Eine große Bautradition

Bauen und Architektur in Fulda


Als nördlichste Siedlung der damaligen, christlichen Welt im 8. Jahrhundert entstanden, konnte Fulda schon sehr früh auf ein repräsentatives, weit über seine Grenzen hinaus bekanntes Kloster mit beeindruckenden baulichen Ausmaßen schauen. Aus dieser klösterlichen Zelle entwickelte sich nach typischem mittelalterlichen Muster eine organisch gewachsene, kleine, aber bedeutsame Bürgerstadt im Schatten der großartigen romanischen Basilika. Insbesondere die Klosterbaukunst beförderte den Bau von Schulen, einer Universität und die noch heute bedeutsame Gartenbaukunst in Fulda. Mit der Gegenreformation wurde die Stadt Fulda ab Mitte des 17. Jahrhunderts barockisiert. Zwischenzeitlich war eine repräsentative Schlossanlage im vis-à-vis des Domes entstanden, sodass Fulda aus dem Zusammenschluss von Stiftsbezirk, Schlossbezirk und Bürgerstadt zusammengefügt war. Der Barock manifestierte in steinerner Baukunst die Festheit des Glaubens und Solidität der Kirche sowohl im sakralen Bauen, als auch in bürgerlichen Profanbauten. So wurden in die organischen Formen der mittelalterlich geprägten Altstadt zentrale Achsen eingefügt, an deren Anfang und Ende barocke Stadtpalais in Korrespondenz mit der barockisierten Schlossanlage errichtet wurden. Der Schlossgarten wurde nach dem Vorbild von Pommersfelden, von Maximilian von Welsch angelegt und verband nunmehr in gestalteter Weise das Schloss mit dem Dombezirk, in dessen Mitte, anstelle der mittelalterlichen Ratgarbasilika der repräsentative barocke Fuldaer Dom errichtet wurde. Durch die Barockisierung wurden viele ehemalige Fachwerkgebäude in der Stadt zu „steinernen“ Putzfassaden umgewandelt. So entstand ein einheitliches Ensemble, dessen darunter liegende Jahresringe jedoch noch genau abzulesen sind. Diese großartige Tradition schenkte Fulda sowohl die strukturierte Kleinteiligkeit eines gewachsenen Organismus als auch die gestaltete Großzügigkeit einer gezielt geplanten Anlage in Auseinandersetzung mit einer ganz konkreten Aussage, dem Wertegefüge eines Bischofssitzes. So verkraftet Fulda kleinteiliges bürgerliches innerstädtisches Bauen und skulpturale, steinerne Architektur, die den Ort überhöht und ihn mit seiner großen Tradition bezeichnet. Diese Tradition ist Verpflichtung


Vornehme Armut/Schlichtheit mit klarstellender Architektur

Das Umfeld von Fulda und das Innere der Bürgerstadt ist von einer klarstellenden „Schlichtheit“ geprägt. In Fulda verkörpert sich barocke Lebensweise, gleichzeitig aber vernünftiges Wirtschaften in angemessenen Strukturen. Dies findet insbesondere in der bürgerlich städtischen Architektur seinen Widerhall und insbesondere in der kargen Rhön seinen Ausdruck in reduzierten, auf das Wesentliche beschränkten Formen. Die Reihe anspruchsvoller Architekten, die in Fulda und der Rhön ihre Bürobetriebe unterhalten, haben dies in vielen, mittlerweile ausgezeichneten Bauten in Hessen auf den Punkt gebracht. Noch heute bemühen die Architekten der Region diese Klarheit und damit auch Regionstypik und Identifizierbarkeit. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch die Fortschreibung der Werte, die sich in bestecchender Funktionalität und klarem Ausdruck widerspiegeln. Die Besinnung auf diese Tradition bedeutet im Gegensatz zur modischen Einheitsarchitektur und sich immer mehr verschleifenden anspruchslosen Detailverhalten eine Chance für prägendes und zukunftsgewandtes Bauen.


Stadt und Kulturlandschaft

Durch die Gebietsreform wurden Fulda wichtige städtische Randstadtbereiche entzogen - Petersberg und Künzell. Somit geht eine administrative Trennlinie mitten durch die gewachsene Stadt und trennt Fulda von Autobahn und Rhön. Dies führte zu strukturellen Schwierigkeiten der Ansiedlung von Gewerbe und der Errichtung eines besonderen infrastrukturellen Grundgerüstes. Gleichzeitig aber wurden Fulda aber 24 Stadtteile in Form wunderbarer Dörfer geschenkt. Diese Dörfer sind in traditioneller Weise eingebettet in eine landwirtschaftlich geprägte und gleichzeitig natürlich gewachsene Kulturlandschaft. Hat der Städtebau der 70er und 80er Jahre das Wachstum der Dörfer mit übergroßen Baugebieten befördert, werden diese jetzt abgerundet, sodass die vorhandenen Strukturen bewahrt und sanft weiterentwickelt werden. Fulda, eine Stadt mit zwei Seiten, einer ländlichen und einer städtischen. Wenn man so will einer beispielhaften, vertrauenserweckenden Grundstruktur in vielfältigen Formen und Nutzungsmöglichkeiten.

Vision / Leitbild

In Fulda setzt man sich auf festem Fundament mit dem Bauen auseinander. Insbesondere die große und starke Tradition zwingt immer wieder sich zuerst mit dem Standort und seinen Bedürfnissen auseinander zu setzen und vorhandene Strukturen so zu begreifen, dass sie in ihren Potenzialen befördert werden. Dazu gehört eine konsequente und zukunftsgerichtete Infrastruktur, Planung und Politik, die in sinnvoller Verkehrsplanung und befördernden Infrastrukturmaßnahmen mündet. Daneben gilt es, die baulichen Kerne der Ortsteile und der Kernstadt so zu entwickeln, dass sie den Ansiedlungskräften und –Bestrebungen von außen standhalten und weiter Mittelpunkt aller Entwicklungen bleiben. Neben Maßnahmen und Projekten in der Kernstadt wird nun die Kernstadt in Form der südliche Innenstadt erweitert und entwickelt. Urbane Mischungen spielen dabei die Hauptrolle. Ziel ist es, Fulda im Rahmen seines Profils und seiner Potenziale weiter zu entwickeln und in seiner Einzigartigkeit sichtbar zu machen und wert zu schätzen. Innerstädtische Quartiere wie Universitätsplatz und Schlossbereich wurden baulich aufgewertet. Daneben setzen sich die auf unterschiedlichen Ebenen Handelnden mit der Qualität von Architektur und Städtebau auseinander. Gestaltungssatzung und -beirat sollen entstehen. Ein weiteres Potential ist der Fluss Fulda. Ihn mit der Stadt zu vernetzen und die Fuldaaue als innerstädtische Erholungslandschaft, den städtischen Kern mit umgebender Kulturlandschaft wie ein Rückgrad verbindend zu entwickeln, ist ein Ziel, das vielfältige Ansätze birgt.


Cornelia Zuschke
Stadtbaurätin

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