Wilmington swingt und jazzt 2008

Austausch von Gedanken in friedlicher Begegnung sind das Ziel des Amerikanischen Partnerschaftsvereins/
Interview mit dem Präsidenten Dennis Sheer:


Mehr als 8.000 Kilometer trennen Fulda von Wilmington. Trotz der Entfernung ist der Gedankenaustausch lebendig, begegnen sich Einzelne und Gruppen in regelmäßigen Abständen. In diesem Jahr besteht die Städtepartnerschaft zwischen dem osthessischen Oberzentrum und der ehemaligen Hauptstadt des amerikanischen Bundesstaates Delaware seit 10 Jahren. Was erwartet die amerikanische Seite zum Austausch zwischen Fulda und Wilmington? Welche Ziele haben sich die Freunde in der Partnerstadt für die Zukunft gesteckt? Michael Schwab sprach mit dem Präsidenten des amerikanischen Partnerschaftsvereins „Sister Cities International“ Dennis Sheer.

Wie ist der Verein „Sister Cities International“ in Wilmington organisiert?

Dennis Sheer:

Wir sind eine ehrenamtliche Vereinigung ohne Stab und ohne Büro. Wir werden vom Verband „Sister Cities International“ mit Sitz in Washington finanziell unterstützt. Weitere Förderungen erhalten wir vom Staat Delaware und natürlich über den Bürgermeister der Stadt Wilmington. Unser Modell entspricht allerdings nicht dem europäischen, wo es üblicherweise in den Stadtverwaltungen unmittelbare Ansprechpartner für die Städtepartnerschaften gibt. Bei uns in den USA ist alles ehrenamtlich organisiert. Derzeit bin ich der Vorsitzende des Vorstandes des Wilmingtoner Vereins „Sister Cities International“.

Seit wann und zu welchen Städten unterhält Wilmington partnerschaftliche Kontakte?

Dennis Sheer:

Unser Netzwerk nahm 1961 zum 325jährigen Stadtjubiläum seinen Anfang. Private Kontakte führten zu einer Partnerschaft mit dem schwedischen Kalmar, aus dem die Gründerväter Wilmingtons stammten. Danach schlossen wir uns „Sister Cities International“ an. Der Austausch mit Kalmar kam über Daniel Forley zustande. Auf einem Geschäftsflug begegnete er Schweden, die aus Kalmar stammten. Unsere Partnerstädte sind neben Kalmar Watford, Olevano sul Tusciano, das afrikanische Osogbo und eben Fulda.

Worin sehen Sie die Schwerpunkte der Städtepartnerschaft?

Dennis Sheer:

Wir suchen den Austausch in den Bereichen Erziehung, Kultur, Verwaltung und Sport. Zusätzlich natürlich auch in der wirtschaftlichen Entwicklung. Mit Kalmar verbindet uns ein interessantes Projekt auf Hochschulebene, in dem zwischen Amerikanern und Schweden Notfallpläne im Zusammenhang mit der Vogelgrippe erarbeitet worden sind und man gemeinsam auf der Suche nach medizinischen Antworten auf dieses Phänomen ist. Das ist sowohl ein akademischer als auch ein Verwaltungsaustausch.

In Fulda haben wir gute Kontakte zur Hochschule, aber auch zur Ferdinand-Braun- und zur Bardoschule. Beim Schulaustausch ist unser Gedanke, dass die Schüler Fuldaer Schulen amerikanische Schulen besuchen sollen und sich nach ihrem US-Aufenthalt im darauffolgenden Jahr wieder treffen.

Einen Schwerpunkt legen wir auch auf den kulturellen Dialog. Unsere Kulturreferentin Tina Betz richtet in jedem Jahr ein großes regional bekanntes Jazz-Festival in Wilminton aus. Wir würden uns freuen, wenn im Juni nächsten Jahres auch Freunde aus Fulda dabei sein könnten, um dieses Ereignis mitzuerleben. Übrigens ist die Zeit von Mai bis Ende Juni die Zeit der Festivals in Wilmington. Die griechische, die italienische oder die polnische Gemeinde – jede hat ihr eigenes, sehr individuell gestaltetes Festival mit Tausenden von Besuchern.

Wie intensiv sind die Kontakte zu den einzelnen Städten?

Dennis Sheer:

Zu unserer italienischen Partnerstadt bestehen besonders enge Kontakte, weil viele Italiener im 19. Jahrhundert ausgewandert und in Wilmington ihre neue Heimat gefunden haben. Etliche der Familien verbinden bis heute verwandtschaftliche Bande. Dadurch rücken Amerikaner und Italiener enger zusammen. Unser generelles Ziel ist es, im Wechsel jedes Jahr ein Treffen mit den Partnerstädten zu haben. Das gelingt trotz großer Entfernungen im Regelfall.

Unter unseren Partnerstädten ist Fulda aufgrund seiner Größe, Geschichte und aktuellen Situation die aus meiner Sicht interessanteste Städtepartnerschaft.

Wer mehr über die Städtepartnerschaft erfahren will, findet weitere Informationen auf der Website des Partnerschaftsvereins: www.sistercitieswilmington.org

Fulda, 03. Dezember 2007  
108/2007 pr/ms

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