Geschichte des Stadtteils Edelzell

Edelzell, südöstlich von Fulda gelegen, ist mit der Geschichte des Klosters Fulda eng verbunden. Da der Ort im Bereich der Karlmannschenkung liegt, dürfte seine Entstehung in der Zeit zwischen 750 und 800 liegen. Gründungsdokumente sind nicht vorhanden. Man nimmt an, dass der Name von dem 876 verstorbenen Fuldaer Mönch Ethil abgeleitet ist. Urkundlich tritt Edelzell im 14. Jahrhundert unter der Bezeichnung „Ethelencelle“ oder Etilncelle in Erscheinung. In Urkunden aus dem Jahr 1545 stößt man bereits auf den Namen „Edelzell“.Edelzell diente dem Kloster Fulda für landwirtschaftliche Zwecke. Aus 1510 sind 7 fuldische Viehhalter bekannt. Spätere Urkunden („Saalbücher“) weisen 6 dienstbare Höfe aus. Es handelte sich um lehnbare Höfe, d.h. der Grundbesitz gehörte dem jeweiligen Landesfürsten. Die Edelzeller Bauern hatten erhebliche Abgaben zu erbringen und mussten Hand- und Spanndienste für ihren Landesherren erbringen. Nach der Säkularisation 1802 änderten sich die Βesitzverhältnisse am Edelzeller Grund und Boden.

Nach Beendigung der geistigen Herrschaft blieb das Land zunächst noch Eigentum des Staates. Nachdem Fulda 1816 ein Teil Kurhessens wurde, begann man den Bauern das Land zum Kauf anzubieten. Ab dieser Zeit erwarben die Vorfahren der heute noch zum Teil ansässigen Landwirte vom kurhessischen Staat ihre Ländereien zu Eigentum. Damit begann der wirtschaftliche Aufschwung des Dorfes und Edelzell erhielt in der Folgezeit seine administrative Selbständigkeit. Die Landwirtschaft blieb zunächst Haupterwerbszweig der Bewohner Edelzells. Im Zuge der Industrialisierung zog es nach und nach einen immer größer werdenden Teil der Edelzeller Bevölkerung zu Arbeitsplätzen in die entstehenden Fuldaer Industriebetriebe. Diese ersten „Pendler“ blieben in Edelzell wohnen und bauten sich auf ihrem Erbteil ein eigenes Haus. Sie legten damit den Grundstein für die Entwicklung und das Wachstum des Ortes.Die beiden Weltkriege hat der Ort nahezu schadlos überstanden. Neben den auch in Edelzell zu beklagenden Verlusten männlicher Kriegsteilnehmer gab es lediglich in den letzten Kriegstagen 1945 einen Bombenabwurf auf die Volkschule von Edelzell (heutiges Bürgerhaus).In der Nachkriegszeit siedelten sich in Edelzell einige Familien Heimatvertriebener aus den ehemaligen Deutschen Ostgebieten an. Zur Bewältigung der hieraus resultierenden Wohnungsknappheit wurde das Gelände am Röhlingswald zur Bebauung freigegeben. In der Zeit des so genannten Wirtschaftswunders entstanden dann in Edelzell weitere zahlreiche neue Wohnhäuser und die Bevölkerungszahl wuchs stetig. Von ca. 200 Einwohnern um 1905 wuchs die Bevölkerungszahl in 1950 bereits auf ca. 500, 1963 zählte man 800 Einwohner.Im Jahre 1972 büßte Edelzell im Zuge der Hessischen Gemeindegebietsreform seine administrative Selbständigkeit ein. Während die Nachbargemeinden Engelhelms und Pilgerzell sich für einen Anschluss an die neu entstandene Großgemeinde Künzell entschieden votierten die Edelzeller Bürger im Rahmen einer Abstimmung mehrheitlich für einen Zusammenschluss mit der Stadt Fulda. Edelzell ist seit dem Stadtteil von Fulda.Edelzell entwickelte sich in der Folgezeit zu einem begehrten Wohnstandort. Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zogen zahlreiche Familien russlanddeutscher Spätaussiedler nach Edelzell. Durch die Erschließung neuer Baugebiete -Heussstraße, Karlmannstraße/Ethilstraße und zuletzt Stauferring- stieg die Bevölkerungszahl innerhalb von ca 30 Jahren sprunghaft an. Heute ist Edelzell mit ca. 2.400 Einwohnern der bevölkerungsstärksten Stadtteil Fuldas.

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