Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Fulda

Stadt Fulda

Die Stadt Fulda setzt sich seit Jahren für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein.
Anbei finden Sie das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Fulda von 2013. Seit Mai 2015 wird die Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzeptes von der Klimaschutzmanagerin Bianca Heinzen begleitet.

Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Fulda    (14,8 MB)

Kurze Klimaschutzbroschüre 

Gremienbeschlüsse 

Präsentation der Klima und Effizienzagentur 

Prozess zur Erstellung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Fulda

Stadt Fulda

Klimaschutz und erneuerbare Energien

Klimaschutzkonferenz im März 2012.
Stadt Fulda
BHKW im Stadtschloss
Heizungsanlage im Stadtschloss (hinten das BHKW, in der Mitte ein Brennwertkessel, Vorne ein Niedertemperaturkessel)

Stadt Fulda bilanziert bisherige Anstrengungen und beauftragt Klimaschutzkonzept -   
    
„Die Energiewende ist beschlossen und wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um unser Klima zu schützen. Die letzten weltweiten Klimaschutzkonferenzen waren teils ernüchternd. Aber, unser Ziel muss es sein, konkrete Ansätze zu finden, die zu Fulda passen und möglich sind, um dazu beizutragen, die Erderwärmung bei max. zwei Grad zu begrenzen“, so Stadtbaurätin Cornelia Zuschke bei der jüngsten Vorstellung der Klimaschutzbemühungen der Stadt.
Das Klima verändert sich durch Anreicherung sogenannter „Treibhausgase“, die überwiegend bei der Verbrennung und dem Abbau organischer Stoffe entstehen. Diese Gase reichern sich in der Atmosphäre an und verhindern die Wärmeabgabe der Erdkugel. Städte sind dabei zugleich Hauptquellen sowie zentraler Ort der Lösung, da sie ca. 75% der Energie verbrauchen und 80 % der Treibhausgasemissionen verursachen.

Prozesse und Umdenken einläuten und begleiten

Den Prozessweg der Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsaktivitäten beschreitet die Stadtverwaltung mithilfe fachkundiger Experten schon seit mehreren Jahren und kann auf den unterschiedlichsten Bereichen auch Erfolge und Modellprojekte vorweisen. In zwei Klimaschutzkonferenzen (2008/2012) wurden unter Einbindung der Verwaltung sowie der Stadtverordnetenversammlung Projekte angestoßen  und entworfen. „Wir haben viele Ideen aus diesen Konferenzen bereits heute umgesetzt, da wir wissen, dass der Klimawandel die Städte vor große Herausforderungen stellen wird, nicht nur unsere Bewohner, die Infrastruktur, die Wirtschaft und unsere Flora und Fauna sind betroffen. Unsere gewohnte Lebensqualität und das nachhaltige Leben in den Städten ist in Gefahr“, unterstreicht Oberbürgermeister Gerhard Möller die Notwendigkeit des fortwährenden Handelns.
Themenfelder wie Bauleitplanung, energetische Sanierung des Gebäudebestandes, Sicherstellung des Kalt- und Frischluftaustausches in der Stadt sowie Mobilität der Zukunft sind Handlungsfelder.

Energie der Zukunft – erneuerbare Energie

Die Stadt, die ÜWAG sowie die GWV stellen sich dem Wandel der Energieerzeugung seit längerem. Neben Wasserkraft, Windenergie, 
  Photovoltaik, Geothermie spielt die Biomasse eine wesentliche Rolle der Energiesicherung. „Die Wasserkraft wird heute schon an neun Anlagen im Stadtgebiet genutzt. Insgesamt gibt es im ÜWAG-Netzgebiet 79 Anlagen. Wir unterstützen dieses Energiequelle zwar, sehen aber hier für das Stadtgebiet wenig Potenzial. Ökologisch tun wir jedoch viel in Bezug auf Artenerhaltung, Sanierung der Wehre und Mühlgräben und Renaturierung der Wasserläufe“, so Zuschke. Eine größere Effizienz sieht sie in der Nutzung der Windkraft. Aktuell erstellt das Frankfurter Fachbüro PGNU im Auftrag des Kreises und nach ersten Ideen der Stadtbaurätin, ein Fachgutachten, das alle evtl. Standorte auf ihre Verträglichkeit im Hinblick auf die Windhäufigkeit (mind. 5,75 m/s) sowie weiterer Faktoren wie Entfernung zur Wohnbebauung, Vogelflugrouten, Nistgebieten und Lebensraum untersucht.
Großes Potenzial der Energieerzeugung sieht Zuschke in der Nutzung von solarthermischen Anlagen sowie der Photovoltaik. Die Stadt hat bereits Dächer für diese Nutzungsarten anderen Betreibern überlassen. Zu nennen ist hier u. a. die F.-v.-Stein-Schule, auf deren Dach bereits 2006 eine Bürgersolaranlage errichtet wurde. Der Einbau von BHKWs und der Austausch alter Heizungsanlagen – etwa im Stadtschloss – heben ein enormes Einsparpotenzial. Aber auch für die Solarthermie zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung gibt das Stadtplanungsamt den Hauseigentümern fachkundige Tipps. „Sicherlich können wir auf diesen Gebieten noch weit mehr tun. Ich denke hier an die vielen Schuldächer unserer Stadt“, gibt die Stadtbaurätin zu bedenken.
Geothermie und Biomasse sind weitere Themenfelder, die unter anderem durch die ÜWAG und GWV Fulda bereits gut besetzt werden. Gerade die Anlage der Biothan GmbH auf dem Gelände Finkenberg stellt ein innovatives Konzept dar. Nur Reststoffe erzeugen hier Bioerdgas und die Diskussion „Teller–Tank“ wird somit elegant umgangen. Zuschke: „Ein Leuchtturmprojekt der Region mit großer Strahlkraft. Solche Innovationen brauchen wir mehrfach, dann gelingt die Energiewende auch“.

Energieeinsparungen sind notwendig

Neben der Energieerstellung und dem Sparen sehen die Stadtlenker auch wachsenden Handlungsdruck in Bezug auf die Sicherstellung der Mobilität, der naturbewussten Bereitstellung der Infrastruktur sowie des Wohnens in der Stadt. Für den konkreten Austausch von Verwaltung, Gremien und Experten organisierte die Stadtbaurätin und Ihr Büro eine Arbeitskonferenz. Hier sollten Anträge, Ideen und Realisierungsansätze gefunden und ausgehandelt werden, um in die Machbarkeit übergeleitet zu werden.
Arbeitsgruppen der zweiten Fuldaer Klimakonferenz gaben hier Impulse. Verbesserungen der Aufenthaltsbedingungen, Steigerung der Siedlungsbelüftung, mehr Grün im urbanen Umfeld – diese Themen spielen beispielhaft in der Erstellung des Bebauungsplans „Am Leschberg“ – nördlich des Schulzenbergs – eine bedeutende Rolle. „Wir müssen unser Wohnumfeld verbessern, Grünräume schaffen und die Innenentwicklung der Stadt fördern“, so OB Möller in Anspielung des unverminderten Landverbrauchs in Deutschland. Die Stadt beherzigt dies soweit möglich. Als Bespiele nennt er u.a. die Erhaltung eines Steinbruchs als Wasserfläche, die Waldanpflanzung der Leschberg-Kuppe, Renaturierungen entlang der Fulda, Erhaltung der landwirtschaftlichen Flächen und der Ausbau von Radwegen und deren Lückenschluss.
Die ÖPNV-Beschleunigungsmaßnahmen tragen Früchte. Dennoch sehen die Dezernenten Möller und Zuschke weiteres Potenzial in der Attraktivitätssteigerung des ÖPNV und deren Optimierung. Die Einführung der Niederflurbusse, neue Wartehallen und das Blinden-Leitsystem sind Anreize den eigenen PKW öfters stehen zu lassen. Aber auch andere Mobilitätsformen müssen beförderte werden, so Zuschke.

Die Straßenbeleuchtung in Fulda verbrauchte im Jahr 2010 ca. 3.120.000 kWh. Durch den sukzessiven Austausch der 3.000 Quecksilberdampflampen durch energiesparende Leuchtmittel ist man sich im Stadtschloss sicher, Energie zu sparen. Weiterhin ermöglichen diese, die Lichtpunktabstände zu erhöhen. Um Energie zu sparen, werden zwischen 22.30 - 05.30 Uhr im Außenbereich insgesamt 2.176 Lampen abgeschaltet bzw. auf 70 % reduziert.
Möller und Zuschke sehen dem durch das Fachbüro KEEA zu erstellenden integriertem Klimaschutzkonzept gespannt entgegen und werden die in diesem Gutachten beschriebenen Anreize sicherlich in ihre Handeln übernehmen. „Wir sind es allen Generationen schuldig und hier liege ich sicher auch mit den Stadtverordneten unserer Stadt überein“, so OB Möller abschließend.
„Die Klimaschutzvorlage als Konzept zum Klimaschutz soll in einer Bürgerversammlung vorgestellt und diskutiert werden und am Ende konkretes Handeln auslösen, Beispiele geben und andere anstecken“, so Cornelia Zuschke.

Fulda, 28. August 2012

Bianca Heinzen
Stadtplanungsamt - Klimaschutzmanagerin
Gebäude:Stadtschloss
Zimmer:A-125 Fulda , 36037
Telefon:0661 102-16 27
Rundgang 360
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