Einbürgerungsempfang der Stadt Fulda
Stadt Fulda

Von links: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, die gebürtige Syrerin Ani Aro und Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann.

Festlicher Rahmen für 74 Neubürgerinnen und Neubürger aus 32 Ländern

Das Licht im Marmorsaal des Fuldaer Stadtschlosses war – bedingt durch den Ausfall eines Hauptschalters – etwas gedimmt, aber das tat der feierlichen Atmosphäre beim Empfang anlässlich der Aushändigung Urkunden an neu eingebürgerte Fuldaerinnen und Fuldaer keinerlei Abbruch. 74 Frauen, Männer und Kinder aus insgesamt 32 Ländern sind nun offiziell deutsche Staatsbürger, „mit allen Rechten und Pflichten“, wie Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld bei seiner Ansprache betonte.

Die Erlangung der Staatsbürgerschaft sei eine Kraftanstrengung, die Mut, Energie und Ausdauer insbesondere beim Erlernen der deutschen Sprache erfordere – aber zugleich eine Einladung, sich aktiv in die Gesellschaft unserer Stadt einzubringen, ermunterte der OB die Neubürgerinnen und Neubürger. „Zum Beispiel ist es wichtig, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen; wenn sie Interesse haben, kandidieren Sie selbst für eine der demokratischen Parteien, bringen Sie sich in Debatten ein, engagieren Sie sich in Vereinen“, appellierte Wingenfeld an die Zuhörer im Marmorsaal. „Viele von vielen sind vielleicht in Ländern aufgewachsen, in denen es keine oder nur eine eingeschränkte Demokratie gibt. Hier könne Sie sich frei engagieren, und vielleicht können wir alle von Ihren Erfahrungen profitieren“, sagte der OB. Zu allen Zeiten in der Geschichte der Stadt Fulda habe diese immer wieder durch Einflüsse von außen hinzugewonnen – sei es ganz am Anfang durch die Missionare um Bonifatius aus England, später durch Baumeister aus Italien oder nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Heimatvertriebenen und die durch die amerikanischen Soldaten.

Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann, die im Anschluss dann zusammen mit OB Wingenfeld die Einbürgerungsurkunden übergab, wies in Ihrem Grußwort ebenfalls auf die neugewonnenen Möglichkeiten der deutschen Staatsbürgerschaft wie das aktive und passive Wahlrecht hin: „Jetzt können Sie ihre Geschicke in der Stadt und im Land aktiv mitgestalten.“ Gleichzeitig lautete ihr Appell: „Lassen Sie sich nicht von der Gleichgültigkeit mancher Ihrer Nachbarn anstecken, engagieren Sie sich im öffentlichen Leben, knüpfen Sie Kontakte in Ihrem Umfeld!“

Eine, der dies offenbar bereits bestens gelungen ist, heißt Ani Aro. Die junge Frau, die als Syrerin in Armenien geboren wurde, gehört zu dem Kreis der 74 Neubürgerinnen und Neubürger. Sie sprach im Namen aller und betonte: „Ich fühle mich hier sehr wohl.“ Eindrucksvoll schilderte sie ihren Lebenslauf, der auch eine Station in der inzwischen vom Bürgerkrieg zerstörten Stadt Aleppo umfasst. Seit 2010 lebt Ani Aro in Deutschland, über ihren Mann, der in Fulda als Zahnarzt arbeitet, kam sie schließlich nach Osthessen und fühlt sich hier inzwischen so heimisch, dass sie sich im Sommer 2017 entschloss, die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen.

Mit Musikstücken, die ein Stückweit Internationalität und Weltoffenheit repräsentierten, gaben Klaus Schenk (Marimbaphon) und George Wagner (Gitarre) von der Musikschule der Stadt Fulda der Feier einen passenden musikalischen Rahmen.

Hintergrund: Seit 1999 verleiht die Stadt Fulda vier Mal im Jahr die Einbürgerungsurkunden in einem festlichen Rahmen. Diesmal wurden 74 Menschen aus insgesamt 32 Ländern eingebürgert. Die größten Gruppen der Eingebürgerten stellten Menschen aus Afghanistan (9), Äthiopien (9) und aus der Türkei (8). Auch Indien (4), Rumänien (4) und die Ukraine (3) waren mehrfach als Herkunftsland vertreten. Weitere Neubürger hatten vorher die Staatsangehörigkeit von Großbritannien, Mauretanien, Sri Lanka, Jemen, Thailand sowie 21 anderer Länder.

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