Historischer Dreiklang in der Innenstadt

Stadt Fulda

Segnung und Inbetriebnahme des Sturmiusbrunnens/ Übergabe des Borgiasplatzes -

„Der heutige Tag wird in den Annalen unserer Stadt fest vermerkt werden“, erklärte Oberbürgermeister Gerhard Möller bei der Inbetriebnahme des Sturmiusbrunnens erfreut. Im Beisein von Repräsentanten der städtischen Gremien, Stadtbaurätin Cornelia Zuschke, Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel, den Anliegern, Geschäftsinhabern, Ehrengästen und vielen Bürgern konnte damit auch der neu gestaltete Borgiasplatz – ein „wichtiges Stück städtischer Neugestaltung“ – an die Öffentlichkeit übergeben werden. Die Veranstaltung wurde von den Fuldaer Stadtmusikanten musikalisch untermalt.

Fuldas Gründer im Herzen der Stadt

Mit großer Freude wurde somit 1265 Jahre nach der Gründung des Fuldaer Klosters ein stadtgeschichtlicher Erinnerungsort geschaffen. Während Sturmius schon an anderen Stellen einen Platz gefunden hatte, war es dem Fuldaer Verwaltungschef schon seit langem ein großes Anliegen, ihn in die Stadtmitte zu holen. Denn in den letzten 140 Jahren gab es immer wieder Anregungen und auch acht Anläufe für ein Denkmal, die aber aus unterschiedlichen Gründen nie Erfolg hatten. Der Stadtgründer Sturmius hat nun im Zuge der Rekonstruktion des Brunnens erstmals einen Platz neben Bonifatius und dem Ordensgründer Benedikt erhalten. Dabei erwies sich der Fund einer Sturmius-Plastik in einer Garage eines Restaurators als Wink des Schicksals, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Wir haben den richtigen Dreiklang gefunden“, ist sich der Kulturdezernent sicher. Neben Bonifatius als Auftraggeber („Missio“) und dem Ordensgründer Benedikt als Ideengeber („Regula“) steht nun  - aufgrund seiner besonderen Bedeutung etwas vorgelagert - Sturmius als mittelbarer Gründer Fuldas. Ab sofort befindet er sich damit auch direkt an der Nahtstelle zwischen Altstadt und Neustadt.

Sturmius zwischen Alt und Neu

Gerhard Möller betonte, dass dies vor allem auch ein Tag des Dankes an alle an der Diskussion, Umsetzung und Finanzierung Beteiligten sei.
„Besonders möchte ich aber Restaurator Gisbert Seng danken, der bei der Herstellung sowie Überarbeitung der Abgüsse wie immer eine hervorragende Arbeit geleistet hat“, so der Kulturdezernent. Die Stadt Fulda habe insgesamt 950.000 Euro für die Umgestaltung des Borgiasplatzes investiert, wobei die Jubiläumsstiftung der Sparkasse die Brunnensanierung mitfinanziert habe. „Das ist eine beachtliche Summe, die sich aber lohnt, da uns dieses Denkmal immer wieder begleiten wird“, räumte der Oberbürgermeister ein. Daraufhin  erhielt der Brunnen den kirchlichen Segen von Dechant Dr. Dagobert Vonderau und Pfarrerin Petra Hegmann. Schließlich folgte die feierliche Enthüllung der Sturmiusfigur durch Oberbürgermeister Gerhard Möller, Stadtbaurätin Cornelia Zuschke und Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel.

Sturmius in allen Facetten

Während alle drei Abgüsse auf etwa 1,20 m hohe stelenartige Sandsteinsockel in die Brunnenanlage miteinbezogen wurden, komplettiert nun der mannshohe Bronze-Abguss des Sturmius den Dreiklang. Denn die bisher an dem Brunnen stehenden Originalskulpturen von Bonifatius und Benedikt wurden aufgrund ihrer starken Beschädigung und aus konservatorischen Gründen durch Steinabgüsse ersetzt. Zu diesem besonderen Anlass trugen die Kinder des Kindergartens St. Sturmius ein Lied vor und Helen Bonzel, die Direktorin der Kinder-Akademie, übergab dem Kulturdezernenten ein Bild des Pop-Art-Künstlers Devin Miles. Das Bild, auf dem neben Sturmius auch andere Fulda-Motive abgebildet sind, vereine laut Möller das Alte mit dem Neuen auf sehr schöne Art und Weise.

Fulda, 28.10.2009
372/2009 pr/cp

Segnung und Einweihung des neuen Sturmiusbrunnens auf dem Borgiasplatz

 

Feierlich wurde Ende Oktober 2009 der neue Sturmusbrunnen eröffnet. Neben der neuen in Bronze gegossenen Sturmiusfigur zeigt der Brunnen den Heiligen Bonifatius und den Heiligen Benedikt. Beide in Sandstein gehauenen Figuren waren bereits Bestandteil des Brunnens am Borgiasplatz.

Sturmius = Fundatio (Gründung)
Bonifatius = Missio (Auftrag)
Benedikt = Regula (Ideengeber)

Ort der Erinnerung für Sturmius

Bronzefigur des Klostergründers soll rekonstruierten Brunnen am Borgisplatz ergänzen/ Originalvorlage für Bronzeplastik in der Kirche von Malkes entdeckt -
 
Wer im Stadtbild Fuldas den heiligen Sturmius, den eigentlichen Kloster- und damit Stadtgründer sucht, sucht bis auf die moderne Plastik im Domdechaneigarten bislang vergeblich. Doch nicht mehr lange. Denn Fuldas OB und Kulturdezernent Gerhard Möller möchte dem Weggefährten des Bistumsheiligen Bonifatius im Herzen der Stadt einen „sichtbaren Ort der Erinnerung“ geben. Eine vor wenigen Monaten in der Garage eines Restaurators wieder entdeckte Sturmius-Plastik soll als Bronze-Abguss die bisherige Figurengruppe des Brunnens auf dem Borgiasplatz mit Bonifatius und Ordensgründer Benedikt ergänzen.

Ausgangspunkt

Für Möller wird mit der Realisierung der Idee dieses Herzstück Fuldas spürbar an Attraktivität gewinnen: „Der Borgiasplatz entwickelt sich so zu einem interessanter Ausgangspunkt für Stadtführungen, an dem sich die Geschichte nachvollziehen lässt, vor allem aber in Bild und Wort plastisch wird.“

Spurensuche

Bevor die endgültige Entscheidung fiel, wo Sturmius künftig stehen sollte, war Kulturamtsleiter Dr. Werner Kirchhoff auf Spurensuche gegangen. Vielleicht, so die Hoffnung des Experten, war das barocke Original der qualitätsvollen Nachbildung im Fuldaer Bistumsbezirk zu finden. Kirchhoff fand zunächst heraus, dass es sich bei der Vorlage für die Kopie um eine Holzplastik gehandelt haben musste. Die Suche ging weiter. „Und siehe da: Nach einem Zusatzhinweis entdeckte Kirchhoff das Original in der Kirche von Malkes“, berichtet Möller vom aufregendsten Moment der Recherche. Die Abt-Mitra wird dort allerdings von Engeln gehalten. Das sei die Typologie in der Kapelle von Malkes. „Damit haben wir die Bestätigung, dass es Sturmius ist“, freut sich Fuldas Kulturdezernent. Und nicht nur er: Denn auch die Einwohner des Fuldaer Stadtteils sind stolz, dass „ihr Sturmius eine Aufwertung erfährt.“ Zwischenzeitlich hatte es wegen der Ursprungs der künftigen Brunnenfigur „wilde Spekulationen“ gegeben. Nun habe sich der „Nebel endlich gelichtet“. Möller geht davon aus, dass das Projekt „Sturmiusdenkmal“ eine „runde Sache“ wird: insbesondere durch die Platzierung von Sturmius an der Nahtstelle zwischen Altstadt und Neustadt.

Lingua Franca
 
Längst ist die Figur von der Stadt erworben. Dank ihr war die Idee entstanden, wie das Sturmiusdenkmal aussehen könnte. Gemeinsam mit Bonifatius als Auftraggeber (Missio) und Benedikt als „Ideengeber“ (Regula) soll  Sturmius als Gründer Fuldas (Fundatio) nun die Brunnen-Trias bilden. Ursprünglich hatten die Planer die unterschiedlichsten Ideen entwickelt, beispielsweise die Figuren im Baumhain, vor der Stadtpfarrkirche oder am Brunnen aufzustellen. „Nach langer Überlegung haben wir uns für den Brunnen entschieden, der rekonstruiert werden soll“, erläutert Möller das aktuelle Konzept. Regula, Missio und Fundatio – diese drei lateinischen Begriffe, in der zu Bonifatius-Zeiten üblichen „Lingua Franca“ sollen zur Erklärung auf die Figurensockel geschrieben werden. Hinzu kommt eine Bronzeplatte als „Übersetzungshilfe“ am Brunnen, „die das Geschehen zusammenfasst“.  Sturmius wird sich wahrscheinlich als Bronze-Statue zu Bonifatius und Benedikt hinzu gesellen Die beiden anderen Figuren möchte die Stadt als „Steinabguss“ nachbilden lassen. Im Herbst soll nach Vorstellungen des Oberbürgermeisters „alles fertig sein.“

Fulda, 15. Juni 2009   
pr/ms 2009

Heilige schweben durch die Luft

Stadt Fulda

Figuren der Heiligen Bonifatius und Benedikt vom Sockel genommen/ Brunnen am Borgiasplatz musste abgebaut werden -

Seit Jahrzehnten blicken der heilige Bonifatius und der heilige Benedikt als Wächter auf die Menschen am Borgiasplatz. Weil die ersten Arbeiten für die Neugestaltung der Mitte Fuldas mit der Logistik für Karstadt am Platz beginnen, musste das Brunnenbauwerk aus den 60-er Jahren weichen. Bevor die Plastiken am Haken eines Krans in luftige Höhen schwebten, be- handelten Fachleute ihre porös gewordene Außenhaut. Mit der chemischen Behandlung konnten Schäden beim Transport der kostbaren Originale ver- mieden werden.

Der Weg zum vorübergehenden neuen Stand- ort war nicht weit. In den Arkaden vor dem Lapidarium des Vonderau-Museums haben Bonifatius und Benedikt für die Phase der Bauarbeiten ein neues Zuhause gefunden.

Idee Dreggers und Rufs Die Idee der Brunnengestaltung geht auf den früheren Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Alfred Dregger sowie den Planer und Architekten Sepp Ruf aus München zurück. Kopien der Skulptur sind heute am ba- rocken Portal des Priesterseminars zu sehen. Die Originalfiguren hatte die Stadt als Geschenk erhalten. Mit dem Brunnen sowie den beiden Bonifatius- und Benediktskulpturen setzten einen qualitätvollen architektonischen Fix- punkt am damals neu gestalteten Borgiasplatz zwischen Karstadt, dem Patronatsgebäude, dem alten Rathaus und der Stadtpfarrkirche.

Was aus dem Brunnen und seinen Figuren wird, steht noch nicht fest. Sicher ist, dass Bonifatius und Benedikt nicht mehr an ihren alten Platz zurückkehren.

„Es gibt Überlegungen, die Figuren möglicherweise in den neuen Ort der Erinnerung am Universitätsplatz einzubeziehen“, präzisiert Fuldas Oberbürgermeister und Kulturdezernent Gerhard Möller. Definitiv entschieden ist jedoch noch nichts.