Preisträger des Ideenwettbewerbs

Sie finden hier die vier ausgezeichneten Konzepte sowie jeweils die Erläuterungen des Preisgerichts. 

1. Preis: Deffner Voitländer Architekten, Dachau

 

Auszug aus dem Protokoll: Der Beitrag zeigt eine klare und gleichermaßen nachvollziehbare räumliche Gliederung zwischen Wohnen, Kongresszentrum, Parken und Waidesgrund, reagiert damit ganz selbstverständlich auf die vorgefundene Situation und stellt mit einem deutlich erkennbaren baulichen Bezug zum Grünraum die Besonderheit der Situation heraus.

Überzeugend sind die einfache Erschließung für den Fahrverkehr, die eine gute Orientierung im Quartier unterstützt, und die Einbindung in das vorhandene Wegenetz.

Die Anordnung der Gebäude stellt den Bezug zur Topographie her. Die Verfasser entwickeln ein differenziertes Bauvolumen, das ein vielfältiges Angebot an unterschiedlichen Wohntypologien bietet, mit einer Ausrichtung, inneren Organisation sowie internen Erschließung der Häuser, die durchgängig eine hohe Wohnqualität versprechen.

Insgesamt entstehen überschaubare Einheiten mit guter Adressbildung und deutlicher Unterscheidung zwischen öffentlichen und privaten Freiräumen.

Besondere Orte sind qualitätsvoll und eigenständig herausgearbeitet, so die beiden Eingangsbereiche in das Quartier an der Baugulfstraße und am Zieherser Weg.

Die Kongresshalle samt Erweiterung ist gut in das Gesamtensemble eingefügt. Ob der vorgeschlagene Quartiersplatz im Umfeld der geplanten Kongresshallenerweiterung funktionieren kann, wird unter anderem von der inneren Organisation und der Erschließung des Neubaus abhängen.

Die Positionierung des Parkhauses und das Angebot eines in das Parkhaus integrierten Nahversorgers wird vom Preisgericht positiv beurteilt, ebenso die im Umfeld des Parkhauses geplante Erschließung. Um einen räumlich attraktiven Übergang zum Parkplatz anbieten zu können, wäre die Größe des Parkhauses zu überprüfen. So auch die Andienung der Kongresshalle.

Die geplanten Grünräume sind sehr vielfältig nutzbar und enterstützen mit der vorgeschlagenen Bebauung in gelungener Weise die hohe Qualität des Ensembles.

Insgesamt bietet der Beitrag überzeugende Grundlagen für eine positive Entwicklung der vorgefundenen Situation, sowohl unter städtebaulichen, als auch architektonischen sowie landschaftsplanerischen Gesichtspunkten, und ein hohes Potential für die Entwicklung eines Quartiers mit eigener Identität und hoher Aufenthaltsqualität.

2. Preis: Post Welters + Partner, Dortmund

 

Auszug aus dem Protokoll: Das neue Wohnquartier wird mit der an die Zieheser und Baugulfstrasse angehängten Achse effizient erschlossen. Der als Anger ausgebildete Straßenraum bildet mit den angebundenen Wohnhöfen eine gute Aufenthaltsqualität im neuen Quartier.

Die höhengestaffelten Wohngebäude ermöglichen unterschiedliche Gebäudetypologien in lockerer Reihung. Der Freiraum des Waidesgrunds wird für alle Bewohner gut zugänglich gemacht.

Die städtebauliche Kante zum Waidesgrund ist mit dem dargestellten Gebäudeabschluss der Tiefgaragen jedoch gestört. Die Größenordnung und Ausbildung der TG erscheinen überdimensioniert und erschweren die angestrebte Verzahnung mit dem Freiraum.

Neben den Wohngebäuden sind die zu begrüßenden ergänzenden Nutzungen Studentenwohnen und KITA richtig gesetzt und bilden den räumlichen Übergang zum Kongresszentrum.

Der zusätzliche Wohnhof an der Magdeburger Straße wird aufgrund der Nähe zum Festplatz aus immissionsschutzrechtlichen Gründen kontrovers diskutiert.

Das zentrale Parkhaus an der Ochsenwiese bildet eine starke neue Kante gemeinsam mit dem Kongresszentrum. Die formale Übernahme der baulichen Form des DB-Trainings wird diesem Anspruch jedoch nicht gerecht. Die Erschließung über eine Brückenzufahrt vom Kreisverkehr ist topographisch unbefriedigend gelöst (Durchfahrtshöhe der Festplatzerschließung). Die gewählte Größenordnung des Parkhauses erfordert darüber hinaus eine weitere Zu-/Abfahrt.

Die Erweiterung des Kongresszentrums ist gewährleistet; die erforderlichen Zufahrten zur Anlieferung entlang der Waides sind wenig detailliert.

Die Fußwegeanbindungen in die Stadt und die Schulen sind gut gelöst.

Insgesamt bildet die Arbeit einen wertvollen Beitrag zur Stadtentwicklung.

3. Preis: Roedig. Schop Architekten mit Mettler Landschaftsarchitektur und Stadt Land Fluss, Berlin

 

Auszug aus dem Protokoll: Die städtebauliche Grundfigur des Wohnquartiers wird durch eine eingehängte Erschließungsstraße zwischen Zieherser Weg und Baugulfstraße mit Stichstraßen zur Waidesaue hin sinnvoll strukturiert. Das Konzept bietet eine hohe Wohnqualität durch Öffnung der Cluster zur Waidesaue hin und eine gute Verzahnung der Bebauung sowie öffentlicher und privater Freiräume mit diesem hochwertigen Grünraum.

Auch der Anschluss an den Gebäudebestand entlang des Zieherser Wegs ist brauchbar gelöst. Es wird eine in der Typologie ausreichend differenzierte, wenn auch in der Kubatur wenig bearbeitete Gebäudestruktur angeboten. Hier wäre durch weitergehende Diversifizierung eine höhere Qualität zu erreichen. Der Entwurf weist insgesamt eine angemessene Bebauungsdichte auf. Die notwendigen Stellplätze der Wohnnutzung sind im Wesentlichen in gut dimensionierten und richtig verorteten, eingeschossigen Tiefgaragen angeordnet.

Das Konzept weist eine plausible und gut ablesbare Differenzierung in öffentliche und private Frei-räume auf. Wünschenswert wären allerdings deutlich vielfältigere Situationen in den Straßenräu-men. Der Quartiersplatz an der Fußwegverbindung zum Bahnhof ist plausibel verortet, gut dimensioniert und angenehm unaufgeregt gestaltet. Die Eingänge in das Quartier sind gut ablesbar. Der vorgeschlagene Abschluss des Wohngebiets ohne funktionale und gestalterische Verzahnung zum Kongresszentrum hin ermöglicht es, das Quartier unabhängig von der geplanten Erweiterung der Veranstaltungsfläche zu realisieren.

Die Erweiterungshalle des Kongresszentrums entspricht den Anforderungen der Auslobung. Allerdings sind keine weitergehenden Erweiterungsmöglichkeiten ablesbar.

Die grundsätzliche Organisation des Areals der Ochsenwiese mit einem neuen Parkhaus im Westen und einer Freifläche auch als Option für unterschiedliche künftige Entwicklungen im Osten wird begrüßt. Die Kubatur und angedeutete gestalterische wie funktionale Struktur des Parkhauses werden als der Nutzung unangemessen angesehen. Zwei Untergeschosse sind zudem aus ökonomischen Erwägungen der Nutzung auch als Pendlerparkhaus nicht angemessen.

Die über das Wettbewerbsgebiet hinausreichende Idee einer städtebaulich aufgewerteten Wegeverbindung bis zum Bahnhof wird anerkannt, aber als wenig realistisch und für den Gesamtentwurf nicht notwendig angesehen.

Die Arbeit stellt einen angenehm unaufgeregten und brauchbaren Beitrag zur Lösung der Wettbe-werbsaufgabe dar. Die Grundstruktur ist angemessen und erscheint trotz einiger Schwächen in der Ausformulierung grundsätzlich gut umsetzbar.

4. Preis: TobeSTADT mit Scheffler & Partner, Frankfurt

 

Auszug aus dem Protokoll:

Wohnquartier:

Ein streng orthogonales Raster wird der Anordnung der Gebäude und der Entwicklung der Freiräume des neuen Wohnquartiers als räumliches Gerüst zu Grunde gelegt. Auf diese Weise erhält das neue Wohnquartier Gebäude gleicher Tiefe, die parallel zueinander stehend die gleiche Orientierung in Nord-Ost-Richtung zum Grünzug und in Süd-West-Richtung zum Quartier selbst und Richtung Zieherser Weg aufweisen.

Senkrecht zu dieser Parallelität ermöglichen Lücken und Zwischenräume zwischen den Baukörpern Blick- und Wegebeziehungen von Süd-Westen nach Nord-Osten zum Grünzug hin. Diese Durchlässigkeit und die beiden gut gesetzten orthogonalen Plätze im Quartier bilden die stadträumlichen Qualitäten des Wohnquartiers.

Die Gebäude und Freiräume des Quartiers stehen in gutem Zusammenspiel mit der prägenden Topographie des Ortes und seiner Umgebung. Die ausgewiesene BGF-Zahl für das Quartier liegt mit ihrem Angebot an bebauten Flächen im mittleren Bereich. Unterschiedliche Wohnungstypen werden angeboten.

Kritisch gesehen wird die „Ringerschließung“ des Quartiers durch einen homogen gleichförmig aus-gebildeten Straßenquerschnitt, der eher einem monofunktional für die PKW-Erschließung ausgebil-deten und optimierten Straßenverkehrsraum gleichkommt als einem differenzierten und vielfältig nutzbaren „Wohn-„Straßenraum.

 

Kongresszentrum:

Die Weiterentwicklung des Kongresszentrums übernimmt die orthogonale Ordnung des Wohnquartiers und ist in ihrer Proportionierung und klaren Ausbildung angenehm unspektakulär und vielfältig deutbar.

 

Festwiese / Ochsenwiese:

Das bestehende Parkhaus im Westen der Ochsenwiese wird abgerissen und durch die Ausbildung neuer Parkebenen am östlichen Ende des Areals ersetzt, die mit sechs einzeln stehenden quadrati-schen Baukörpern überbaut werden.

Das neue Parkierungskonzept unterschreitet die geforderte Stellplatzzahl so erheblich, dass der Vorschlag nicht genügen kann.

Die Erschließung der Ochsenwiese über den bestehenden Kreisverkehr an der Magdeburger Straße wird sich auf Grund der topographischen Zusammenhänge an dieser Stelle nur mit großem Aufwand verwirklichen lassen, da auf kurzer Distanz eine Höhendifferenz von ca. 2 m überwunden werden muss.

Insgesamt stellt die Arbeit einen interessanten und konsequent gedachten Wettbewerbsbeitrag dar, dem man gewünscht hätte, dass die alles dominierende orthogonale Ordnung öfter eine Störung erhält und somit besondere Raumbildungen mit differenzierten Raumqualitäten ermöglicht würden.

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