Wie Kinder aus sich heraus stark werden
Stadt Fulda

Die Holländerin Maria Aarts (4.v.re.) referierte beim 3. Fachtag Kindertagespflege über die von ihr entwickelte Marte-Meo-Methode. Familiendezernent Frederik Schmitt (3.v.re.) und Jugendamtsleiterin Edith Jordan Landkreis Fulda (4.v.li.) hatten die 220 Teilnehmerinnen begrüßt. Die OrganisatorInnen des Fachtages Elke Krack-Drinnenberg (1.v.li.), Kerstin Hohmann (1.v.re.) und Aylin Hunold (2.v.re.) (Fachstelle Kindertagespflege des Landkreises Fulda) und Christiane Becker-Ott (2.v.li) und Falco Jana (3.v.li.) (Fachstelle Kindertagespflege der Stadt Fulda).

Maria Aarts, Begründerin der MarteMeo-Methode, referierte beim Fachtag Kindertagespflege

Wie kann man ein Kind darin unterstützen, ein starkes Kind zu werden? Maria Aarts, die Gründerin der MarteMeo-Methode, hat beim dritten Fachtag Kindertagespflege, der kürzlich im Propsteihaus in Petersberg stattfand, Antworten auf diese Frage gegeben.

Die Holländerin vermittelte, wie man auf einfache Art und Weise kommuniziert und damit Weiterentwicklungsprozesse insbesondere bei Kleinkindern fördern und begleiten kann. Basis der von Maria Arts begründeten MarteMeo-Methode (bedeutet "aus eigener Kraft") ist das aufmerksame Beobachten von Interaktionen, beispielsweise zwischen Kindern, zwischen Kindern und Eltern oder zwischen Kindern und Kindertagespflegepersonen/Erzieherinnen und Erziehern. Dazu nutzt Aarts Videoaufnahmen, die eine detaillierte Analyse ermöglichen. "Wenn Kinder stören, wenn sie hyperaktiv oder isoliert sind, beobachten wir, welche Fähigkeiten das Kind noch nicht entwickelt hat und schauen, mit welcher Unterstützung sie das Kind entwickeln könnte", so die Holländerin.

 Anhand kurzer Videoaufnahmen, die Aarts präsentierte, wurde deutlich, dass Zeit nicht der entscheidende Faktor für gelungene Kommunikation ist, sondern die Fähigkeit, dem Kind zu folgen und ihm Wörter für die Dinge zu geben, die es in einem Moment erlebt oder fühlt. Wörter seien wichtig, damit das Kind wisse, was es tue, um seiner eigenen Initiative zu vertrauen, so Aarts. "Marte Meo fängt dort an, wo die Kinder sind und nicht dort, wo man sie haben möchte. Es geht darum, ein neues Selbstbild zu entwickeln. Wir zeigen Eltern nicht die Probleme ihres Kindes, sondern laden Eltern dazu ein, die Möglichkeiten kennenzulernen, mit denen sie ihr Kind unterstützen können", verdeutlichte die Holländerin den Grundgedanken der Methode, die inzwischen in mehr als 50 Ländern weltweit angewendet wird. Aarts erklärte, wie man die Feinzeichen in der Interaktion zwischen Eltern und Säugling erkennen kann, wie die MarteMeo-Methode in Kindertagesstätten umgesetzt wird, wie man das Tun der Kinder mit Worten begleitet und wie man die Spielfähigkeit von Kindern, deren Entwicklungsprozesse gestört sind, unterstützen kann. Sie ermutigte die Zuhörerinnen und Zuhörer dazu, Interaktionsmomente zu nutzen, denn: "Die Menschen, die am meisten in der Interaktion mit Kindern sind, sind die Menschen, die Veränderungen bewirken können."

Die rund 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachtages, zu dem Kindertagespflegepersonen und Fachpersonal aus den Kindertagesstätten in Landkreis und Stadt Fulda sowie in der Erziehungsberatung Tätige eingeladen waren, folgten den Ausführungen Aarts' mit großer Aufmerksamkeit. "Wir sind alle daran interessiert, dass die Entwicklung der Kinder gut gelingt. Und je mehr wir alle zusammenarbeiten, umso besser können wir unsere Arbeit tun", hatte Edith Jordan, Leiterin des Fachdienstes Jugend, Familie, Sport und Ehrenamt beim Landkreis Fulda, betont. Familiendezernent Frederik Schmitt hatte in seinem Grußwort die Bedeutung von Kommunikation - insbesondere mit Kindern - hervorgehoben und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Zeit und ihr Interesse gedankt. Sein Dank galt ebenfalls den Mitarbeiterinnen der Fachstelle Kindertagespflege von Stadt und Landkreis Fulda, die den Fachtag organisiert hatten.

 

 

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