu warm. Der April war in Hessen im Mittel sogar fast 4 °C wärmer als im Referenzzeitraum 1981 bis 2010. Das HLNG in seiner Jahresbilanz wörtlich: „Auch wenn das Wetter natürlichen Schwankungen unterliegt, sehen wir doch inzwischen deutliche Trends, die nur von den natürlichen Schwankungen überlagert werden. Nicht jedes Jahr ist wär-mer als das vorherige, nicht jeder Sommer ist trockener als der vorherige, es wird auch in den kommenden Jahren noch verregnete Sommer oder schneereiche Winter geben. Aber: Sie werden seltener.“ 

„Die Karikaturen bieten – jenseits aller alarmierender Zahlen und Messwerte – einen emotionalen Zugang zum Thema“, sagte Hergott. Die Motive könnten dazu dienen, durch ihre satirische Auseinandersetzung mit dem Thema die „Kernprobleme“ eines gesellschaftlichen Zustandes treffend zu zeichnen oder aber zum Nachdenken anzuregen, ergänzte sie. Sie dankte dem Fachzentrum Klimawandel und Anpassung am Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), das die Motive der Wanderausstellung als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. 

Hintergrund – Zur Person
Gerhard Mester wurde 1956 geboren und lebt in Wiesbaden; von 1978-1984 studierte er Grafik-Design an der Gesamthochschule Kassel. Seit 1985 ist er freiberuflich als Karikaturist tätig. Seine politischen Karikaturen erscheinen in verschiedene Tageszeitungen und Zeitschriften. Zu seinem Werk gehören auch zahlreiche Buchveröffentlichungen, Ausstellungen und Auszeichnungen.