Geschichte

Stationen der Sammlung

 

"Herr Domkapitular Hahne beabsichtigt, seine Sammlung von Alterthümern, insbesondere fuldischen Ursprungs, der Stadt Fulda schenkweise zu überlassen, falls diese sich verpflichtet, die Sammlungen in anständigen Lokalen aufzustellen, dieselben nicht zu veräußern und einen etwaigen Überschuss der zu erhebenden Entrées über die Unterhaltungskosten zu milden Zwecken, z.B. hiesigen Armenanstalten zu verwenden". Mit diesem aufschlussreichen Aktenvermerk des damaligen Oberbürgermeisters Rang vom 4. Februar 1875 begann vor 125 Jahren die Geschichte des Städtischen Museums in Fulda, da sowohl der Stadtrat als auch anschließend der Bürgerausschuss die großzügige Stiftung und die daran geknüpften Bedingungen akzeptierten. Konrad Hahne wurde am 1. Juli 1809 als Sohn des Drechslermeisters Franz Anton Hahne in der Hinteren Schleifersgasse in Fulda geboren. Nach dem Theologiestudium, das er in seiner Heimatstadt absolvierte, wurde er 1837 Sekretär des damaligen Bischofs Johann Leonhard Pfaff (1832-1848). Schon damals zeigte er ein starkes Interesse für das Sammeln von Objekten der bildenden Kunst und des Kunstgewerbes, vor allem regionaler Provenienz, wie die abgebildete Zeichnung belegt. Nach dem Tod des Bischofs kam er als Pfarrer und Dechant nach Kassel, wo er von 1849-1866 in der Diaspora tätig war. Im Jahr 1866 kehrte er als Domkapitular nach Fulda zurück und wurde zu Beginn des Kulturkampfes, als nach dem Ableben des Bischofs Christoph Florentius Kött (1848-1873) sich kein Nachfolger fand, der den Eid auf den Preussischen Staat abzulegen bereit war, am 11. März 1874 zum Kapitularvikar und damit zum Bistumsverweser ernannt. Seine unnachgiebige Haltung dem Preussischen Staat gegenüber hat ihn kurze Zeit nach der großzügigen Stiftung an die Stadt Fulda die harten Gegenmaßnahmen des Staates spüren lassen; und Refektorium räumlich beschränkt wurde. Eine Vergrösserung der Dauerausstellung konnte erst 1930 mit dem Umzug in das ehemalige Residenzschloss, das schon seit 1882 als Standort des Städtischen Museums erwogen wurde, verwirklicht werden. Den heutigen Namen erhielt das Museum am 2. April 1938 anläßlich des 75. Geburtstages seines langjährigen Leiters Joseph Vonderau. Die Sanierung und Restaurierung der historischen Räume des Stadtschlosses war 1968 erneut Anlass, Teile der Sammlungen - vor allem die stadtgeschichtlichen und volkskundlichen Bestände - erneut in den Nordflügel der Stadtschule zu verlegen, wo bis 1976 eine eher provisorische Dauerausstellung eingerichtet wurde. Ein kleinerer Teil der Sammlung - die mit der höfischen Repräsentation zusammenhängenden Museumsbestände (Gemälde, Möbel, Fuldaer Porzellan oder Glaspokale) - wurde in den neu hergerichteten, historischen Räumen des Schlosses im Sinne der Ausstattung präsentiert. Erst seit 1984/85 haben Planungen zum Umbau der ehemaligen Stadtschule konkrete Formen angenommen und der gesamte Komplex mit nun fast 4.000 qm Ausstellungsfläche konnte nach einer völlig neuen Konzeption als ein kulturhistorisches Museum für die Stadt und Region des ehemaligen Hochstifts Fulda umgebaut und eingerichtet werden. Am 8. März 1994 wurde das Museum feierlich eröffnet (GS)            

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