Studierende wollen Kinderaugen zum Leuchten bringen

FULDA, 16. November: Gemeinsam mit dem Stadtteilbüro und dem Stadtteiltreff Nordend organisieren Studierende der Projektwerkstatt „Entdecke dein Nordend!“ der Hochschule Fulda in diesem Jahr erstmals eine große Geschenke-Aktion, um Kindern im Nordend zu den Festtagen eine Freude zu machen.

Unter dem Motto, „von Kindern für Kinder“ können die Kleinen gut erhaltene Spielsachen, die nicht mehr länger benötigt werden (z.B. weil die Kids größer geworden sind) für andere Kinder im Nordend zur Verfügung stellen. Umgesetzt wird dies alles über eine große Geschenkeverteilungsaktion, die im Stadtteiltreff Nordend, Magdeburger Str. 65-67, 36037 Fulda, rechtzeitig vor Weihnachten stattfinden wird.

„Am Samstag, 27. November, von 14 bis 18 Uhr, ist das Elfen-Team im Stadtteiltreff Nordend unterwegs und sammelt Spielzeug ein, das anderen Kindern gespendet werden soll“, erläutert Burcu Dolmali, die die Aktion federführend mit Hanna Kreten durchführt. Diese Aktion „steht und fällt“ natürlich mit der Unterstützung der Kinder und Eltern im Fuldaer Nordend und natürlich darüber hinaus, weiß Hanna Kreten. Deshalb lautet ihr Appell an alle Kinder im Nordend: „Schaut in Euren Zimmern nach Spielsachen, mit denen Ihr schon lange nicht mehr spielt, die aber noch in einem guten Zustand sind. Einem anderen Kind kannst Du damit noch eine Freude machen und Dein Zimmer wird ein wenig übersichtlicher!“ Natürlich können auch interessierte Kindergartengruppen, Jugendgruppen, Schulklassen und Nachbarschaftsgruppen mitwirken; die Studierenden freuen sich über jede Unterstützung.

Die eingesammelten Spielsachen und noch viele weitere Geschenke verteilen die Elfen dann am Sonntag, 5. Dezember, von 10 bis 14 Uhr, ebenfalls im Stadtteiltreff Nordend. Hier sind insbesondere die Eltern im Nordend eingeladen, um für die Lieben in der Familie die passenden Geschenke auszusuchen und festlich zu verpacken! „An beiden Aktionstagen gibt es Kuchen, weihnachtliches Gebäck und Heißgetränke, sodass auch für das leibliche Wohl gesorgt ist“, so die beiden Organisatorinnen.

Maßgeblich unterstützt wird diese Aktion durch die eingenommenen Spenden des Halloween-Spendenlaufs, der am 30. Oktober – auch zum ersten Mal - im Nordend umgesetzt wurde. An diesem Tag hatten Kinder aus dem Nordend die großzügigen Spenden der Firma JUMO, der Fuldaer Innenstadtpfarrei, der Moccabar und der HUK-COBURG Versicherung Fulda-Innenstadt engagiert erlaufen.

Weitere Informationen über die Aktion gibt es im Stadtteilbüro Nordend unter Telefon (0661) 102-3295. Kinder (beziehungsweise deren Eltern), die besondere Wünsche zu Weihnachten oder Neujahr an die „Elfen“ haben, können diese Wünsche zusammen mit ihrem Namen an die E-Mail-Adresse aktionen.im.nordend(at)gmail.com schicken oder einen Wunschzettel in den Stadtteiltreff Nordend in die Magdeburger Straße 65-67 bringen.    

 

„Hotelbau“ im Fuldaer Nordend: 500 Zimmer für Insekten

FULDA, 3. November: Ein neues „Hotel“ ist Fuldaer Nordend fertiggestellt worden: Es bietet 500 Zimmer – allerdings nicht für Touristen oder für Dozentinnen und Dozenten der Hochschule, sondern für Wildbienen & Co. Das Insektenhotel ist das Ergebnis des ersten Gemeinschaftsprojekts innerhalb des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ (früher: Soziale Stadt“) im Fuldaer Nordend. Die Idee zum „Hotelbau“ war im Sommer dieses Jahres im Rahmen der Stadtteilarbeit entstanden. Mit dem Insektenhotel sollen die die von den im Nordend lebenden Bewohnerinnen und Bewohnern sehr geschätzten Grünflächen und Kleingärten durch Förderung der Insektenvielfalt bereichert werden. Als ersten Schritt zur Umsetzung bildete sich aus dem Nordend-Stadtteilbeirat „Nora“ eine Arbeitsgruppe, geleitet von Reinhard Heidorn, welche Interessierte, Fachkundige und den Vorstand des Kleingartenvereins „Neue Heimat“ zusammenbrachte.

Aus Ideen wurde ein Plan - aus dem Plan wurde ein Projekt („1+25 Insektenhotels“): An einem sonnigen Nachmittag Anfang Oktober trafen sich die Kinder der Betreuungsklasse der Marquard-Schule mit den Initiatoren aus dem Nordend. Alexander Sust vom Umweltzentrum Fulda brachte auf seinem Lastenfahrrad den Rahmen und das Füllmaterial, und während unzählige interessierte Fragen beantwortet wurden, engagierten sich viele geschickte kleine und große Hände für die gute Sache: Ein ca. drei Quadratmeter großes Insektenhotel entstand und 500 Kinderzimmer für nützliche Tiere wie Wildbienen, Schmetterlinge, Marienkäfer, Hummeln oder Florfliegen. 25 weitere kleinere Hotels sollen in den nächsten Monaten folgen.

Beim Aufstellen des ersten Insektenhotels am Bestimmungsort in der Kleingartenanlage „Neue Heimat“ unterstützten die Vereinsmitglieder die Arbeiten tatkräftig und luden wenige Tage später zur offiziellen Einweihungsfeier ein. Im Zauber der Herbstfarben warteten Kaffee, selbstgebackener Kuchen, Gegrilltes und gemütlicher Austausch direkt am Vereinsheim auf alle Beteiligten. Ein interessanter Vortrag über den Wert der Insektenvielfalt durch den Umweltzentrum-Geschäftsführer Sust machte neugierig auf die künftigen Bewohner des Insektenhotels, welche auch auf einer Schautafel vor Ort zu sehen sind. Jürgen Brehl, Quartiersmanager im Nordend, und die Vorsitzende des Stadtteilbeirates, Gabriele Melchiors-Leskopf, bedankten sich bei allen Mitwirkenden für ihr Engagement und die unkomplizierte Unterstützung.

Stadtrat Bernhard Lindner überbrachte Grußworte und wünschte den Akteuren weiterhin viel Erfolg. Als kleines Dankeschön erhielten die Helferinnen und Helfer Geschenke mit dem neuen Stadtteillogo. Bei der anschließenden Feier entstanden bereits neue Ideen für zukünftige „Grüne Gemeinschaftsprojekte“ im Nordend, die schon im nächsten Frühjahr starten können. Dann wird auch die Jugendgruppe des THW mit dabei sein.

Weitere Interessierte, Mitstreiterinnen und Mitstreiter sowie kleine Baumeister für die geplanten 25 kleineren (Folge-)Insektenhotels, Kindergartengruppen, Schulklassen und Initiativen können sich gerne an das Stadtteilbüro in der Magdeburger Straße 65-67 wenden, Telefon (0661) 102-3295.

Große Krokus-Pflanzaktion im Nordend

Am Samstag den 16. Oktober 2021 wurden in einer großen Pflanzaktion 2000 Krokusse von der Nachbarschaft für die Nachbarschaft gepflanzt. Die Krokusse sollen für die fliegenden Nachbarn als Frühjahrsnahrung und die Zweibeinigen Nachbarn als Frühjahrsfreude dienen und das Nordend nachhaltig bereichern.

Zur Pflanzaktion hatte die Initiative „Fulda blüht auf – Nordend“ zusammen mit dem Stadtteiltreff im Rahmen der Nachbarschaftswochen aufgerufen. Gekommen waren ca. 20 große und kleine Anwohner die tatkräftig mit Schaufel und Handschuhen ausgerüstet, anpackten. Die Pflanzflächen wurden von den Organisatorinnen im Vorfeld mit dem Grünflächenamt der Stadt Fulda sorgfältig abgestimmt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: alle Krokusse wurden an der Marquartschule auf den Grünflächen und im Galgengraben am Rande des Spazierwegs gepflanzt wo sie zukünftig nicht nur schön aussehen sondern im frühen Frühjahr wichtige Nahrung für Insekten darstellen. Die Krokusse sollen an Ort und Stelle verwildern und so nun jedes Jahr u. A. zum Erhalt der Insektenvielfalt beitragen.

Beendet wurde die Aktion dann gemeinsam bei schönstem Herbstwetter mit Snacks und Getränken in fröhlicher Runde. Dabei wurde auch klar, dass es zukünftig noch mehr solcher Aktionen geben soll und das sich die Nachbarschafft noch viel mehr Blumen und Insektenweiden im Nordend wünscht. (lw)

Sozialer Zusammenhalt Nordend – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten

Das Nordend ist ein äußerst heterogener Stadtteil. Sowohl viele ältere Menschen, als auch zahlreiche Studenten wohnen hier. Zudem ist das Nordend der Stadtteil der Alleinerziehenden in Fulda. Er ist geprägt durch die großen Verkehrsmagistralen B27, Leipziger Straße und die Eisenbahnstrecke, weshalb er unter einer hohen Verkehrsbelastung leidet. Zum Teil existiert ein erheblicher Renovierungsrückstau der älteren Bausubstanz. Grün- und Freiflächen im Nordend haben oftmals nur geringe Aufenthaltsqualität.

Aufgrund der wachsenden Hochschule nehmen die dringend benötigten Kleinwohnungen für ältere oder alleinstehende Personen weiter ab. Durch die hohe Fluktuation bauen sich nur wenig nachbarschaftliche Strukturen auf. Nichtsdestotrotz existiert eine gewisse Identifikation mit dem Stadtteil, die mithilfe des Förderprogramms zu einem höheren sozialen Zusammenhalt führen soll. Hierfür werden Räumlichkeiten und andere Begegnungsstätten benötigt.

Grundlage für Projekte und Maßnahmen im Förderprogramm ist die Erstellung eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (kurz: ISEK). In diesem Konzept werden Stärken und Schwächen des Viertels unter Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner analysiert und aus den Ergebnissen Handlungsempfehlungen entwickelt. Zurzeit befindet sich das ISEK in der Entstehung. Sobald es abgeschlossen ist (2021), werden die dort festgehaltenen Projekte priorisiert und umgesetzt.

Weitere Informationen und wie man sich an den Veränderungsprozessen im Nordend beteiligen kann, finden Sie unter www.nordend-fulda.de.

Aktuelle Maßnahmen

Erstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK)

Grundlage aller Projekte im neuen Förderprogramm ist die Erstellung eines Handlungskonzepts, dessen Funktion es ist, Stärken und Schwächen eines Stadtteils zu analysieren, Projektideen zu entwickeln und Verbesserungsvorschläge zu machen. Dies alles geschieht unter der Mitwirkung der Akteure des Stadtteils. Für das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt Fulda-Nordend“ wurden bereits zahlreiche vorbereitende Maßnahmen getroffen, sodass das ISEK noch in diesem Jahr fertiggestellt wird.

Im Fokus der Betrachtung steht dabei nicht nur das Städtebauliche, sondern auch das Soziale. So werden anhand von sechs Leitlinien und Handlungsfeldern mögliche kurzfristige, aber auch längerfristige Perspektiven aufgezeigt. Dabei geht es um soziale Infrastruktur, Grünflächen, lokale Ökonomie, nachbarschaftliches Zusammenleben, Kultur und Bildung sowie um den Städtebau.

Ziel der Maßnahmen ist es die Lebensqualität der Menschen im Nordend zu verbessern, Orte der Begegnung zu schaffen und eine gemeinsame Identität zu stiften. In besonders dicht besiedelten Wohnquartieren ist dies eine besondere Herausforderung und bedarf der Zusammenarbeit der Akteure vor Ort mit der Stadt.


Osterputz-Aktion

Der vom Verein Grümel geführte Stadtteiltreff im Nordend hatte im Rahmen seiner Ferienaktivwoche zu einer Osterputzaktion aufgerufen. Mit der Unterstützung des Quartiersmanagers haben 22 Bewohnerinnen und Bewohner 14 große Müllsäcke und allerhand Metallschrott gesammelt. Derartige Aktionen sind wichtig für den sozialen Zusammenhalt und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Zudem schafft es eine Möglichkeit, dass Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils in Kontakt kommen. Im Fokus der Aufräumaktion stand in diesem Jahr der Galgengraben, der in naher Zukunft durch das Förderprogramm umgestaltet werden könnte.

 


Bildung eines Stadtteilbeirates

Bei der Entwicklung von Stadtteilen ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen vor Ort mit den angestrebten Maßnahmen identifizieren können. Zudem sind zur Planung und Vorbereitung die Hinweise der Bürgerschaft essentiell, denn die im Quartier lebenden Menschen sind die eigentlichen Expertinnen und Experten des Stadtteils. Für die umfassenden Beteiligungsprozesse wurde deshalb ein Stadtteilbeirat ins Leben gerufen, dem alle Akteure des Nordends angehören, die an einer Mitwirkung Interesse haben. Hier werden die Menschen informiert, können Ideen einbringen und über die Umsetzung von Maßnahmen diskutieren. Dem Stadtteilbeirat steht ein Vorstand aus fünf Personen vor, die zu den regelmäßigen Sitzungen Einladen und diese auch leiten. Zudem erfüllen sie repräsentative Aufgaben bei Einweihungen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen.


Beteiligungen

Während des gesamten Förderprogramms ist die Beteiligung der Bürgerschaft ein zentrales Element der Städtebauförderung. In Zeiten von Corona ist das Aufeinandertreffen und das gemeinsame ausarbeiten von Ideen und Vorschlägen sehr erschwert. Nichtsdestotrotz laufen zahlreiche Ersatzformate für die eigentlich angedachte Zukunftswerkstatt. Einige von Ihnen haben auch die Interessen der Kleinsten im Blick. Deshalb hat das Quartiersmanagement zusammen mit dem Kindergarten St. Joseph und der Marquardschule ein Format der Beteiligung gewählt, welches sich „subjektives Kartographieren“ nennt. Die Kinder malen dabei die Dinge im Stadtteil auf ein Blatt Papier so auf, wie sie sie wahrnehmen. Auch ihre Ideen und Wünsche konnten dabei eingebaut werden. Herausgekommen sind mehr als 50 individuelle Bilder, die in einer kleinen Ausstellung im weiteren Verlauf des Jahres gezeigt werden sollen.

Manchmal ist es nicht ganz einfach zu erkennen, was die Kinder gemeint haben können, weshalb die Studierenden, die bei der Umsetzung mitgewirkt haben, kleine Anmerkungen an den Rand geschrieben haben: