Geschichte von Kämmerzell

Kämmerzell wird im Jahre 1150 erstmals urkundlich im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster Fulda genannt.
Jedoch waren da schon längst die Zellorte gegründet. Die damalige Bezeichnung  "Kemercella" deutet darauf, dass der Stiftskämmerer des Klosters Fulda hier einen Wirtschaftshof gegründet hatte oder besaß.
Die Lage am Fluß, die weiträumig landwirtschaftlich zu nutzende Flächen und die verkehrsgünstige Lage waren eine gute Voraussetzung für die frühe Siedlungstätigkeit.

Das Dorf war ehemals befestigt mit einem Wallgraben und "Verhack".  Die Lage an der Grenze des Hochstiftes Fulda wird als Grund für die frühere Befestigung angenommen.

Kämmerzell liegt an der "Alten Straße" der  "Antsanvia", einer in vorgeschichtlicher Zeit wichtigen Fern- und Handelsstraße, die ehemals die Wirtschaftsräume
Frankfurt/Mainz und Erfürt/Leipzig miteinander verband.  Für die damalige Zeit muss auf dieser Straße schon ein reger Verkehr in beiden Richtungen stattgefunden hahen. Oberhalb des Rochusberges sind noch heute zwölf Hohlen und Wegrinnen, die oft dicht beieinander liegen und eine Tiefe bis zu fünf Metern erreichen, im Wald zu sehen.

Nach Überlieferung hat der hl. Godehard von Hildesheim, der im Jahr 996 zum Abt des Klosters Niederaltaich ernannt worden war, auf dem Weg über Fulda nach Hersfeld in Kämmerzell eine Taufe gespendet. An dieser Stelle wurde später eine kleine, schon vor dem Bau der Pfarrkirche 1629 erwähnte,  Kapelle errichtet, auf Veranlassung des damaligen Pfarrers Ludwig.
Nachdem in den Jahren 1802-1804 durch den bekannten Bauinspektor Wilhelm Arndt die stattliche Pfarrkirche in Kämmerzell als letzter Barockbau des Fuldaer Landes entstanden und dann noch 1877 eine neue Wallfahrtskapelle St. Rochus nördlich des Dorfes hinzugekommen war, waren drei Gotteshäuser für die kleine Pfarrgemeinde Kämmerzell zuviel. Deshalb wurde schließlich die wieder baufällig gewordene Godehard-Kapelle am 7. April 1908 abgerissen. 

Dank der Freigiebigkeit eines Wohltäters wurde jedoch am 21. Juni 1908 anstatt des alten Godehard-Kapellchens das Standbild des heiligen Godehards, aus französischem Kalkstein, auf einem 3 mtr. hohen Sandsteinsockel, eingeweiht. Das Denkmal ist ein Werk des Hof-Bildhauers Staender aus Fulda. St. Godehard ist der Kirchenpatron von Kämmerzell geblieben.


1150
erstmalige urkundliche Nennung des Ortes

1332
Erwähnung der Pfarrei Kämmerzell

1510
zählt das Dorf 23 Einwohner

1624
Errichtung der Wallfahrtskapelle St. Rochus

1629
Weihung der ersten Pfarrkirche von Kämmerzell

1645
Der 30-jährige Krieg ging an Kämmerzell nicht spurlos vorüber.
Nach Plünderungen und Zerstörungen lebten nur noch 2 Mann im Dorf.

1676
Die Pfarrei wird wieder von der Fuldaer Stadtpfarrei betreut

1802/1804
Neubau der heutigen Pfarrkirche

1824/1829
Abbruch der Toranlagen er ehemaligen Dorfbefestigung am Gasthaus "Stiftskämmerer" und am "Alten Forsthaus"

1840
Kämmerzell zählt 406 Einwohner und 52 Häuser

1900
Ein Schulsaal wird in der Alten Schule eingerichtet
Bau einer Brücke über die Fulda

1908
Abbruch der Godehard-Kapelle in der Kämmerzeller Straße
Godehard-Denkmal wird an gleicher Stelle errichtet

1938
Errichtung des ehemaligen Kindergartens (Glasbachstraße)

1952
Flurbereinigung wird durchgeführt

1959
Bau des Feuerwehrgerätehauses

1961
Kämmerzell zählt 603 Einwohner und 107 Wohngebäude
Beginn geplanter Ortserweiterungen

1967
Neubau der Grundschule in der Maidornstraße

1972
Ausbau der Kämmerzeller Straße L 3143
Kämmerzell wird Stadtteil von Fulda

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