Istergiesel - einst und heute

Der Stadtteil Istergiesel liegt südwestlich von Fulda an einem Seitenbach der Giesel im Gebiet der Karlmannschenkung und in der Nähe des geschichtlich bekannten "Ortesweges".

Istergiesel wird erstmals urkundlich im Jahre 1333 in einer Fuldaer Stiftsurkunde anlässlich eines Gütertausches genannt. Damals tauschten Ritter Conrad von Talowe (Heute: Thalau) und der Fuldaer Abt Heinrich IV von Hohenberg den Ort "Uzzern Gisela" (das heutige Istergiesel) gegen den Ort Merswinden (Heute: Menerswinden).
Im Laufe der Zeit wechselte der Name von Uzzern Gisela nach Eustergiesel (1662) und Eistergiesel (1790). Auf den heutigen Namen Istergiesel stößt man erstmals im Jahre 1811. 1929 wurde die Niederröderhöhe der Gemeinde Istergiesel zugeordnet.
Im Rahmen der hessischen Gebietsreform in 1972 wurde die bis dahin politisch eigenständige Gemeinde Istergiesel gemeinsam mit dem Ortsteil Niederröderhöhe ein Stadtteil von Fulda. Bis dahin gab es nur Hausnummern und keine Straßennamen.
Heute hat Istergiesel zusammen mit der Niederröderhöhe durchschnittlich ca. 425 Einwohner.

Kirchlich gehörte Istergiesel ursprünglich zur Pfarrei Haimbach, 1510 zu Johannesberg und seit 1830 zur Pfarrei Giesel.
Im Rahmen der Umsetzung des Pastoralen Prozesses 2006 im Bistum Fulda wurde die Kirchengemeinde Istergiesel mit ihren rund 350 Katholiken dem neugegründeten Pastoralverbund Fulda-Johannesberg zugeordnet.

1865 erhielt Istergiesel seine kath. Filialkirche "Mariae Geburt" (Festtag: 8. September). Ihr Bau wurde durch eine Stiftung der Witwe des Bauern Kaspar Trossbach aus Istergiesel ermöglicht.

In den Jahren 1956 - 1961 erfuhr die Kirche eine grundlegende Umgestaltung und Erneuerung. Sie wurde verlängert, erhielt ein zusätzliches Seitenschiff und einen an die Türme alter Wehrkirchen erinnernden Glockenturm. Im Jahre 2000 wurde der Kirchenvorplatz neu gestaltet und ein Bildstock aus rotem Sandstein, der an die Geburt der gnädigen Gottesmutter Maria, der Patronin der Kirche erinnern soll, aufgestellt. In 2006 wurde eine neue Heizung in der Kirche eingebaut und der Innenraum umfassend saniert.

Der heutige Friedhof in Istergiesel wurde in den Jahren 1909 / 1910 auf eigene Gemeindekosten angelegt. Bis zur Nutzung des eigenen Friedhofes wurden die Toten in Giesel beerdigt. 1973 wurde die neu erbaute Trauerhalle eingeweiht, die in 2007 umfassend saniert worden ist. In den Jahren 1976/77 wurde ein Ehrenmal für die gefallenen und vermissten Soldaten der beiden Weltkriege vor dem Friedhof aufgestellt, an dem jedes Jahr am Volkstrauertag eine Gedenkveranstaltung abgehalten wird.

Bis 1882 mussten die Schüler aus Istergiesel in die 4 km entfernte Volksschule nach Giesel laufen. Dann erhielt Istergiesel eine eigene Schule. In einem einzigen Klassenraum wurden alle 8 Schuljahre zusammen von einem Lehrer unterrichtet. 1969 wurde die Schule aufgelöst und die Schüler besuchten von diesem Zeitpunkt an zuerst die Grundschule in Johannesberg und später weiterführende Schulen in Fulda.

Das alte Schulgebäude diente fortan als Bürgerhaus. 1996/97 wurde das baufällige Gebäude fast vollständig abgerissen und wieder neu aufgebaut. In diesem neuen Gebäude befinden sich nun auch eigene Räume für den örtlichen Musikverein und den Mütterverein (kfd-Istergiesel).

Im Ortsmittelpunkt stehen neben dem Bürgerhaus und der Kirche noch das im Jahr 1989 neu errichtete Backhaus, das Feuerwehrgerätehaus, ein schön gestalteter Spielplatz und eine Mariengrotte. Zu den weiteren Schönheiten im Dorfbild gehören neben der Mühle am Ortseingang auch mehrere denkmalgeschützte Fachwerkhäuser und mehrere Bildstöcke.

Istergiesel hatte bis zum Jahr 2000 eine Revierförsterei mit einem eigenen Forsthaus welches in den Jahren 1907 und 1908 erbaut wurde. Unterstellt war die Revierförsterei zunächst der Oberförsterei Giesel, später dem Forstamt Fulda/Süd und zuletzt dem Forstamt Neuhof / West (heute Neuhof).

Mit den bereits aufgelösten Revierförstereien Oberrode, Harmerz, Wehnenhof und zuletzt auch Istergiesel sind alle Revierförstereien der Westseite des Gieseler Forstes aufgelöst und in größeren Verwaltungseinheiten aufgegangen. Das Forsthaus ging durch Kauf in Privatbesitz über.

Rundgang 360
Veranstaltungskalender
von:
Error: Bitte geben Sie ein Datum ein.
bis:

Kontakt

Der Magistrat der Stadt Fulda
Schlossstraße 1
36037 Fulda
Telefon: 0661 102 1111

Kontakt: Bürgerbüro

siterip.biz